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Exportindustrie wächst kräftig |
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erstellt am
10. 03. 11
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Energieverteuerung bremst die Konjunktur
Wien (wifo) - Der Aufschwung von Export und Sachgütererzeugung trägt die Konjunkturerholung
in Österreich. Im IV. Quartal stieg das BIP gegenüber dem Vorquartal real um 0,8% und gegenüber
dem Vorjahr um 2,7%. Die Investitionstätigkeit beginnt sich zu beleben, allerdings nicht in der Bauwirtschaft.
Die Konsumnachfrage der privaten Haushalte wächst zwar stetig, aber mäßig. Getragen von der guten
Industriekonjunktur sinkt die Arbeitslosigkeit weiter langsam. Der Anstieg der Verbraucherpreise belebt sich aufgrund
des markanten Auftriebs der Energiepreise; deshalb gehen die Reallöhne pro Kopf merklich zurück.
Die Erholung der österreichischen Exportwirtschaft aus der Rezession kommt weiter rasch voran. Im Dezember
2010 lag der Produktionsindex der Sachgütererzeugung saisonbereinigt um 12% über dem Tiefstand vom Mai
2009; damit wurden fast vier Fünftel des Produktionsrückgangs seit Herbst 2008 wettgemacht. Gemäß
den Ergebnissen des WIFO-Konjunkturtests vom Februar wird der Aufwärtstrend anhalten: Die Produktionserwartungen
der Unternehmen befinden sich auf hohem Niveau, sie verbesserten sich zu Jahresbeginn neuerlich auf einen Saldo
von +21 Prozentpunkten; Auftragseingänge und Einschätzung der Geschäftslage in sechs Monaten spiegeln
die positive Stimmung wider.
Den Motor für die gute Industriekonjunktur bildet ein kräftiger Aufschwung in den asiatischen und lateinamerikanischen
Schwellenländern. Deren Einfuhr treibt den Welthandel an, sein Volumen lag im IV. Quartal 2010 saisonbereinigt
real um 2,6% über dem Wert des Vorquartals und um 11,3% über dem Wert des Vorjahres. Die österreichische
Exportwirtschaft profitiert von der Weltkonjunktur überwiegend über Zulieferbeziehungen zur weltmarktorientierten
deutschen Wirtschaft. In Deutschland expandiert das BIP kräftig, das zieht die Konjunktur einer Gruppe von
industrieorientierten EU-Ländern mit. Hingegen verharren EU-Länder mit anhaltenden Strukturproblemen
und besonders restriktiver Budgetpolitik in der Rezession. Im Durchschnitt des Euro-Raumes kommt die Erholung nur
verhalten voran.
Der österreichische Güterexport expandierte im IV. Quartal 2010 gegenüber dem Vorquartal um 1,0%
und lag damit saisonbereinigt um 23% über dem Tiefstand vom II. Quartal 2009. Aufgrund des Anstiegs des Exports
und der wachsenden Auslastung in der Sachgütererzeugung beleben sich allmählich auch die Ausrüstungsinvestitionen.
Hingegen geben die Bauinvestitionen weiter nach, auch wegen der Einsparungen der Bundesländer im Wohnbau.
Die Konsumnachfrage der privaten Haushalte nahm in Österreich auch in der Rezession leicht zu und trug damit
wesentlich zur Stabilisierung der Konjunktur bei. Nun setzt sich ihr mäßiges Wachstum fort, im IV. Quartal
war sie real um 0,2% höher als im Vorquartal und um 0,7% höher als im Vorjahr. Dazu trug vor allem der
Anstieg der Beschäftigung bei: Die Zahl der unselbständig aktiv Beschäftigten war im Februar 2011
laut vorläufigen Schätzungen mit 3,2 Mio. um etwa 64.000 höher als im Vorjahr. Neben der stetigen
Ausweitung des Stellenangebotes in den Dienstleistungsbranchen war dafür auch die Erholung der Industriebeschäftigung
maßgebend. Die Zahl der Arbeitslosen ging zu Jahresbeginn weiter merklich zurück. Im Februar waren 292.000
Personen als arbeitslos registriert, um 21.000 weniger als im Vorjahr. Saisonbereinigt lag die Zahl der Arbeitslosen
bei 241.000, um 31.000 unter dem Höchstwert vom August 2009. Damit wurde allerdings erst weniger als die Hälfte
des rezessionsbedingten Anstiegs der Arbeitslosigkeit wettgemacht.
Die Schwäche der Erholung im Euro-Raum und die labile Lage des Finanzsystems galten bislang als größte
Risiken der Konjunktur. Nun kommt der kräftige Auftrieb der Rohstoffpreise dazu. Anfang März kostete
Rohöl der Sorte Brent über 110 $ je Barrel, ein Jahr zuvor noch knapp 80 $. Auch die Notierungen von
agrarischen und metallischen Rohstoffen zogen auf den Weltmärkten kräftig an. Dies schlug bereits auf
die Verbraucherebene durch: Im Jänner erreichte die Inflationsrate in Österreich 2,4%. Mehr als ein Drittel
dieses Preisanstiegs ging auf die Verteuerung von Mineralölprodukten (Treibstoffe und Heizöl) zurück.
Die Großhandelspreise lagen im Februar um 12,7% über dem Niveau des Vorjahres. Der Anstieg der Verbraucherpreise
übertraf damit jenen der Tariflöhne bereits um ¾ Prozentpunkte. |
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Mitterlehner: Starke Unternehmen stützen Aufschwung
Wirtschaftsminister: Unternehmen investieren mehr und schaffen neue Jobs - Export als Wachstumstreiber
- Neue Impulse für Bauwirtschaft durch Förderoffensive für thermische Sanierung
Wien (bmwfj) - Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner sieht die vom Wifo nach oben revidierten Wachstumsdaten
für das vierte Quartal 2010 als erfreuliches Signal für die Stärke der österreichischen Unternehmen.
"Trotz eines schwierigen internationalen Umfelds hat der Aufschwung an Dynamik gewonnen. Unsere Unternehmen
schaffen neue Jobs und investieren wieder mehr, was ein wichtiges Indiz für eine positive Stimmung in der
Wirtschaft ist", sagt Mitterlehner. "Auch der Export boomt und bleibt der entscheidende Wachstumstreiber.
Unsere Internationalisierungs-Offensive macht sich weiterhin bezahlt", so Mitterlehner.
Neuen Schwung bringt die am 1. März gestartete Förderoffensive für die thermische Sanierung von
Wohngebäuden. "Unsere Aktion schafft tausende Aufträge für die Bauwirtschaft, hilft beim Sparen
von Heizkosten und schützt das Klima", betont Mitterlehner. Insgesamt stehen dafür allein heuer
100 Millionen Euro zur Verfügung, die ein Investitionsvolumen von rund 700 Millionen Euro auslösen werden.
Zusätzliche Impulse wird die Mittelstands-Offensive des Wirtschaftsministeriums setzen. "Mit unserer
Triple-I-Strategie wollen wir Innovationspotenziale heben, die Internationalisierung fördern und Investitionen
unterstützen", sagt Mitterlehner. So werden zum Beispiel neue Innovations-, Technologie- und Kreativschecks
gezielt den Strukturwandel forcieren. Gleichzeitig soll das Risikokapital, das Unternehmen zur Finanzierung von
Investitionen zur Verfügung steht, verdoppelt werden. Dazu kommt die Neuausrichtung der Internationalisierungs-Offensive,
um wachstumsstarke Zukunftsmärkte außerhalb der EU noch stärker erschließen zu können.
"Durch Exporterfolge schaffen wir mehr Wachstum und Arbeitsplätze in Österreich", so Mitterlehner. |
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Matznetter: "Weg aus der Krise war absolut richtig"
Investitionen durch günstige Kredite fördern
Wien (sk) - "Plus 0,8 Prozent Steigerung des BIP im letzten Quartal beweist, dass der Weg aus der Krise,
den die Regierung Faymann eingeschlagen hat, absolut richtig war", so SPÖ-Wirtschaftssprecher Christoph
Matznetter am 10.03. gegenüber dem SPÖ-Pressedienst. Es sei nun dringend notwendig, die Investitionen
anzukurbeln, so Matznetter, besonders die Klein- und Mittelbetriebe hätten häufig Probleme bei der Finanzierung
ihrer Investitionen.
"Die Betriebe brauchen günstigere Kredite und einfacheren Zugang dazu, damit sie wieder in ihre Unternehmen
investieren können", betonte Matznetter, andernfalls sei eine nachhaltige Absicherung nicht gegeben.
Die Banken müssten endlich einer Informationspflicht über Angebote des AWS (Austria Wirtschaftsservice)nachkommen,
"denn oft wissen die Unternehmen, speziell die KMU's nichts über diese Möglichkeiten geförderter
Finanzierungen durch die öffentliche Hand". Der SPÖ-Wirtschaftssprecher ersucht daher den Wirtschaftsminister,
hier auf die Banken einzuwirken. Die KMU hätten sich in der Krise als besonders beständig bewiesen, "sie
erhielten zu einem großen Teil Unternehmen und Arbeitsplätze", so Matznetter. Es wäre höchste
Zeit hier nun Unterstützung für diese Unternehmen zu leisten. |
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