Wien (statistik austria) - Die durchschnittliche Inflationsrate des Verbraucherpreisindex (VPI 2010) im Jahr
2013 betrug 2,0%. Sie lag damit laut Statistik Austria unter den Werten des Jahres 2012 (+2,4%) und 2011 (+3,3%),
jedoch knapp über dem Wert des Jahres 2010 (+1,9%). Im langjährigen Vergleich entsprach sie genau dem
Durchschnitt der Jahre 2001 bis 2010 (+2,0%). Übers Jahr gesehen wurde die höchste Teuerung im Jänner
2013 erreicht (+2,7%), die niedrigste im Oktober und November (jeweils +1,4%), bevor sie im Dezember auf 1,9% sprang.
Im gesamten Verlauf des Jahres 2013 wurde die Inflation von der Preisdynamik bei Wohnen und Nahrungsmitteln geprägt.
Treibstoffe waren im Jahr 2013 Preisdämpfer, im Jahr 2012 waren sie noch Preistreiber gewesen.
Wichtigster Preistreiber: "Wohnung, Wasser und Energie"
Den stärksten Einfluss (+0,45 Prozentpunkte) auf die Jahresinflation hatten die Preisanstiege in der Ausgabengruppe
"Wohnung, Wasser, Energie" (durchschnittlich +2,3%). Teuerungen bei der Instandhaltung von Wohnungen
(insgesamt +2,4%; Einfluss: +0,14 Prozentpunkte) sowie höhere Mieten (insgesamt +3,2%; Einfluss: +0,13 Prozentpunkte)
waren dafür ausschlaggebend. Haushaltsenergie (Einfluss +0,09 Prozentpunkte) verteuerte sich durchschnittlich
um 1,8% (Strom +4,5%, Fernwärme +4,2%, jedoch Heizöl -5,1%, Gas -0,2%). Bei der Wohnungsinstandhaltung
nahm der Preisauftrieb mit jedem Quartal zu, bei Mieten sowie bei der Haushaltsenergie hingegen mit jedem Quartal
ab. Betriebskosten für Mietwohnungen stiegen insgesamt um 3,9%, jene für Eigentumswohnungen um 4,1%.
Zweitwichtigster Preistreiber: "Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke"
Die durchschnittliche Teuerung von 3,4% in der Ausgabengruppe "Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke"
(Einfluss: +0,41 Prozentpunkte) wurde fast ausschließlich von höheren Kosten für Nahrungsmittel
verursacht (durchschnittlich +3,9%; Einfluss +0,41 Prozentpunkte). Nach deutlichen Preisanstiegen im zweiten Quartal
(Höchststand +5,4% im Mai) nahm die Preisdynamik bis zum vierten Quartal wieder ab (Tiefststand +2,8% im Dezember).
Gegenüber 2012 verteuerten sich im Jahresdurchschnitt Fleisch um 4,9%, Brot und Getreideerzeugnisse um 3,1%,
Milch, Käse und Eier insgesamt um 3,3%, Gemüse um 5,1% und Obst um 3,2%. Alkoholfreie Getränke blieben
insgesamt annähernd preisstabil (insgesamt +0,2%; Einfluss: +0,00 Prozentpunkte).
Drittwichtigster Preistreiber: "Restaurants und Hotels"
Zu den durchschnittlichen Preisanstiegen von 3,2% in der Ausgabengruppe "Restaurants und Hotels"
(Einfluss: 0,27 Prozentpunkte) trugen größtenteils teurere Bewirtungsdienstleistungen bei (durchschnittlich
+3,6%; Einfluss: +0,25 Prozentpunkte). Beherbergungsdienstleistungen kosteten um 1,3% mehr (Einfluss: +0,02 Prozentpunkte).
Preisdämpfer "Verkehr"
In der Ausgabengruppe "Verkehr" (durchschnittlich -0,3%; Einfluss: -0,04 Prozentpunkte) erwies sich
die äußerst volatile Preisentwicklung der Treibstoffe (durchschnittlich -3,8%; Einfluss: -0,16 Prozentpunkte)
als ausschlaggebend: der Jänner und der Februar wiesen noch ein Plus auf (+0,2% bzw. +0,4%), danach folgten
nur noch negative Veränderungsraten, der Tiefststand lag im April bei -7,2%, im Dezember wurden -3,2% erreicht.
Im Gegensatz dazu kosteten Instandhaltung und Reparaturen von privaten Verkehrsmitteln insgesamt um 3,2% (Einfluss:
+0,05 Prozentpunkte) mehr. Verkehrsdienstleistungen verteuerten sich um 2,4% (Einfluss: +0,05 Prozentpunkte).
Teuerung laut harmonisiertem Verbraucherpreisindex im Jahr 2013: +2,1%
Die Inflationsrate des harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI 2005) war mit 2,1% niedriger als im Jahr
2012 (+2,6%). Der Unterschied zum VPI von 0,1 Prozentpunkten resultiert aus Gewichtungsunterschieden zwischen VPI
und HVPI. Verteuerungen insbesondere in der Ausgabengruppe "Restaurants und Hotels", aber auch bei Freizeit-
und Kulturdienstleistungen (jeweils höhere Gewichtsanteile im HVPI als im VPI, da Ausgaben ausländischer
Touristen nur im HVPI enthalten sind) erhöhten den HVPI gegenüber dem VPI um 0,17 und um 0,02 Prozentpunkte.
Ausgaben für die Instandhaltung von Wohnungen (geringere Gewichtungsanteile im HVPI als im VPI, weil eigentümergenutztes
Wohnen konzeptgemäß im HVPI nicht inkludiert ist) dämpften den HVPI gegenüber dem VPI um weitere
0,08 Prozentpunkte. Ausgaben für Versicherungsdienstleistungen (geringere Gewichtungsanteile im HVPI als im
VPI; im HVPI nur mit den Nettobeträgen, also Prämien minus Schadenszahlungen gewichtet) dämpften
den HVPI um zusätzliche 0,03 Prozentpunkte.
Teuerung für Pensionistenhaushalte im Jahr 2013: +2,2%
Die Teuerungsrate des Preisindex für Pensionistenhaushalte (PIPH 2010) betrug im Jahr 2013 2,2% und fiel
damit geringer aus als im Jahr 2012 (+2,6%). Die Differenz zum VPI von 0,2 Prozentpunkten wurde vor allem von Teuerungen
in der Ausgabengruppe "Gesundheitspflege" (+0,20 Prozentpunkte; höhere Gewichtsanteile im PIPH)
verursacht. Gestiegene Kosten für Nahrungsmittel, für die Instandhaltung von Wohnungen sowie für
Sozialschutzdienstleistungen (jeweils höhere Gewichtsanteile im PIPH) erhöhten den PIPH gegenüber
dem VPI um 0,05 sowie um jeweils 0,03 Prozentpunkte. Verbilligungen bei Treibstoffen (geringere Gewichtsanteile
im PIPH) dämpften den PIPH nicht so stark wie den VPI, dies erhöhte den PIPH um zusätzliche 0,04
Prozentpunkte. Höhere Kosten für Bewirtungsdienstleistungen sowie in der Ausgabengruppe "Erziehung
und Unterricht" (jeweils geringere Gewichtsanteile im PIPH) dämpften hingegen den PIPH um jeweils 0,05
Prozentpunkte.
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