Zwei Drittel aller Unfälle in Wien wegen Ablenkung und Missachtung von Rotampeln - Überhöhte
Geschwindigkeit bei Unfällen mit Personenschaden fast immer begleitender Faktor
Wien (rk) - Die Stadt Wien und das Kuratorium für Verkehrssicherheit starten in diesen Tagen eine breit
angelegte Kampagne zum Thema Verkehrssicherheit. Unter dem Motto "Deppert, wenn´s scheppert" macht
die Kampagne auf Haupt-Unfallursachen aufmerksam, die zu einem beträchtlichen Anteil einfach zu vermeiden
wären. Ziel der Kampagne ist, das Bewusstsein dafür zu schärfen, dass bereits kleine Fehler oder
Unachtsamkeiten im Straßenverkehr schwerwiegende Folgen haben können.
Die Kampagne richtet sich gleichermaßen an AutofahrerInnen, RadfahrerInnen und FußgängerInnen
und thematisiert die Hauptunfallursachen Unachtsamkeit/Ablenkung, Missachtung roter Ampeln und die Auswirkung überhöhter
Geschwindigkeit auf das Unfallgeschehen.
"Unser Ziel ist, dass in Wien möglichst niemand mehr im Straßenverkehr ums Leben kommt. Und wir
wollen die Anzahl der im Straßenverkehr verletzten Menschen drastisch reduzieren. Viele Unfälle, die
im Straßenverkehr passieren, sind durch die Einhaltung einfacher Verkehrsregeln vermeidbar. Es gibt im Straßenverkehr
kein Kavaliersdelikt", so Maria Vassilakou, Wiener Verkehrsstadträtin und Vizebürgermeisterin.
"Dort, wo sich die Wege der Verkehrsteilnehmer kreuzen, ergibt die Kombination aus Ablenkung, nicht angepasster
Geschwindigkeit und fehlender Anhaltebereitschaft einen fatalen und oft auch tödlichen Cocktail", so
Dr. Othmar Thann, Direktor des KFV (Kuratorium für Verkehrssicherheit).
Die Stadt Wien verfolgt als langfristiges Ziel die Vision Zero bis 2020, also Null Todesopfer im Wiener Straßenverkehr.
Ebenfalls bis 2020 soll in Wien die Anzahl der im Straßenverkehr verletzten Personen um die Hälfte reduziert
werden. 2012 hat es in Wien 6.348 Unfälle mit Personenschaden gegeben, 2013 waren 5.774 Unfälle mit Personenschaden.
Das heißt, pro Tag gab es 2013 in Wien rund 16 Unfälle mit Personenschaden.
Unfallursachen
Ein Drittel aller Unfälle in Wien geschieht durch Unachtsamkeit. Hier spielt die Handynutzung eine wichtige
Rolle. Wer bei Tempo 50 nur eine Sekunde nicht auf die Straße schaut, legt fast 14 Meter im Blindflug zurück.
Ein weiteres Drittel der Unfälle geschieht aufgrund der Missachtung von roten Ampeln. Alle zwei Minuten wird
in Wien eine Ampel bei Rot überfahren. Dazu kommt, dass praktisch bei allen Unfällen mit Personenschaden
überhöhte Geschwindigkeit ein begleitender und erschwerender Faktor ist.
Die Kampagne wird von Radiospots, Schaltungen in Medien, Verteilaktionen an neuralgischen Kreuzungspunkten und
City-Lights bzw. 16-Bogen-Plakaten getragen und umfasst ein Gesamtbudget von 900.000 Euro. Der Zeitraum der Kampagne
ist April 2015. Die Sujets der Kampagne sind unter www.deppert-wenns-scheppert.at abrufbar. Die auftraggebende
Stelle der Stadt Wien ist die MA46. Die durchführende Agentur ist Demner, Merlicek und Bergmann.
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