Maler und Grafiker Herwig Zens erhält Österreichisches Ehrenkreuz für Wissenschaft
und Kunst
Wien (bpd/sts) - "Er hat als Lehrer und Künstler immer viele Fragen gestellt, ist viele
Wege gegangen und hat ein umfassendes Werk geschaffen", würdigte Staatssekretär Josef Ostermayer
Herwig Zens am 02.02. Der renommierte Maler und Grafiker sowie langjährige Professor der Akademie der bildenden
Künste in Wien erhielt das Österreichische Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst I. Klasse. Die
feierliche Überreichung durch Staatssekretär Ostermayer fand im Bundeskanzleramt statt.
Ostermayer bezeichnete Herwig Zens als einen Menschen, der diese Auszeichnung durch sein vielgestaltiges Lebenswerk
ganz besonders verdient habe. Dies spiegle sich in seinen zahlreichen künstlerischen Projekten wider, die
oft auch gemeinsam mit anderen Kunstschaffenden entstanden seien. Laudator Erwin Ortner, künstlerischer Leiter
des Arnold Schoenberg Chors, würdigte Zens mit ausgesuchten Zitaten aus der Literatur, der Arnold Schoenberg
Chor trug Musikstücke vor. Herwig Zens ist mit dem Schoenberg Chor und ihrem Leiter unter anderem durch gemeinsame
künstlerische Projekte eng verbunden. "Es ist nicht leicht, mit Herwig Zens Schritt zu halten. Er verlangt
viel von jenen, die mit ihm gehen, aber er gibt sehr viel zurück", so Ortner.
Der Geehrte bedankte sich für die Auszeichnung. Sein künstlerischer Werdegang wäre ohne die Unterstützung
seiner Gattin nicht möglich gewesen. Dankbar sei er auch der Jugend, seinen Schülerinnen und Schülern.
Für ihn gäbe es neben seiner künstlerischen Tätigkeit keine schönere Aufgabe, als Lehrer
zu sein, denn: "In keinem anderen Beruf bekommt man soviel zurück."
Herwig Zens wurde 1943 in Himberg bei Wien geboren und besuchte nach Beginn seines Studiums an der Akademie der
bildenden Künste die "Schule des Sehens" von Oskar Kokoschka in Salzburg. Er legte 1966 die Lehramtsprüfung
für Bildnerische Erziehung, Werkerziehung und Geschichte ab und diplomierte 1967 als Maler. Zwanzig Jahre
wirkte Zens als Lehrer im Fach Bildnerische Erziehung an verschiedenen Wiener Gymnasien. Ab 1975 lehrte er an der
Akademie für bildende Künste, wo er 1987 eine Professur übernahm.
Die Werke von Herwig Zens wurden in zahlreichen Ausstellungen in Europa, den USA, Israel und Japan gezeigt. Sein
Werkverzeichnis umfasst weit über tausend druckgrafische Blätter. In ihnen, sowie in seinen Ölbildern,
widmet sich Zens immer wieder Themenkreisen wie der griechischen Mythologie, der Musik und Literatur sowie Maler-Vorbildern
wie Goya. 1990 schuf er für das Historische Museum in Basel einen vierzig Gemälde umfassenden Totentanz-Zyklus.
Seit 1977 führt er ein "Radiertes Tagebuch", in dem Alltagsnotizen druckgrafisch festgehalten werden.
Diese "längste Radierung der Welt" umfasst mittlerweile über 500 Kupferplatten. Herwig Zens
kann bereits auf eine Vielzahl von österreichischen Preisen und Ehrungen zurückblicken. 2002 erhielt
er den Orden "De Merito Civil", verliehen für außerordentliche Verdienste durch König
Juan Carlos I. von Spanien. |