15% derer, die eine größere Anschaffung vorhaben, planen Kreditaufnahme
für Auto oder Wohnung – Zwei Drittel der Österreicher vertrauen in den Euro
Wien (erste bank) - Laut einer aktuellen Umfrage des Markt- und Meinungsforschungsinstituts INTEGRAL
im Auftrag der Erste Bank bleibt auch 2011 ein Jahr der sicheren Anlageformen. Demnach wollen knapp zwei Drittel
der Österreicher mittels Sparbuch, 58% per Bausparvertrag und 4 von 10 mit einer Lebensversicherung ihr übriges
Geld in den kommenden 12 Monaten ansparen. Durchschnittlich nehmen sich die Befragten vor, 5.460 Euro übers
Jahr anzusparen. Dabei sind Einmalbeträge aus Geldgeschenken, Abfertigungen oder Erbschaften genauso berücksichtigt
wie etwa das was am Monatsende übrig bleibt. Rund ein Drittel der Befragten plant heuer größere
Anschaffungen wie z.B. eine eigene Wohnung oder ein neues Auto. 15% davon wollen sich das mittels Kredit finanzieren
und dafür durchschnittlich 70.200 Euro aufnehmen. Um den Zustand der europäischen Gemeinschaftswährung
macht sich die Mehrheit (2/3) der Österreicher keine Sorgen. Die Leitzinsen werden noch bis zum 4. Quartal
niedrig bleiben, was für Kreditnehmer weiter positiv ist, am Sparbuch wird es allerdings bis dahin auch keine
großen Sprünge nach oben geben. Die Arbeitslosenquote sinkt leicht und die heimische Wirtschaft wächst
um 2,2%.
Geldflussprognose der Haushalte
Trotz niedriger Zinsen ist und bleibt das Sparbuch die beliebteste Anlageform der Österreicher. In
den nächsten 12 Monaten wollen laut Umfrage 62% ihr Geld aufs Sparbuch legen, etwas weniger werden einen Bausparvertrag
(58%) abschließen. 40% wollen heuer eine Lebensversicherung und 34% in die Pensionsvorsorge investieren.
Für Fonds können sich 2011 17% begeistern, Immobilien wollen 11% kaufen und immerhin 8% werden sich Gold
ins Depot legen. „Geld zur Seite zu legen, in welcher Form auch immer, ist den Österreichern traditionell
sehr wichtig“, so Peter Bosek, Privat- und Firmenkundenvorstand der Erste Bank. Was die Höhe der Geldanlage
betrifft, so rechnet der Durchschnitt, dass in den nächsten 12 Monaten rund 5.460 Euro zur Verfügung
stehen, um es in diverse Anlageprodukte zu investieren. Sieht man sich die Einlagenentwicklung der privaten Haushalte
in Österreich an, so besteht ein Seitwärtstrend seit Ende 2009. Im Jahr 2010 haben sich die Einlagen
der privaten Haushalte, mit kleinen Auf und Abs bei rund 207 Mrd. Euro eingependelt. Erste Bank und Sparkassen
halten daran einen Anteil von knapp 40 Mrd. Euro. Neben der Geldanlage zeigen sich die Österreicher aber auch
bereit, 2011 einiges zu investieren. Demnach plant rund ein Drittel größere Anschaffungen wie einen
Autokauf, eine eigene Wohnung oder neue Einrichtung wofür zusätzlich Geld benötigt wird. Der überwiegende
Teil kann sich diese Wünsche aus eigenen Ersparnissen finanzieren (85%), 15% brauchen allerdings einen Bankkredit
dazu. Im Österreichschnitt denkt jeder Befragte der einen Kredit aufnehmen will, an eine Summe von rund 70.200
Euro. Das Kreditvolumen zeigt außerdem einen klaren Aufwärtstrend: Hatten die privaten Haushalte per
Jänner 2010 Kredite in Höhe von etwa 128 Mrd. Euro ausständig, so waren es per Dezember 135 Mrd.
(+5,5%). Erste Bank und Sparkassen halten davon per Ende Dezember 2010 einen Anteil von gut 26 Mrd. Euro.
Mehrheit macht sich keine Sorgen um den Euro
Die europäische Gemeinschaftswährung kommt seit einigen Monaten nicht aus den Wirtschaftsschlagzeilen.
Hierzulande machen sich die Menschen aber weniger Sorgen um die Existenz des Euros: Knapp zwei Drittel der Österreicher
glauben an die europäische Gemeinschaftswährung. Die Staatsschuldenkrise einiger südeuropäischer
Länder hat zu einem Vertrauensverlust der Finanzmärkte geführt und letztlich zu einer Belastungsprobe
für den Zusammenhalt der Eurozone. Das klare politische Bekenntnis der großen Eurozone-Staaten zu mehr
Gemeinsamkeit sorgte dann aber seit Jahresbeginn wieder zu einer Befestigung der Gemeinschaftswährung gegenüber
dem US-Dollar. „Der Euro ist nach wie vor eine stabile Währung. Die Konsolidierung der Staatshaushalte einiger
Euroländer wird dennoch das bestimmende Thema des Jahres 2011 werden“, so Bosek weiter.
Österreichs Wirtschaft gedeiht
Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für Österreich sind 2011 sehr positiv: Das Wifo erwartet
ein Wirtschaftswachstum von 2,2% sowie eine leicht rückläufige Arbeitslosenquote. Die Inflation wird
mit 2,1% (2010: 1,8%) im laufenden Jahr nur leicht ansteigen. Das Zinsniveau sollte damit noch einige Zeit niedrig
bleiben. Am Sparbuch ist vorerst leider nicht viel mehr zu erwarten. Die Experten der Erste Bank gehen davon aus,
dass die EZB die Leitzinsen frühestens im 4. Quartal 2011 anheben wird, voraussichtlich um 25 Basispunkte.
2012 wird sich das dann auch auf die Spar- und Kreditzinsen auswirken. „Die niedrigen Zinsen sollten heuer noch
die eine oder andere Investition beflügeln“, meint Peter Bosek. Da die Zinsen in den nächsten Jahren
sicher wieder steigen werden, sollte man sich das aktuell niedrige Niveau mit z.B. einer Fixzinsvereinbarung auf
die nächsten Jahre unbedingt absichern. Den Sparern rät Bosek, „sich jetzt genau zu überlegen wie
man sich am besten für die Zeit steigender Renditen aufstellt. Alles nur am Sparbuch zu belassen, ist bei
diesem Zinsniveau sicher nicht die ertragreichste Möglichkeit." |