Innsbruck (rms) - Mit der Verleihung des Kaiser-Maximilian-Preises werden jährlich außerordentliche
Leistungen von Persönlichkeiten und Institutionen aus dem Bereich der europäischen Regional- und Kommunalpolitik
ausgezeichnet. Heuer ging diese Auszeichnung an Danuta Hübner, Mitglied des Europäischen Parlamentes
und Vorsitzende des Ausschusses für Regionale Entwicklung (REGI).
Im Beisein von Landeshauptmann Günther Platter, Landtagspräsident und Präsident der Regionen des
Europarates sowie Vizepräsident des Ausschusses der Regionen der EU DDr. Herwig van Staa und Bürgermeisterin
Mag.a Christine Oppitz-Plörer nahm Danuta Hübner am 08.05. den Preis im Rahmen eines Empfanges in der
Hofburg entgegen.
Der Verleihung im Riesensaal der kaiserlichen Hofburg ging der landesübliche Empfang voraus, zu dem die Schützenkompanie
Allerheiligen aufmarschiert war. Unter den zahlreichen Ehrengästen befanden sich neben Vizebürgermeister
Franz X. Gruber, Stadträtin Dr. Marie-Luise Pokorny-Reitter, Stadträtin Univ.-Prof. Dr. Patrizia Moser,
Stadtrat Ernst Pechlaner und VertreterInnen des Gemeinderates unter anderem auch Bischof Manfred Scheuer, VertreterInnen
des diplomatischen Korps, BehördernvertreterInnen, EhrenzeichenträgerInnen sowie eine Delegation aus
der Partnerstadt Sarajevo.
Zu Beginn des Festaktes wurde im Rahmen eines von Prälat Dr. Florian Huber vorgetragenen Gebets sowie einer
Gedenkminute der verstorbenen Alt-Bürgermeisterin Hilde Zach gedacht.
„Eine engagierte und durchsetzungsstarke Politikerin“
„Der Kaiser-Maximilian-Preis wird für besondere Verdienste um die europäische Kommunal- und Regionalpolitik
verliehen und solche Verdienste hat sich Danuta Hübner in überreichem Maße und vielfältiger
Weise erworben“, erinnerte Landeshauptmann Günther Platter an die umfangreichen Aufgaben der Preisträgerin
als zuständiges Mitglied der Europäischen Kommission und Vorsitzende des für Regionalpolitik zuständigen
Ausschusses des Europäischen Parlamentes. „Für das Land Tirol ist die EU-Regionalpolitik von großer
Bedeutung. Nur durch ein gemeinsames Auftreten der Makroregionen können wir Europa erfolgreich weiterentwickeln.
Die Regionalpolitik Tirols und der europäischen Regionen wird immer untrennbar mit der diesjährigen Preisträgerin
verbunden bleiben.“
„Aufgrund meiner europapolitischen Tätigkeiten hatte ich die Freude und Ehre, mit Danuta Hübner sowohl
im Ausschuss der Regionen als auch im Europarat immer wieder persönlich in Kontakt zu treten“, so Landtagspräsident
DDr. Herwig van Staa. „Ich habe sie dabei als eine überaus engagierte und durchsetzungsstarke europäische
Politikerin kennengelernt, die sich vor allem für die Stärkung des ländlichen Raumes und der grenzüberschreitenden
Zusammenarbeit in Europa eingesetzt hat. Die Neuausrichtung und bessere finanzielle Ausstattung des Strukturfonds
war ihr ein besonderes Anliegen und davon hat auch Tirol immer wieder profitiert.“
„Wir freuen uns, dass mit Danuta Hübner heute eine Frau ausgezeichnet wird, die uns mit ihrem Durchsetzungsvermögen
und ihrer Überzeugungskraft gezeigt hat, wie sehr man unser politisches Umfeld positiv gestalten und nachhaltig
verändern kann“, betonte Bürgermeisterin Mag.a Christine Oppitz-Plörer. „Wir brauchen glaubwürdige
Persönlichkeiten und ich bin davon überzeugt, dass wir mit Danuta Hübner eine Preisträgerin
haben, die weiterhin auf nationaler und internationaler Ebene einen großen Beitrag zu einem gemeinsamen Europa
leisten wird“, erinnerte Bgm. Oppitz-Plörer daran, dass die Grundlagen des Zusammenlebens zwar immer mehr
auf europäischer Ebene definiert werden, die wichtigen Entscheidungen im Leben der BürgerInnen aber nach
wie vor in den Gemeinden und Regionen getroffen werden.
„In meiner Funktion als EU-Kommissarin war ich schon mehrmals hier in Tirol zu Gast und es war für mich ein
besonderes Vergnügen, sowohl die Vertreterinnen und Vertreter der Behörden als auch die heimische Bevölkerung
einer der progressivsten und innovativsten Regionen Österreichs zu treffen“, so Danuta Hübner, die auch
privat zum Schifahren schon öfters in Tirol zu Gast war. „Ich möchte mich bei Ihnen für die Verleihung
des Kaiser-Maximilian-Preises recht herzlich bedanken. Ihre Entscheidung ehrt mich zutiefst. Alle großen
Preise und Verleihungen dienen als Ansporn dazu, noch mehr Einsatz und Engagement zu zeigen und so versichere ich
Ihnen, dass ich diese Ehre auch in meinem Fall so handhaben werde.“
Die Preisträgerin 2011
Die 1948 in Polen geborene Danuta Hübner ist Mitglied des Europäischen Parlamentes und Vorsitzende des
Ausschusses für Regionale Entwicklung (REGI). Die promovierte Wirtschaftswissenschafterin engagiert sich außerhalb
ihrer beruflichen Tätigkeit in einer Vielzahl politischer wie nichtpolitischer Organisationen, Stiftungen
und Einrichtungen.
Werdegang
Seit 2009 Mitglied des Europäischen Parlamentes
Ab Mai 2004 Mitglied der Europäischen Kommission, Brüssel (Kommissarin
für Regionalpolitik)
2003-2004 Ministerin für Europaangelegenheiten, Polen
2001-2003 Leiterin des Amtes des Komitees für Europäische Integration und
Staatssekretärin im Außenministerium Polen
2000-2001 Stellvertretende Generalsekretärin der Vereinten Nationen und
Exekutivsekretärin der Wirtschaftskommission für Europa der
Vereinten Nationen, Genf
1998-2000 Stellvertretende Exekutivsekretärin der Wirtschaftskommission
für Europa der Vereinten Nationen, Genf
1997-1998 Chefin der Kanzlei des Präsidenten der Republik Polen
1996-1997 Regierungsbevollmächtigte für die Bildung des Komitees für
Europäische Integration (KIE), Sekretärin des KIE im Rang
eines Staatssekretärs und Leiterin des Amtes des Komitees für
Europäische Integration (UKIE)
1995-1996 Chefunterhändlerin für die Mitgliedschaft Polens in der OECD
1994-1996 Unterstaatssekretärin im Ministerium für Industrie und Handel, Polen
Der Kaiser-Maximilian-Preis
Das Land Tirol und die Stadt Innsbruck haben im Jahr 1997 aus Anlass der Vollendung des 85. Lebensjahres des langjährigen
Bürgermeisters der Stadt Innsbruck und Präsidenten des Tiroler Landtages DDr. Alois Lugger in Anerkennung
seiner Verdienste um Europa den Kaiser-Maximilian-Preis (Europapreis für Regional- und Kommunalpolitik des
Landes Tirol und der Stadt Innsbruck) gestiftet. Erster Kaiser-Maximilian-Preisträger im Jahr 1998 war der
Präsident von Katalonien, Jordi Pujol.
Der Preis besteht aus einer Urkunde und einer Medaille (Schautaler von 1509 Kaiser Maximilian I.) sowie einem
Geldpreis in der Höhe von 10.000 €.
Auswahl der Preisträgerinnen und Preisträger
Mit der Verleihung des Kaiser-Maximilian-Preises werden jährlich außerordentliche Leistungen von Persönlichkeiten
und Institutionen aus dem Bereich der europäischen Regional- und Kommunalpolitik ausgezeichnet. Besondere
Berücksichtigung finden Bemühungen um die Verwirklichung des Grundsatzes der Subsidiarität, der
Inhalte der Charta der Lokalen Selbstverwaltung und der Charta der Regionalen Selbstverwaltung des Europarates.
Bisherige Preisträgerinnen und Preisträger
1998 Jordi Pujol, Präsident von Katalonien
1999 Dr. Josef Hofmann, Ehrenpräsident des Rates der Gemeinden und Regionen Europas
2000 Luc van den Brande, Präsident der Versammlung der Regionen Europas
2001 Baroness Farrington of Ribbleton, Großbritannien
2002 Erwin Teufel, Ministerpräsidenten des Landes Baden Württemberg, und
Dr. Heinrich Hoffschulte, 1. Vizepräsident des Rates der Gemeinden und
Regionen Europas
2003 Alain Chénard, Präsident des Kongresses der Gemeinden und Regionen Europas a. D.
2004 Elisabeth Gateau, Generalsekretärin der Weltunion der Kommunen
2005 Jan Olbrycht, Mitglied des Europäischen Parlaments
2007 Dr. Michael Häupl, Präsident des Rates der Gemeinden und Regionen Europas
Graham Meadows, Generaldirektor a.D. der Europäischen Kommission
2008 Dora Bakoyannis, griechische Außenministerin
2009 Giovanni Di Stasi, ehem. Präsident des Kongresses der Gemeinden und Regionen
Europas
2010 Halvdan Skard, ehemaliger Präsident des Kongresses der Gemeinden und
Regionen Europas |