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Neuerliche Debatte um das Bankgeheimnis
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erstellt am
08. 04. 13
14.00 MEZ
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Fekter:
Werde für Erhalt des Bankgeheimnis in Österreich kämpfen!
„Datenschutz ist hohes Gut. Wir werden unbescholtene Bürger weiter schützen,
aber auch weiterhin Vorreiter im Kampf gegen Steuersünder sein.“
Wien (bmf) - Im Zuge der nun wieder entflammten Diskussion rund um das österreichische Bankgeheimnis
hält Finanzministerin Dr. Maria Fekter fest: „Ich werde auch künftig für den Erhalt des Bankgeheimnis
in Österreich kämpfen, denn ich will weder einen Schnüffelstaat noch sinnlose Datenfriedhöfe.
Die Österreicher haben auch wenn es um´s Ersparte geht, ein Recht auf Privatsphäre.“ Sparer, die
sich etwas zur Seite legen, seien nicht per se Kriminelle. Das Bankgeheimnis ist bereits heute kein Schutz für
Verbrecher und Kriminelle, da es schon jetzt auf Anfrage einer Behörde im Einzelfall aufgehoben werden kann.
Österreich Vorreiter im Kampf gegen Steuersünder
Viel effizienter im Kampf gegen Steuersünder sind gezielte Abkommen mit Staaten wir der Schweiz oder Liechtenstein,
wie sie erst kürzlich abgeschlossen wurden. „Wir holen uns aus diesen Abkommen über 1,5 Milliarden Euro
von Steuersündern zurück, ohne des Bankgeheimnis zu opfern. So macht man das richtig und dieses Modell
ist ausgesprochen effizient“, so Fekter. Bereits heute sei das Bankgeheimnis kein Schutz für Verbrecher und
Kriminelle, daher fordert Fekter „einen raschen Stopp dieser irreführenden Debatte.“ Selbstverständlich
werde schon heute in Österreich – wie dies weltweit Standard ist – im Einzelfall auf Anfrage einer Behörde
Auskunft erteilt.
Bankgeheimnis schützt Standort
Die Wertschöpfung durch das Bankgeheimnis für den Standort Österreich ist enorm, denn neben hohen
Steuereinnahmen, hängen wirtschaftliche Impulse und tausende Arbeitsplätze daran. Fekter: „Wer für
die Abschaffung des Bankgeheimnisses ist, gefährdet heimische Arbeitsplätze und hemmt das Wirtschaftswachstum.
Das werde ich nicht zulassen!“
Österreich ist mit einer 25prozentigen Kapitalertragsteuer (KESt) alles andere als eine Steueroase, vielmehr
sind wir Hochsteuerland und definitiv kein Anreiz für Steuerflucht. Andererseits lässt man Steuerparadiese
in Europa, wie die Kanalinseln von Großbritannien oder Monaco im Hinterhof Frankreichs zu. Angesichts dieser
Tatsachen sei es für Fekter „scheinheilige Tatsachenverdrehung“, wenn man das heimische Bankgeheimnis kritisiere.
„Ich werde auf EU-Ebene auch weiterhin gegen den automatischen Datenaustausch und für das österreichische
Bankgeheimnis kämpfen“, schloss Fekter.
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Swoboda: Österreich muss Kampf gegen Steuerhinterziehung ernst nehmen
Finanzministerin Fekter muss endlich ihre schützende Hand über die Steuervermeider
und -hinterzieher zurückziehen
Wien (sk) - "Die Aufdeckung der massiven Transfers von Geldern in verschiedene Steuerparadiese zum Zwecke
der Steuervermeidung müsste der letzte Anlass sein, endlich in Europa den Kampf gegen die Steuerhinterziehung
ernst zu nehmen", sagt Hannes Swoboda, Vorsitzender der sozialdemokratischen Fraktion im Europäischen
Parlament, am 08.04. gegenüber dem SPÖ-Pressedienst. "Nach der Bereitschaft Luxemburgs sollte nun
auch Österreich den Informationsaustausch verbessern und Lücken schließen, um Steuerhinterziehung
erfolgreich bekämpfen zu können."
Swoboda: "Finanzministerin Fekter muss endlich ihre schützende Hand über die Steuervermeider und
-hinterzieher zurückziehen. Sie schützt durch ihren Widerstand nicht die kleinen Sparer, wie sie vorgibt,
sondern diejenigen, die etwas zu verbergen haben. Das sind diejenigen, die große Guthaben vor den Steuerbehörden
verstecken wollen. Die Zeche zahlen dann diejenigen, die nichts zu verstecken haben bzw. nicht verstecken können."
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Mölzer: Bankgeheimnis für kleine heimische Sparer muss bleiben
Nicht Durchschnittssparer, sondern ausländische Oligarchen und Supereiche ins Visier
nehmen - Warum geht es um Österreich und nicht um Steueroasen wie die Cayman-Inseln?
Wien (fpd) - Die Interessen der kleinen heimischen Sparer müssten auf jeden Fall gewahrt bleiben, nahm
der freiheitliche Delegationsleiter im Europäischen Parlament, Andreas Mölzer, zur Diskussion über
eine Lockerung des österreichischen Bankgeheimnisses Stellung. "Der Kampf gegen Steuerbetrug und Geldwäsche
darf nicht dazu führen, dass Bankkunden unabhängig von der Höhe ihrer Einlagen durchleuchtet werden",
hielt Mölzer fest.
Anders verhalte es sich, so der freiheitliche EU-Mandatar, bei ausländischen Anlegern, wenn diese Millionenbeiträge
in heimischen Banken bunkern wollen. "Oligarchen oder andere Superreiche sind es in der Regel, die in besonderem
Maße für Steuerbetrug anfällig sind. Sie sind ins Visier zu nehmen und nicht die Großmutter,
die für die Ausbildung ihres Enkelkindes ein paar Tausend Euro zur Seite gelegt hat. Wenn Steuerbetrug wirklich
bekämpft werden soll, dann muss man zielgerichtet vorgehen und nicht die Durchschnittssparer einem Pauschalverdacht
aussetzen", betonte Mölzer.
Zudem warnte der freiheitliche Europaabgeordnete vor einer Alibi-Debatte. "Wenn es tatsächlich um die
Austrocknung von Steueroasen geht, dann stellt sich die Frage, warum ausgerechnet Österreich im Mittelpunkt
steht. Wenn es der EU in dieser Sache Ernst ist, dann ist nicht Druck auf die Alpenrepublik auszuüben, sondern
auf problematische Finanzplätze wie die britischen Kanalinseln, die Cayman-Inseln oder die Bermudas",
schloss Mölzer.
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Bucher: Finger weg vom Bankgeheimnis!
Österreich hat die notwendigen Hausaufgaben gemacht.
Wien (bzö) - BZÖ-Chef Klubobmann Josef Bucher spricht sich strikt gegen die geplante schrittweise Abschaffung
des Bankgeheimnisses aus: "Finger weg vom österreichischen Bankgeheimnis! Die Kontodaten der Österreicherinnen
und Österreicher gehen keine ausländische Behörde etwas an. Wenn die EU-Kommission bei der Bekämpfung
der Arbeitslosigkeit auch nur annähernd so engagiert wäre, wie beim Kampf gegen das österreichische
Bankgeheimnis, wäre ganz Europa geholfen". Bucher weist darauf hin, dass bei einem begründeten Verdacht
auf eine strafbare Handlung das Bankgeheimnis sowieso aufgehoben werden kann.
Der BZÖ-Bündnisobmann erinnert daran, dass Österreich mit dem Beschluss des Amtshilfedurchführungsverfahren
im September 2009 die geforderten OECD-Standards erfüllt hat. "Österreich hat die notwendigen Hausaufgaben
gemacht. Eine noch stärkere Aushöhlung des Bankgeheimnisses wäre massiv gegen die Interessen Österreichs
und würde einen Kapitalabfluss aus Österreich bedeuten. Das Bankgeheimnis muss unangetastet bleiben und
darf keinesfalls gelockert werden", so Bucher.
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Kogler: Faymann/Spindelegger und Fekter betreiben doppelte Gaunerei
Bankgeheimnis schützt Steuerkriminelle, Mafia und Oligarchen
Wien (grüne) - "Ausländische Steuerkriminelle dürfen nicht länger in Österreich
ihren Zufluchtsort haben", stellt Werner Kogler, stv. Bundessprecher der Grünen, fest. "Es braucht
nun rasch einen vollständigen Datenaustausch in der Europäischen Union, damit ausländische Steuerbetrüger
und Großkriminelle nicht länger gedeckt werden. Die derzeitige Situation in Österreich nutzt Steuerbetrügern
großen Stils und dient dem Verstecken von Verbrechensgeldern der Mafia und Schwarzgeldern der Oligarchen."
"Rot und Schwarz müssen endlich ihre Blockade aufgeben. Denn es ist eine doppelte Gaunerei, die Faymann,
Spindelegger und Fekter hier betreiben. Schlimm genug, dass in Österreich Steuerbetrüger und Großkriminelle
unerkannt Unterschlupf finden. Zusätzlich torpedieren Faymann, Spindelegger und Fekter in ihrem populistischen
Starrsinn beim Bankgeheimnis, dass die gesamte EU schärfere Maßnahmen gegenüber Steueroasen durchsetzen
könnte." Denn durch Österreichs Blockade wird die Verhandlungsaufnahme der EU-Kommission für
ein weitgehendes Betrugsbekämpfungsabkommen verhindert. Österreich ist demnächst das einzige EU-Land,
das dieses Abkommen zur Betrugsbekämpfung verunmöglicht. "Das alles nützt nur den Banken und
richtet sich gegen die ehrlichen SteuerzahlerInnen und SparerInnen", kritisiert Kogler. "Alles in allem
richten Faymann/Spindelegger & Co einen riesigen Imageschaden für Österreich an."
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Lugar: Bankgeheimnis muss bestehen bleiben!
Wien (str) - "Das Bankgeheimnis in Österreich muss bestehen bleiben - ob es der EU passt, oder
nicht. Denn das Bankgeheimnis ist eine wichtige Grundlage für das Vertrauen der Menschen in die Geldinstitute",
mahnt Team Stronach Klubobmann Robert Lugar. Er erinnert, "dass das Vertrauen der Menschen in die Banken wichtig
für das Funktionieren der Wirtschaft ist." Eine Aufweichung oder gar Abschaffung bezeichnet Lugar als
"sträflicher Leichtsinn", der in Panikbehebungen und damit einem Zusammenbrechen des Bankensystems
enden könnte.
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