Außenhandel Dezember 2010: Ausfuhren um 21,0% gestiegen
Wien (statistik austria) - Im Zeitraum Jänner bis Dezember 2010 wurden Waren im Wert von 113,45
Mrd. Euro eingeführt und im Wert von 109,19 Mrd. Euro ausgeführt, wie von Statistik Austria anhand vorläufiger
Ergebnisse errechnet wurde. "Mit Wachstumsraten von mehr als 16% sowohl bei den Ein- als auch Ausfuhren setzte
Österreichs Außenhandel im Jahr 2010 ganz wichtige Impulse für die Konjunkturbelebung. Die wichtigsten
Handelspartner Deutschland und Italien wurden bestätigt. Bei den Importen liegt allerdings China bereits an
vierter Stelle - die österreichischen Exporte dorthin stiegen 2010 um fast 40%", so Dr. Konrad Pesendorfer,
Generaldirektor von Statistik Austria.
Vor dem Hintergrund der weltweiten Wirtschaftskrise und einem somit rückläufigen Gesamtjahr 2009 konnten
im ersten Quartal 2010 erstmals wieder positive Veränderungsraten festgestellt werden (Einfuhren: 6,2%, Ausfuhren:
6,1%). Diese Entwicklung setzte sich in den Folgequartalen fort, wobei im dritten Quartal 2010 die höchsten
positiven Veränderungsraten in beiden Verkehrsrichtungen verzeichnet wurden (Einfuhren: 20,7%, Ausfuhren:
21,4%).
Während der Berichtsmonat Jänner 2010 noch negative Veränderungsraten aufwies (Einfuhren: -2,1%,
Ausfuhren: -2,7%), setzte ab dem Berichtsmonat Februar 2010 eine dynamische Entwicklung ein. Die höchsten
Wachstumsraten zeigte der Berichtsmonat August 2010 (Einfuhren: 27,4%, Ausfuhren: 28,8%).
Die bedeutendste Produktgruppe war auch im Berichtszeitraum Jänner bis Dezember 2010 "Maschinen und Fahrzeuge"
(Einfuhren: 36,82 Mrd. Euro, Ausfuhren: 41,23 Mrd. Euro), die ausfuhrseitig einen Anteil von 37,8% einnahm; gefolgt
von den Produktgruppen "Bearbeitete Waren", "Chemische Erzeugnisse" und "Sonstige Fertigwaren".
Im Detail zeigten in der Ausfuhr die Abschnitte 77 – "Elektrische Maschinen und Geräte" (+26,5%
auf 7,90 Mrd. Euro) und 78 – "Straßenfahrzeuge" (+19,9% auf 8,68 Mrd. Euro) innerhalb dieser führenden
Produktgruppe die größten absoluten Zuwächse.
Den größten Ausfuhrüberschuss erzielte die Produktgruppe "Bearbeitete Waren" mit einem
Aktivum von mehr als 7,12 Mrd. Euro. Diese Produktgruppe gewann in der Ausfuhr an Bedeutung (25,10 Mrd. Euro),
die größten absoluten Zuwächse verzeichneten darunter die Abschnitte 67 – "Eisen und Stahl"
(+1,14 Mrd. Euro) und 68 – "NE-Metalle" (+1,05 Mrd. Euro).
Jahr
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Einfuhr
|
Ausfuhr
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Einfuhr- (-) bzw.
Ausfuhrüberschuss (+)
|
Zu- (+) bzw. Abnahme (-)
gegenüber Vorjahr
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Anteil
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Einfuhr
|
Ausfuhr
|
Einfuhr
|
Ausfuhr
|
1.000 €
|
Prozent
|
Insgesamt
|
2010*
|
9.690.457 |
9.101.600 |
-588.857 |
16,9 |
21,0 |
100 |
100 |
2009
|
8.286.343 |
7.523.005 |
-763.338 |
|
|
100 |
100 |
EU27
|
2010*
|
6.864.047 |
6.135.009 |
-729.038 |
17,1 |
19,7 |
70,8 |
67,4 |
2009
|
5.861.576 |
5.127.282 |
-734.294 |
|
|
70,7 |
68,2 |
Drittstaaten
|
2010*
|
2.826.410 |
2.966.591 |
140.181 |
16,6 |
23,8 |
29,2 |
32,6 |
2009
|
2.424.767 |
2.395.724 |
-29.043 |
|
|
29,3 |
31,8 |
Österreich und seine wichtigsten Handelspartner
Deutschland und Italien waren die beiden wichtigsten Handelspartner. Für rund 70% des gesamten österreichischen
Handelsvolumens zeichnete der Warenverkehr mit den EU-Mitgliedstaaten verantwortlich (Eingänge: 82,20 Mrd.
Euro, Versendungen: 76,93 Mrd. Euro). Die Eingänge aus der Gruppe der seit Mai 2004 neu beigetretenen Mitgliedstaaten
stiegen um 28,9%, wobei die größten positiven Veränderungsraten mit Zypern, Rumänien, der
Slowakei und Ungarn verzeichnet werden konnten.
Nach Deutschland, Italien und der Schweiz folgten einfuhrseitig China und die Tschechische Republik und ausfuhrseitig
die Vereinigten Staaten und Frankreich als wichtigste Partnerländer. Die Ausfuhren nach Griechenland (-11,8%),
Irland (-14,5%) und Portugal (-13,9%) gingen zurück.
Zunehmende Ausfuhrdynamik mit Drittstaaten
Noch dynamischer als der Warenverkehr mit den EU-Mitgliedstaaten entwickelte sich unterdessen der Außenhandel
mit Drittstaaten: Importe 31,26 Mrd. Euro (18,9%), Exporte 32,26 Mrd. Euro (18,6%). Auffallend war ein starkes
Ausfuhrwachstum mit einigen Staaten außerhalb der EU-27. So stiegen beispielsweise die Exporte nach China,
Japan, Brasilien, Mexiko oder in die Türkei um deutlich mehr als 30 Prozent.
Exportseitig fanden sich die drei BRIC-Staaten Brasilien, Russische Föderation und China unter den Top-10
Partnerländern, dicht gefolgt vom vierten, Indien, auf Platz 12. In die Russische Föderation wurden vor
allem "Chemische Erzeugnisse" und "Maschinen und Fahrzeuge" exportiert. Rund zwei Drittel der
Exporte nach China betrafen "Maschinen und Fahrzeuge" und hier insbesondere die Abschnitte 78 – "Straßenfahrzeuge"
und 77 – "Elektrische Maschinen und Geräte ang."
Die wichtigsten Produktgruppen beim Export nach Japan (+32,6% auf 1,02 Mrd. Euro) waren "Maschinen und Fahrzeuge"
und "Bearbeitete Waren", welche gemeinsam mehr als die Hälfte der gesamten Ausfuhren in dieses Land
einnahmen.
Über 70% der Exporte in die Schweiz (+19,6% auf 5,20 Mrd. Euro) fielen auf "Maschinen und Fahrzeuge",
"Bearbeitete Waren" und "Chemische Erzeugnisse".
Nahezu die Hälfte der österreichischen Exporte in die Vereinigten Staaten (+22,9% auf 4,96 Mrd. Euro)
waren der Produktgruppe "Maschinen und Fahrzeuge" zuzuordnen, wobei die Abschnitte 71 – "Kraftmaschinen"
und 77 – "Elektrische Maschinen und Geräte ang." den größten Anteil ausmachten.
Wie Statistik Austria anhand vorläufiger Ergebnisse errechnete, lag der Gesamtwert der Einfuhren von Waren
im Berichtsmonat Dezember 2010 bei 9,69 Mrd. Euro und verzeichnete damit ein Plus von 16,9% gegenüber Dezember
2009. Die Ausfuhren betrugen 9,10 Mrd. Euro und erhöhten sich um 21,0% im Vergleich zum Vorjahresmonat. Die
Handelsbilanz wies somit ein Passivum von 0,59 Mrd. Euro auf.
Aus den Mitgliedstaaten der Europäischen Union bezog Österreich im Dezember 2010 Waren im Wert von 6,86
Mrd. Euro und Waren im Wert von 6,14 Mrd. Euro wurden in diese Länder versandt. Gegenüber Dezember 2009
stiegen die Eingänge aus den EU-Ländern um 17,1% und die Versendungen um 19,7%. Das Passivum der Handelsbilanz
betrug damit 0,73 Mrd. Euro.
Die Importe aus Drittstaaten beliefen sich auf 2,83 Mrd. Euro und stiegen gegenüber Dezember 2009 um 16,6%,
die Exporte nahmen mit 2,97 Mrd. Euro um 23,8% zu. Das daraus resultierende Aktivum der Handelsbilanz mit Drittstaaten
lag bei 0,14 Mrd. Euro
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Leitl: Export: Statistik Austria bestätigt WKÖ-Prognose
Erwartung von einem 100 Milliarden-Euro Ausfuhrvolumen wurden übertroffen - Exporte
legten 2010 um 16,5% auf 109 Mrd. Euro zu
Wien (pwk) - "Die heute, Freitag, von der Statistik Austria veröffentlichten Außenhandelszahlen
für das Gesamtjahr 2010 bestätigen eindrucksvoll unsere bereits vor einem Jahr getroffenen Prognosen,
dass die österreichischen Exportunternehmen nach dem Krisenjahr 2009 im Jahr 2010 wieder ordentlich durchstarten
und ein Ausfuhrvolumen von mindestens 100 Milliarden Euro erwirtschaften würden", freut sich Wirtschaftskammerpräsident
Christoph Leitl, denn die österreichischen Exporte legten im Vorjahr um 16,5% auf 109,2 Mrd. Euro. Die Importe
stiegen 2010 um 16,3% auf 113,5 Mrd. Euro. Nach einem verhaltenen Start zu Beginn des Jahres 2010, gewannen die
Exporte im Jahresverlauf immer mehr an Dynamik. Der stärkste Exportmonat war der August 2010 mit einem Ausfuhrplus
von 28,8% gegenüber dem August 2009.
Für 2011 erwartet Leitl eine Fortsetzung des Export-getriebenen Aufschwungs der österreichischen Wirtschaft.
So könne es heuer gelingen den bisherigen Rekordwert bei den Ausfuhren von 117,5 Mrd. Euro Exportvolumrn aus
dem Jahr 2008 sogar noch zu übertreffen. Leitl: "Unsere Prognose: Die Exporte werden 2011 um rund 10%
zulegen. 2012 erwarten wir ein Exportplus von 9%." 2009 waren 38.000 Unternehmen im Export tätig. Mit
Hilfe der Exportfördermaßnahmen der Außenwirtschaft Österreich (AWO) der WKÖ waren es
2010 bereits 40.000 Exporteure. 2011 sollen weitere 2.000 dazu kommen.
Ausschlaggebend für die tolle Exportperformance der 40.000 österreichischen Exportunternehmen im Jahr
2010 waren die stark gestiegenen Ausfuhren nach Deutschland (+18%), Österreichs wichtigstem Außenhandelspartner.
Aber auch in die übrigen zehn wichtigsten österreichischen Exportzielmärkte waren durch die Bank
gute Zuwächse zu verzeichnen: Italien (+12,7%), Schweiz (+19,6%), USA (+22,9%), Frankreich (+22,7%), Tschechische
Republik (+19,7%), Ungarn (+14,2%), Großbritannien (+15,1%), China (+39,7%), Polen (+11,8%) und Russland
(+21,6%). Insgesamt werden rund 70% des österreichischen Handelsvolumens mit EU-Staaten abgewickelt. "Die
Ganzjahreszahlen zum Außenhandel bestätigen jedoch auch unsere Strategie, die Exportfördermaßnahmen
neben den europäischen Nachbarmärkten verstärkt auf Fernmärkte in Übersee zu konzentrieren",
so Leitl. Die österreichischen Ausfuhren nach Gesamt-Asien stiegen um überdurchschnittliche 19,5%, nach
Amerika um 25,8% und in die GUS-Staaten um 22,6% zu.
Leitl: "Nach dem "Export-Seuchenjahr 2009" mit einem Rückgang der Ausfuhren um minus 20%, gelang
2010 die Trendwende und die österreichische Exportwirtschaft ist wieder zum 'running horse' unserer Wirtschaftsleistung
und unseres Wohlstandes geworden." Zuwächse im Warenverkehr und ein stabiler Handel mit Dienstleistungen
haben im Vorjahr für eine deutliche Erholung der heimischen Außenwirtschaft und einen insgesamt beflügelten
Wirtschaftsaufschwung in Österreich gesorgt. "Unsere Devise, 'Nicht jammern, sondern handeln', hat sich
ausgezahlt. Denn ein Grund für die wieder erstarkende Exportwirtschaft ist das Exportförderprogramm der
Außenwirtschaft Österreich (AWO) der WKÖ, unterstützt von der gemeinsam mit dem Wirtschaftsministerium
umgesetzten Internationalisierungsoffensive 'go international'", so Leitl. |