Resultate der für Restitutionsfälle eingesetzten Kommission
Graz (lk) - Die Landesregierung hat im September 2011 eine Kommission für die Restitutionsfälle
von Bildern, die im Universalmuseum als „zu restituieren" identifiziert worden sind, eingesetzt, in denen
sich keine eindeutige Rechts- und Sachlage ermitteln lässt.
Diese Kommission hat den Restitutionsfall „Anton Romako, Südfranzösische Bäuerin - Sammlung Oskar
Reichel" behandelt. Im entsprechenden Dossier ist festgehalten, dass mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit
davon auszugehen ist, dass das seinerzeit von der Neuen Galerie erworbene Bildnis einer südfranzösischen
Bäuerin von Anton Romako ein Kunstgegenstand ist, der während der Zeit der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft
seinen Eigentümern entzogen worden ist. Hinsichtlich der Zuordnung des gegenständlichen Bildes zu der
Sammlung Oskar Reichels gibt es eine Vielzahl an Indizien, die diese Zuordnung wahrscheinlich erscheinen lassen,
wonach eine Restitution an die Erben von Oskar Reichel durchaus geboten scheint.
Weiters hat sich die Kommission mit den Restitutionsfällen (zwei Ölbilder) von Jakob Alt, Partie von
Castellamare am Golf von Neapel bei Sonnenuntergang / Seestimmung mit Segelbooten und von Thomas Ender, Südtiroler
Landschaft, die Zenoburg bei Meran - beide aus der Sammlung Valerie Eisler - befasst. Die Recherchen haben ergeben,
dass Teile der Kunstsammlung der Jüdin Valerie Eisler 1941/42 an die Neue Galerie des Joanneums gegangen sind.
Valerie Eisler wurde am 11. Jänner 1942 von Wien nach Riga deportiert und dort im Konzentrationslager ermordet.
Auch hier ist die Kommission zu dem Schluss gekommen, dass die beiden Bilder an die Erben zu restituieren sind.
Auf Antrag von Kulturlandesrat Christian Buchmann ist die Landesregierung der Empfehlung der Kommission am 26.01.
einstimmig gefolgt. |