Von 23. Mai – 23. November 2014 im Museum im Zeughaus Innsbruck
Innsbruck (tlm) - Die kulturgeschichtliche Ausstellung im Museum im Zeughaus setzt sich mit dem reizvollen
Thema, die Welt dreidimensional abzubilden, auseinander. Dieser Wunsch besteht seit der Antike. Von der Definition
der Zentralperspektive in der zweidimensionalen Ebene über den physikalischen Nachweis des räumlichen
Sehens bis zur Entwicklung eigener Apparaturen, die die räumliche Wahrnehmung ermöglichen sollten, ist
es ein spannender Weg. 3D-Effekte sind uns heute in diversen Medien vertraut. Die Schau macht die bunte Welt in
3D mit Stereoskopen, Viewmaster, 3D-Brille, Kameras, Aufklapp-Bilderbüchern, Guckkasten, Diorama, Panoramakarten,
Reliefs und Bildmaterial aus unterschiedlichsten Zeitabschnitten greifbar.
Spätestens durch den Kassenschlager „Avatar“, der 2009 mit einer sensationellen 3D-Technik in die Kinos kommt,
erlebt der dreidimensionale Film ein außergewöhnliches Comeback. Das Rätsel, warum man dreidimensional
sehen kann, beschäftigt die Menschheit schon sehr lange. Obwohl auf der Netzhaut ein gesehenes Bild nur zweidimensional
dargestellt wird, ist unser Gehirn imstande, eine dreidimensionale Wahrnehmung zu produzieren. „Mit der Ausstellung
schlagen wir eine Brücke von der Entdeckung der Zentralperspektive über die erstaunlichen Experimente
ab dem 15. Jahrhundert, Dinge dreidimensional darzustellen, bis zur modernsten Computertechnik. Sowohl für
die Wissenschaft, aber auch in der Kunst und im Unterhaltungsbereich ist das Spiel mit der optischen Täuschung
ein reizvolles Thema“, hebt Dr. Claudia Sporer-Heis, Kustodin der Historischen Sammlungen der Tiroler Landesmuseen,
hervor.
Die Kunst der räumlichen Illusion
Die Zentralperspektive wird in der Frührenaissance entdeckt. Albrecht Dürer beschäftigt sich mit
Apparaturen, die durch die konstruierbare Perspektive Räumlichkeit vortäuschen. Die Sehnsucht nach der
Abbildung des Räumlichen führt zu weiteren Experimenten. Lesegeräte für Anamorphosen werden
entwickelt. Im 19. Jahrhundert wird räumliches Sehen physikalisch nachgewiesen. Es entstehen stereoskopische
Bilder, die einen dreidimensionalen Eindruck ermöglichen. Mit Beginn der Amateurfotografie im 20. Jahrhundert
werden verschiedene Kameras für Stereofotografie gebaut. Mit dem Anaglyphenverfahren kommt eine weitere Technik
aus dem 19. Jahrhundert zu Ehren. Dank Farbfilterbrillen können Bilder und Filme räumlich wahrgenommen
werden. Die aktuellen 3D-Kinofilme basieren auf dem Polarisationsverfahren. Hier wird das Licht durch Polfilterbrillen
gefiltert, wodurch der 3D-Effekt entsteht. In der Wissenschaft und in der Unterhaltungsindustrie ermöglicht
die Computertechnik heute beeindruckende 3D-Animationen.
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