Rom/Bozen (lpa) - Familiäre Netzwerke sind tragfähig. Daher ist es richtig und wichtig, Familien zu
fördern. Darin stimmten Arbeits- und Sozialminister Giuliano Poletti und Südtirols Landesrätin für
Familie und Verwaltung, Waltraud Deeg, überein. Bei ihrem Ministerbesuch in Rom informierte Landesrätin
Deeg am 23.07. über die familienpolitischen Maßnahmen in Südtirol und deponierte auch einen Wunschkatalog.
Die Familienpolitik stand im Mittelpunkt des ersten römischen Termins von Landesrätin Waltraud Deeg.
Am Sitz des Arbeitministeriums in der Via Veneto wurde sie von Arbeits- und Sozialminister Giuliano Poletti zu
einem rund einstündigen Gespräch empfangen. "Ich habe den Minister über die familienpolitischen
Maßnahmen in Südtirol, die Schaffung eines eigenen Ressorts für Familie und Verwaltung, die Errichtung
der Familienagentur und über unsere Initiativen für Familien beziehungsweise zur besseren Vereinbarkeit
von Familie und Beruf informiert", so die Landesrätin. Zur Sprache kamen die Themen Elternzeit und Arbeitsplatzgarantie
ebenso, wie die Möglichkeiten eines Pensions- und Familiensplitting zur finanziellen Besserstellung der erziehenden
und pflegenden Familienmitglieder.
Landesrätin Deeg sprach sich gegenüber dem Minister für die "Anerkennung von Erziehungszeiten
für die Rente", für eine Ausdehnung der Elternzeiten und für eine innovative und stärkere
Unterstützung der Familien auf gesamtstaatlicher Ebene aus.
Dass es notwendig sei, Familien zu fördern und zu unterstützen, darin pflichtete Minister Poletti der
Landesrätin bei. Die Regierung habe bereits einige Akzente gesetzt, so beispielsweise zur Vereinbarkeit von
Familie und Beruf in der Arbeitsmarktreform. Auch werde die Arbeit am neuen gesamtstaatlichen Familienplan fortgesetzt.
Die begrenzten Finanzmittel allerdings machten zusätzliche Maßnahmen - wie eine Ausdehnung der Elternzeiten
- nicht möglich. Auch dürften Betriebe in Krisenzeiten nicht zusätzlich belastet werden, betonte
Arbeitsminister Poletti. Mehr Flexibilität allerdings - so der Minister - könne auch ohne Zusatzinvestitionen
erreicht werden. Zudem setze die Regierung auf Steuererleichterungen für Familien mit Kindern.
Einig waren sich der Minister und die Landesrätin über den Wert der Wahlfreiheit zwischen Erziehungsarbeit
und Beruf. Auch das Thema des aktiven Alterns wurde besprochen.
Bei ihrem Besuch im Arbeitsministerium wurde Landesrätin Deeg von Senator Hans Berger, der auch der Arbeitkommission
im Senat angehört, der Kammerabgeordneten Renate Gebhard, dem Landtagsabgeordneten Helmuth Renzler sowie Ressortdirektor
Stefan Walder begleitet.
Der aus Imola stammende, 63-jährige Giuliano Poletti steht seit vergangenem Februar an der Spitze des Arbeits-
und Sozialministeriums, zuvor war der Agronom Präsident des gesamtstaatlichen Genossenschaftsbundes Legacoop,
Präsident von Coopfond (dem Fonds zur kooperativen Förderung von Legacoop) und Präsident der Vereinigung
der Genossenschaften. Neben seinen Verpflichtungen in Politik und Verwaltung ist er Vizepräsident des italienischen
Handballbunds.
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