"Brief nach Brüssel" vor 25 Jahren als Ausgangspunkt für weltweiten Erfolg
der österreichischen Wirtschaft – Wirtschaft von Anfang an Treiber für EU-Mitgliedschaft Österreichs
Wien (pwk) - „Vor genau 25 Jahren hat der damalige Außenminister Alois Mock den berühmten ‚Brief
nach Brüssel‘ übergeben. Die Wirtschaft war der zentrale Treiber hinter dieser Entscheidung der Bundesregierung.
Und das aus guten Gründen: Die EU-Mitgliedschaft macht sich für unser Land bis heute bezahlt. Österreich
ist einer der größten Nutznießer der europäischen Integration“, betont Wirtschaftskammer-Präsident
Christoph Leitl anlässlich des 25. Jubiläums der Übergabe des österreichischen Beitrittsantrages
an den damaligen französischen Außenminister und amtierenden EG-Ratspräsidenten Roland Dumas am
17. Juli 1989.
„Österreich verdankt der EU-Integration ein Mehr an Wachstum, ein Mehr an Beschäftigung und ein Mehr
an Wohlstand. Das sagt nicht die Wirtschaft, das belegen zahlreiche Studien“, so Leitl. „Jeden Euro, den Österreich
netto an Mitgliedsbeitrag an die EU überweist, bekommen wir dreifach in Form von mehr Wertschöpfung zurück.“
Natürlich seien einzelne Branchen unmittelbar nach dem Beitritt 1995 auch mit Strukturanpassungsproblemen
konfrontiert gewesen. „Die waren aber vorhersehbar und wurden von den Betrieben gut bewältigt. All das ist
längst kein Thema mehr.“
„Als Land im Zentrum Europas hat Österreich dank der EU-Mitgliedschaft durch eine Erweiterung seiner Identität
profitiert. Wenn unsere Betriebe heute nicht nur in Europa, sondern in der ganzen Welt erfolgreich sind und im
Export von einem Rekord zum nächsten gehen, so haben wir das insbesondere auch unserer Verankerung in der
europäischen Wirtschafts- und Wertegemeinschaft zu verdanken.
Zugleich wurde Österreich etwa mit dem Modell der ‚dualen Ausbildung‘ als wirkungsvollem Instrument bei der
Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit zum Vorbild für ganz Europa“, betont der WKÖ-Präsident
und verweist darauf, dass Österreich jetzt seine Hausaufgaben bei Bürokratieabbau und Reformen machen
müsse, um weiter erfolgreich zu sein.
Nicht zu verhehlen sei allerdings der zunehmende Vertrauensverlust der europäischen Bürgerinnen und Bürger
gegenüber der EU: „Europa muss noch viel mehr als bisher zu einem Projekt der Menschen werden: Durch entsprechende
Information und Kommunikation auf europäischer wie nationaler und regionaler Ebene, aber auch, indem es konkrete
und praxisorientierte Lösungen für die Anliegen und Probleme der Bürgerinnen und Bürger – an
erster Stelle die nach wie vor eklatant hohe Jugendarbeitslosigkeit - anbietet.“ Klar sei, so Leitl abschließend,
„dass Europa in der globalisierten Welt nur dann einen Unterschied machen kann, wenn es geeint auftritt und mit
einer Stimme spricht“.
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