Justizministerin Beatrix Karl bringt Sonderausstellung
aus Berlin nach Wien
Wien (bmj) - Er gilt als einer der Cheforganisatoren des Holocaust: Adolf Eichmann, geboren in Deutschland,
aufgewachsen in Linz. Als Leiter des "Judenreferats IV B4" war er führend mitverantwortlich für
die Deportation und Ermordung von rund sechs Millionen Menschen.
Ihm wurde 1961 in Jerusalem der Prozess gemacht, der mit einem Todesurteil endete. Diesem aufsehenerregenden Gerichtsverfahren
widmet sich die Sonderausstellung "Der Prozess - Adolf Eichmann vor Gericht" des Justizministeriums,
die ab 18. Oktober in der Aula des Justizpalastes gezeigt wird.
"Die Ausstellung ermöglicht den Besuchern eine Retrospektive auf einen der spektakulärsten Kriegsverbrecherprozesse
des vergangenen Jahrhunderts. Im Zuge des Besuches hat man die Möglichkeit sich mit grundlegenden Rechtsfragen
auseinanderzusetzen", meint Justizministerin Beatrix Karl, die sich dafür eingesetzt hat, dass die Sonderausstellung,
die in Berlin für großes Publikumsinteresse gesorgt hat, auch im Wiener Justizpalast gezeigt wird.
Anhand von ausschnittartigen Einblicken in das vielschichtige Geschehen des Verfahrens und Originalfilmaufnahmen
wird der Frage nach Schuld und Verantwortung Einzelner im NS - System, der Entführung des Angeklagten in einer
Geheimdienstaktion sowie der neuen Rolle der Zeitzeugen, die im Zuge des Eichmann-Prozesses erstmals Gehör
fanden, nachgegangen. "Die Frage, ob und inwieweit schwerst traumatisierten Opfern eine Schilderung ihrer
Erlebnisse zugemutet werden kann, ist heute ebenso aktuell wie die Rolle der Medien in der Prozessberichterstattung",
so Karl.
Die Ausstellung kann von 18. Oktober bis 15. Dezember 2011 Montag bis Samstag zwischen 9 bis 16 Uhr in der Aula
des Justizpalastes besichtigt werden. Der Eintritt ist frei. |