Kinder mit Migrationshintergrund „öffnen“
Innsbruck (lk) - Mit dem Projekt „Heimvorteil“ hat das Land Tirol gemeinsam mit dem BFI Tirol ein wichtiges
Bildungsangebot geschaffen, das die AsylwerberInnen gezielt beim Integrationsprozess unterstützt: Qualifizierte
PädagogInnen halten in zwölf Tiroler Flüchtlingsheimen seit zwei Jahren laufend Deutschkurse ab,
die mit einer Prüfung abgeschlossen werden. „Der erste Schritt für eine Integration ist der Spracherwerb“,
erläutert LR Gerhard Reheis und sieht sich durch eine jetzt veröffentlichte wissenschaftliche Untersuchung
von Alexandra Leitner bestätigt.
Die Rolle der Eltern nicht unterschätzen
Die Linguistin Leitner kommt als Betreuerin und Deutschlehrerin im Flüchtlingsheim Kufstein direkt aus der
Praxis. Am konkreten Beispiel des Förderprogrammes „Deutsch für Vorschulkinder“ der Stadt Innsbruck hat
sie gemeinsam mit Anna Pinter das Thema des frühen Spracherwerbs in der Migration analysiert. „Der Großteil
dieser Kinder mit Migrationshintergrund hat Fortschritte erzielt – das hat sich auch besonders positiv auf das
Selbstbewusstsein der Kinder ausgewirkt.“ Für den Kurserfolg mitverantwortlich ist nicht nur die Gruppengröße,
sondern auch die aktive Einbeziehung der Eltern und insbesondere deren Einstellung zum Sprachkurs.
Kinder mit Migrationshintergrund „öffnen“
Dabei stellt Leitner klar: „Eine wesentliche Voraussetzung für den erfolgreichen Zweitsprachenerwerb ist die
altersgemäße Kompetenz in der Erstsprache.“ Was nicht immer einfach ist, weil sich Migrantenkinder aufgrund
einer mitunter wahrzunehmenden Geringschätzung ihrer Herkunftssprache in einer Außenseiterposition sehen
oder von den Eltern entfremden können. „Bei diesen Deutschkursen für Vorschulkinder, die in der Regel
eine ausgeprägte Offenheit besitzen, geht es um mehr als die Sprache. Es geht um die Entwicklung ihrer Persönlichkeit,
deren Öffnung gegenüber einer ihnen noch fremden Kultur“, bilanziert Alexandra Leitner. |