Wien (bmg) - Postpartale Depression bezeichnen psychische Krisen, die innerhalb der Zeit der Schwangerschaft
und der Phase nach der Geburt auftreten. Das Gesundheits- ministerium macht nun mit einer Broschüre auf mögliche
psychische Veränderungen rund um die Schwangerschaft und Geburt aufmerksam. Gesundheitsminister Alois Stöger
erklärt: "Die Lebensumstellung während der Schwangerschaft und nach der Geburt bringt viele Herausforderungen
mit sich. So kann die Geburt auch unerwartet mit schwermütigen und psychisch belastenden Gedanken und Gefühlen
verbunden sein. Für Frauen mit postportalen Depressionen und deren Angehörige ist es wichtig, rasch professionelle
Hilfe und Unterstützung zu bekommen."
Neben der psychischen Belastung können auch körperliche Beschwerden wie Herzrasen, Schwindel und Zittern
auftreten. Die postpartale Depression unterscheidet sich grundlegend vom bekannten "Baby Blues", der
zwar ebenfalls mit heftigen Gefühlen einhergehen kann, aber keine weitere Behandlung erfordert. Eine solche
ist jedenfalls nötig, wenn der Alltag nicht mehr alleine bewältigt werden kann.
Für Gesundheitsminister Stöger darf postpartale Depression kein gesellschaftliches Tabu mehr sein und
er appelliert, die Anzeichen nicht zu ignorieren: "Die betroffenen Frauen sind nicht alleine. Postpartale
Depressionen kommen relativ häufig vor, etwa jede sechste Frau ist nach der Geburt davon betroffen. Bei anhaltender
Müdigkeit, Ängsten, Zweifel oder Mutlosigkeit suchen Sie bitte rasch Hilfe bei einer Beratungsstelle."
Umfassende Information bietet die Broschüre "eigentlich sollte ich glücklich sein". Das Bundesministerium
für Gesundheit hat auf Basis eines Projekts des Wiener Programms für Frauengesundheit einen österreichweiten
Ratgeber zu psychischen und sozialen Belastungen nach der Geburt entwickelt. Der Ratgeber für Mütter,
Väter und Angehörige listet anhand von vielen Beispielen mögliche Symptome einer postpartalen Depression
auf, bietet vorbeugende Tipps und gibt einen Überblick über sämtliche Beratungsstellen in ganz Österreich.
Anhand einer Checkliste kann rasch festgestellt werden, ob die Gefahr einer Erkrankung besteht.
Die Broschüre steht auf der Website des Bundesministeriums für Gesundheit zum Download zur Verfügung,
eine Printversion kann gratis bestellt werden:
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