Wien (rk) - Mit 30. April endet das diesjährige Winterpaket der Wiener Wohnungslosenhilfe. Wie jeden Winter
haben die Sondermaßnahmen das Ziel, dass in Wien niemand bei Eis und Schnee die Nacht im Freien verbringen
muss. Seit Anfang November wurde die Anzahl der Notschafplätze je nach Bedarf kontinuierlich aufgestockt.
Zu Spitzenzeiten standen im vergangenen Winter zu den 300 ganzjährig bestehenden Notschlafplätzen rund
550 zusätzliche Schlafplätze für Männer und Frauen zur Verfügung. Auch Menschen ohne Sozialanspruch
in Wien können diese von der Stadt geförderten Plätze im Winter nutzen. Die Auslastung stieg während
der Wintermonate an und ging im Frühling erwartungsgemäß wieder zurück. Insgesamt stellte
die Stadt Wien für das Winterpaket rund 3 Mio. Euro zur Verfügung.
"Die Erfahrung der vergangenen Jahre hat gezeigt, dass viele Menschen, die das Winterpaket nutzen, im Frühling
in ihre Heimat zurückkehren. Das sind aber nicht nur die Nachbarstaaten, sondern auch die benachbarten Bundesländer",
betont Anita Bauer, Leiterin des Fachbereichs Betreutes Wohnen beim Fonds Soziales Wien und verantwortlich für
das Winterpaket der Wiener Wohnungslosenhilfe. "Das Winterpaket hat erfolgreich verhindert, dass Menschen
auf der Straße erfrieren", so Anita Bauer. Während des Winters wurden auch die Personalressourcen
in Beratungs- und Betreuungseinrichtungen ausgebaut. Alle Maßnahmen werden vom Fonds Soziales Wien mit den
Partnerorganisationen Wiener Rotes Kreuz, Caritas, Samariterbund Wien und "wieder wohnen" abgestimmt,
koordiniert und gefördert. Viele Personen, die das Winterpaket nutzen, sind vor allem auf Arbeits-bzw. Perspektivensuche.
"Daher finanziert der Fonds Soziales Wien zusätzlich auch die Sozial- und Rückkehrberatung der Caritas,
deren Förderung sie vor kurzem verdoppelt hat", ergänzt Bauer.
Die Stadt Wien wendet für die Wohnungslosenhilfe jährlich über 50 Millionen Euro auf. Finanziert
werden damit rund 5.000 Wohn- und Schlafplätze in 90 Einrichtungen, aber auch Beratungseinrichtungen, Tageszentren
und Straßensozialarbeit. "Erst kürzlich haben wir zwei neue Tageszentren beim Hauptbahnhof und
beim Praterstern eröffnet, die das ganze Jahr über Beratung und Betreuung anbieten. Bis zu 100 Personen
können dieses Angebot zeitgleich in Anspruch nehmen", so Anita Bauer.
Ziel aller Angebote der Wiener Wohnungslosenhilfe ist die (Re-)Integration in die eigene Wohnung bzw. - wenn dies
nicht realistisch ist - die Vermittlung in Einrichtungen des "sozial betreuten Wohnens". Dieses Angebot
richtet sich an (ehemals) obdachlose Menschen und ermöglicht ihnen ein langfristiges, eigenständiges
Wohnen mit Betreuung. "Die Praxis zeigt: Eine Integration in den ersten Wohnungsmarkt kann nur über eine
Aufenthaltsverfestigung stattfinden, nicht über Nachtquartiere", erklärt Bauer abschließend.
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