Wien (statistik austria) - Die Inflationsrate für Juni 2013 betrug nach Berechnungen von Statistik Austria
2,2% (Mai 2,3%). Die leichte Abschwächung der Preisdynamik ist auf eine vergleichsweise moderate Preisentwicklung
bei den Ausgaben für Nahrungsmittel sowie "Freizeit und Kultur" zurückzuführen. Auch die
Ausgabengruppe "Nachrichtenübermittlung" wirkte diesen Monat nicht mehr preistreibend, und Bekleidungsartikel
waren billiger als vor einem Jahr. Die Preisreduktionen bei Treibstoffen fielen jedoch merklich geringer aus als
zuletzt.
Der Indexstand des Verbraucherpreisindex 2010 (VPI 2010) für den Monat Juni 2013 lag bei 108,1. Gegenüber
dem Vormonat (Mai 2013) blieb das durchschnittliche Preisniveau unverändert.
Ausgaben für Nahrungsmittel und Wohnen für fast die Hälfte der Inflation verantwortlich
Als Hauptpreistreiber im Jahresabstand erwies sich die Ausgabengruppe "Nahrungsmittel und alkoholfreie
Getränke" (durchschnittlich +4,4%; Einfluss: +0,52 Prozentpunkte). Ausschlaggebend dafür waren weiterhin
deutliche, aber etwas schwächer gewordene Teuerungen bei Nahrungsmitteln, die im Jahresabstand durchschnittlich
+5,1% (Juni 2013) gegenüber +5,4% (Mai 2013) betrugen: Fleisch +6,3%, Gemüse +10,5%, Obst +7,9%, Brot
und Getreideerzeugnisse +2,9%, Milch, Käse und Eier insgesamt +3,1%. Billiger wurden hingegen alkoholfreie
Getränke (durchschnittlich -0,8%; Mineral-/Tafelwasser -6,1%).
Die durchschnittlichen Teuerungen von 2,4% in der Ausgabengruppe "Wohnung, Wasser, Energie" (Einfluss:
+0,47 Prozentpunkte) waren in erster Linie auf den Preisanstieg für Haushaltsenergie zurückzuführen
(durchschnittlich +3,1%; Strom +5,8%, Fernwärme +5,2%, Gas +0,1%, Heizöl jedoch -2,4%). Die Instandhaltung
von Wohnungen kostete um 1,9% mehr, und Wohnungsmieten waren insgesamt um 2,6% höher als vor einem Jahr.
In der Ausgabengruppe "Restaurants und Hotels" (durchschnittlich +3,0%; Einfluss: +0,26 Prozentpunkte)
waren Bewirtungsdienstleistungen durchschnittlich um 3,7% teurer, Beherbergungsdienstleistungen wurden hingegen
um insgesamt 0,2% billiger.
In der Ausgabengruppe "Freizeit und Kultur" (durchschnittlich +1,2%; Einfluss: +0,15 Prozentpunkte) stiegen
die Kosten für Freizeit- und Kulturdienstleistungen im Jahresabstand nicht mehr so stark wie zuvor (Juni:
+2,1%, Mai: +3,7%). Die Preise für elektronische Geräte (Audiovisions-, Fotografie-, EDV-Geräte)
fielen stärker als zuletzt (Juni: -5,2%, Mai: -2,8%).
Zu den durchschnittlichen Teuerungen von 0,7% in der Ausgabengruppe "Verkehr" (Einfluss: +0,10 Prozentpunkte)
trugen einerseits teurere Verkehrsdienstleistungen bei (insgesamt +3,4%), andererseits höhere Kosten für
Instandhaltung und Reparaturen (insgesamt +3,1%). Treibstoffe waren im Jahresabstand nur noch um insgesamt 1,4%
billiger (Mai: -5,2%).
Die Ausgabengruppe "Nachrichtenübermittlung", deren Jahresveränderungsrate im Mai 2013 noch
deutlich über dem Durchschnitt lag (+5,2%), war im Juni beinahe preisstabil (durchschnittlich +0,4%; Einfluss:
+0,01 Prozentpunkte), was durch eine moderatere Preisentwicklung bei Mobiltelefonen und ihren Grundentgelten zu
erklären ist.
Als Hauptpreisdämpfer im Jahresabstand erwies sich die Ausgabengruppe "Bekleidung und Schuhe" (durchschnittlich
-0,6%; Einfluss: -0,04 Prozentpunkte). Ausschlaggebend dafür waren billigere Bekleidungsartikel (insgesamt
-0,7%).
Unverändert gegenüber Mai 2013: +0,0%
Die Preissteigerungen und Preisrückgänge gegenüber Mai 2013 haben sich insgesamt ausgeglichen.
Als Hauptpreistreiber im Monatsabstand erwies sich die Ausgabengruppe "Freizeit und Kultur" (durchschnittlich
+1,2%; Einfluss: +0,15 Prozentpunkte). Hauptverantwortlich dafür waren saisonbedingt teurere Pauschalreisen
(insgesamt +8,2%).
Hauptpreisdämpfer im Monatsabstand war die Ausgabengruppe "Bekleidung und Schuhe", deren Preise
aufgrund des beginnenden Sommerschlussverkaufs durchschnittlich um 4,0% (Einfluss: -0,24 Prozentpunkte) zurückgingen
(Bekleidungsartikel -4,4%, Schuhe -3,8%)
Teuerung laut harmonisiertem Verbraucherpreisindex im Juni 2013: +2,2%
Der Indexstand des auf europäischer Ebene harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI 2005) lag im Juni
2013 bei 118,79 (Mai: 119,00 revidiert). Die harmonisierte Inflationsrate betrug 2,2% (Mai 2,4%) und war damit
gleich hoch wie die des nationalen VPI. Gewichtungsunterschiede zwischen VPI und HVPI können unterschiedliche
Inflationsraten bewirken (siehe methodische Informationen). Deutliche Teuerungen in der Ausgabengruppe "Restaurants
und Hotels" (jeweils höhere Gewichtsanteile im HVPI als im VPI) erhöhten den HVPI stark gegenüber
dem VPI. Kompensiert wurde dies vor allem durch Ausgaben für die Instandhaltung von Wohnungen sowie für
Versicherungsdienstleistungen (jeweils geringere Gewichtungsanteile im HVPI als im VPI), die den HVPI gegenüber
dem VPI dämpften.
Teuerung für Pensionistenhaushalte im Juni 2013 bei +2,4%
Die Teuerungsrate des Preisindex für Pensionistenhaushalte (PIPH 2010) betrug im Juni 2013 2,4% (Mai 2,5%).
Der Indexstand des PIPH lag bei 108,5. Die Differenz zum VPI von 0,2 Prozentpunkten wurde vor allem von deutlichen
Teuerungen in der Ausgabengruppe "Gesundheitspflege", bei Nahrungsmitteln sowie bei Sozialschutzdienstleistungen
(jeweils höhere Gewichtsanteile im PIPH) verursacht. Preisanstiege in den Ausgabengruppen "Erziehung
und Unterricht" sowie "Restaurants und Hotels" (jeweils geringere Gewichtsanteile im PIPH) schlugen
hingegen im PIPH weniger durch als im VPI.
Inflation beim täglichen Einkauf über dem Durchschnitt
Das Preisniveau des Mikrowarenkorbes, der hauptsächlich Nahrungsmittel enthält und den täglichen
Einkauf widerspiegelt, erhöhte sich im Juni 2013 um 3,6% (Mai 3,3%). Das Preisniveau des Miniwarenkorbes,
der einen wöchentlichen Einkauf abbildet und neben Nahrungsmitteln und Dienstleistungen auch Treibstoffe enthält,
stieg im Jahresabstand, so wie die allgemeine Inflationsrate, um 2,2% (Mai 0,9%). Die Entwicklung der Treibstoffpreise
trug dazu wesentlich bei.
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