Suchtmittelbericht 2011: Rund 70 Anzeigen täglich 

 

erstellt am
05. 11. 12

Wien (bmi) - Im Jahr 2011 wurden in Österreich 25.892 Anzeigen nach den Straftatbeständen des Suchtmittelgesetzes erstattet, was einem Anstieg von 8,55 Prozent gegenüber 2010 (23.853 Anzeigen) entspricht. Der erneute Anstieg ist das Ergebnis zahlreicher Schwerpunktaktionen, des verstärkten Kontrolldrucks auf der Straße sowie der engen internationalen Zusammenarbeit.

2011 entfielen 24.129 Anzeigen auf strafbare Sachverhalte im Zusammenhang mit Suchtgiften, 1.759 Anzeigen auf Straftatbestände hinsichtlich psychotroper Stoffe und vier Anzeigen auf Straftatbestände betreffend Drogenausgangsstoffe. Insgesamt wurden im Vorjahr 16.405 Personen nach dem Suchtmittelgesetz in Österreich angezeigt. Die Menge an sichergestellten Drogen ist 2011 im Vergleich zum Vorjahr gesunken. Das ist auf mehrere Großsicherstellungen im Jahr 2010 zurückzuführen. Der Schwarzmarktwert der sichergestellten Drogen lag 2010 bei 49,3 Millionen Euro und 2011 bei 26,2 Millionen Euro.

Österreich ist geprägt durch seine Lage an der "Balkan-Route" und als Drogentransitland und nicht als Erzeugerland einzustufen. Maßgebliche Faktoren sind der Transit aus den Quellenregionen von Heroin- und Opiatprodukten in Afghanistan quer durch Europa sowie der Transit von Kokain, der mitunter über den Flughafen Wien-Schwechat erfolgt.

Die Drogenverteilung im Inland wird größtenteils durch ausländische kriminelle Gruppierungen vorgenommen – insbesondere aus der Türkei, Serbien, Mazedonien und Kroatien sowie aus Nord- und Westafrika. Die Nachfrage nach illegalen Suchtmitteln in Österreich wird hauptsätzlich durch den illegalen Drogeneinfuhr gedeckt. Eine Ausnahme zeigt sich im Bereich der Cannabisproduktion: Das über das Internet leicht erhältliche Equipment sowie die Aufzuchtsinformationen ermöglichen auch in Österreich eine Cannabisproduktion hoher Qualität. Cannabiskraut zählt weiterhin zu den am stärksten konsumierten Suchtgiften.

Suchtmittelkriminalität – ein Kontrolldelikt
Die Bekämpfung der Drogenkriminalität erfordert einen hohen personellen, technischen und zeitlichen Ressourceneinsatz. "Der erneute Anstieg ist das Ergebnis zahlreicher Schwerpunktaktionen und des verstärkten Kontrolldrucks auf der Straße einerseits und der engen internationalen Zusammenarbeit andererseits", sagte Innenministerin Mag.a Johanna Mikl-Leitner.

Die international organisierte Suchtmittelkriminalität ist ein globales Phänomen mit gravierenden Auswirkungen im regionalen und kommunalen Bereich. "Um diesem Problem effektiv und nachhaltig entgegenzutreten, bedarf es wirksamer Strategien und einer Vielzahl an Maßnahmen", sagte die Innenministerin. Um die Drogenproduktion und den Transport einzudämmen, arbeiten die österreichischen Sicherheitsbehörden intensiv an internationalen Operationen gegen Drogennetzwerke im In- und Ausland mit.

Neben der Bekämpfung der Dealernetzwerke wird ein besonderer Stellenwert auf Prävention gelegt. Alarmierend sei die Anzahl der Drogenersteinsteiger bei den 14- bis unter 18-Jährigen: 2009 waren es 395, im Jahr darauf 708 und im vergangenen Jahr 670. "Dabei wird als Einstiegsdroge zumeist Cannabiskraut konsumiert", sagte Mikl-Leitner. Es werden daher speziell zum Schutz jugendlicher Drogenkonsumentinnen und -konsumenten zahlreiche polizeiliche Maßnahmen zur Reduktion des Angebots gesetzt. "Das Bundesministerium für Inneres wird sich in den nächsten Monaten daher verstärkt unter dem Motto ‚intensive Betreuung und strenge Kontrolle‘ den jugendlichen Erstkonsumentinnen und -konsumenten widmen. Um der Suchtmittelkriminalität effektiv und nachhaltig entgegenzutreten, bedarf es einer wirksamen Strategie und einer Vielzahl an Maßnahmen. Diese werden wir in den kommenden Wochen präsentieren", betonte die Innenministerin.

 

 

 

zurück