In China beliebt: Lebensmittel- und Medizinprodukte vom Bodensee
Vorarlberg (biolago) - Eine chinesische Delegation der weltweiten Kontrollbehörde für Lebensmittel
und Arzneien hat in Konstanz Station gemacht. Bei einem Treffen mit Unternehmern informierte sie sich dabei über
innovative deutsche Produkte für den Gesundheitsmarkt sowie über Zulassungsbestimmungen und Zertifizierungen
in Europa. Die fünfköpfige Delegation wurde von Dr. Elke Schulz, Gründerin der Firma Erbasens,
Qi Xia-Wesp, Inhaberin der Aoyu Germany und Nikolaus Hopfenzitz, Geschäftsführer von MTS Medical, im
Steigenberger Inselhotel empfangen.
Schwerpunkt der Reise der Delegation der Food and Drug Administration (FDA) aus der chinesischen Provinz Anhui
war es, deutsche Gesundheitsprodukte im Allgemeinen und speziell Produkte zur Behandlung von Diabetes kennenzulernen.
Die Konstanzer Unternehmerin Elke Schulz informierte die Gäste über Curcuma, auch Gelbwurz genannt. Bei
der Verarbeitung ist es wichtig zu beachten, dass diese natürliche Substanz nur schwer wasserlöslich
ist. Später stellte sie das von ihr entwickelte Nahrungsergänzungsmittel vor.
Nikolaus Hopfenzitz von der Konstanzer Firma MTS Medical präsentierte ein Stoßwellentherapiesystem zur
Behandlung von Wunden beim diabetischen Fußsyndrom. Im Mittelpunkt stand die Einführung und die Anwendung
neuer Therapieverfahren in deutschen Krankenhäusern und Gesundheitszentren, um einen Vergleich mit chinesischen
Therapieformen ziehen zu können. Thema waren zudem Potenziale, die der chinesische Markt für diese Produkte
bietet. Qi Xia-Wesp, die auch Erbasens-Produkte in China vertreibt, bestätigte die großen Marktchancen
für Gesundheitsprodukte vom Bodensee: „Viele Chinesen leben sehr gesundheitsbewusst. Produkte aus Deutschland
stehen für Qualität und sind deshalb hoch im Kurs“, so Xia-Wesp.
Bürokratische Hürden erschweren Markteinstieg
Die von Erbasens entwickelten Nahrungsergänzungsmittel werden in China bereits über das Internet
vertrieben; künftig sollen sie dort auch in Apotheken angeboten werden. Um die Zu-lassung in China zu erhalten,
sind jedoch langwierige klinischen Tests erforderlich. Die Delegation sprach über die behördlichen Zuständigkeiten
und Zertifizierungen. Da die Zulassungsverantwortungen in China aber nach Bundes- und Provinzebene unterteilt
sind, können sich ausländische Produkte hier nur schwer etablieren. „Demnächst soll aber ein einheitliches
System eingeführt werden, das die Zulassung ausländischer Produkte erleichtert“, erklärte Xuan Qingsheng,
Generaldirektor der FDA Anhui. Elke Schulz und Nikolaus Hopfenzitz bezeichneten die unterschiedlichen Regelungen
für die Vergabe von Laborzertifikaten und Produktzulassungen als Hürde für deutsche Produkte auf
dem chinesischen Markt.
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