1,3 Millionen Gäste in 10 Jahren - Jubiläumsjahr 2016 mit zahlreichen Veranstaltungen,
Tag der offenen Tür/Sonderschau "Rock Me Amadeus"/Symposium und Konzerte
Wien (rk) - Kaum ein anderer Komponist steht so sehr für die Musikstadt Wien wie Wolfgang Amadeus Mozart.
Etwa zweieinhalb Jahre lang, von 1784 bis 1787, lebte Mozart in einer Wohnung in der Domgasse 5 gleich hinter dem
Stephansdom im ersten Bezirk. Heute ist dem Musikgenie an diesem Ort ein ganzes Museum gewidmet. Rund um die Mozartwohnung
– die einzige, die in Wien bis heute erhalten geblieben ist – hat die Wien Holding ein einzigartiges Mozartzentrum
geschaffen. Vor knapp zehn Jahren wurde es eröffnet, am 27. Jänner 2006, anlässlich des damaligen
Mozartjahres.
In wenigen Wochen feiert also das Mozarthaus Vienna seinen zehnten Geburtstag. Das Haus steht deshalb im kommenden
Jahr ganz im Zeichen des Jubiläums und präsentiert sich mit einer Reihe von Konzerten und Ausstellungen
sowie einem „Tag der offenen Tür“ und der Sonderschau „Rock Me Amadeus“, die sich auf Spurensuche begibt,
um die Parallelen im Leben Mozarts und im Leben Hansi Hölzels, alias Falco, zu entdecken.
Am 03.12. zogen Wiens Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny, Wien Holding- Geschäftsführer Peter Hanke
sowie Gerhard Vitek, Direktor des Mozarthaus Vienna und Matti Bunzl, Direktor des Wien Museums, das die Mozartwohnung
kuratorisch betreut, Bilanz über die vergangenen zehn Jahre des Mozarthaus Vienna und präsentierten die
Höhepunkte aus dem Jubiläumsprogramm im Jahr 2016.
Mozart für 1,3 Millionen BesucherInnen seit der Eröffnung
„Das Mozarthaus Vienna ist eines unserer nachhaltigsten Projekte aus dem Mozartjahr 2006. Anlässlich des
250. Geburtstages des Musikers haben wir uns damals entschieden, Mozarts ehemalige Wiener Wohnung aus dem Dornröschenschlaf
zu erwecken, das Haus komplett zu sanieren und rundherum auf vier Etagen Mozarts Zeit, seine Welt und seine Musik
einem breiten Publikum näher zu bringen. Das Konzept hat ausgezeichnet funktioniert. Mehr als 1,3 Millionen
Gäste haben das Haus seit seiner Eröffnung besucht. Über 100 Konzerte sind im Konzertsaal im historischen
Kellergewölbe über die Bühne gegangen. Und mit mehr als einem Dutzend Sonderausstellungen wurde
dem Thema Mozart auch in wissenschaftlicher Hinsicht Raum gegeben. Das Mozarthaus Vienna ist heute ein fixer und
etablierter Bestandteil der Wiener Museumslandschaft“, so Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny.
Museum mit Strahlkraft
Zahlreiche Kooperationen der letzten zehn Jahre untermauern auch die Bedeutung des Mozarthaus Vienna für
die österreichische und internationale Klassikszene. Dazu zählt zum Beispiel der Gesangswettbewerb „Internationaler
Beaumarchais-Concours“, ein Projekt des Mozarthaus Vienna und der Wiener Staatsoper. Gute Beispiele dafür
sind auch die Sonderausstellungen in Zusammenarbeit mit der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien wie „Antonio
Salieri. Die Fakten“ oder „Christoph Willibald Gluck. Zum 300. Geburtstag“.
Durch die Kooperation mit der Stiftung Mozarteum Salzburg wurden im Mozarthaus Vienna auch besondere Leihgaben
präsentiert wie zum Beispiel im Herbst 2012 Mozarts Original Hammerflügel oder im Jahr 2014 das Original
Clavichord, auf dem Mozart seine letzten Werke komponierte. Auf Einladung des Medienkonzerns Yomiuri konnte sich
das Mozarthaus Vienna 2014 auch bei einem Japan-Gastspiel international präsentieren und so ein Millionenpublikum
erreichen.
Neben Ausstellungen und Konzerten bietet das Mozarthaus Vienna auch besondere Programmpunkte für Kinder und
Jugendliche als Beitrag zur Kulturvermittlung. Die Palette reicht von Kinder- und Schulführungen über
Mozart-Rätselralleys bis hin zu Kreativwett-bewerben in Sachen Mozart. Außerdem steht ein eigener Kinderaudioguide
zur Verfügung. Allein heuer wandelten bis dato über 8.000 Kinder und Jugendliche im Haus auf den Spuren
Mozarts.
Ehrgeiziges Projekt
Das Mozarthaus Vienna zählt zu den ehrgeizigsten Kulturprojekten der Wien Holding. Das in Privatbesitz
stehende Gebäude war in den 1990er Jahren zusehends verfallen. Im Vorfeld des Mozartjahres 2006 erhielt die
Wien Holding von der Stadt Wien den Auftrag, das Haus zu sanieren und rund um Mozarts Wohnung ein neues Mozartzentrum
einzurichten. Das Projekt wurde in nur 14 Monaten Bauzeit als PPP-Modell mit privaten Partnern realisiert. Für
seine multimedialen Präsentationen wurde das Haus unter anderem auch mit dem Staatspreis für Multimedia
& e-Business ausgezeichnet.
„Die Strahlkraft des Amadeus wird heuer rund 155.000 BesucherInnen ins Haus bringen, ein Rekordergebnis, das nur
im Eröffnungsjahr 2006 übertroffen wurde. Rund 85 Prozent der BesucherInnen kommen aus dem Ausland, wobei
Gäste aus Deutschland, Frankreich, USA, Italien, Spanien, Japan und zunehmend auch Korea am stärksten
vertreten sind. Auch wirtschaftlich entwickelt sich das Haus ausgezeichnet. Der operative Eigendeckungsgrad des
Museums – also die Kostendeckung durch Einnahmen aus Kartenverkauf, Shop, Gastronomie und Vermietungen – läuft
bereits in Richtung 75 Prozent und liegt damit weit über dem Durchschnitt der meisten anderen österreichischen
Museen”, so Wien Holding-Direktor Peter Hanke.
Mozarts Welt erleben
Im Mozarthaus Vienna erwartet die Mozartfans jeder Altersstufe eine umfassende Präsentation der Zeit,
in der Mozart lebte und der wichtigsten seiner Arbeiten. An keinem anderen Ort hat das Musikgenie mehr Musik komponiert
als hier. Besonderer Focus wird deshalb auf Mozarts Wiener Jahre gelegt, die den Höhepunkt seines Schaffens
darstellen. Insgesamt erhalten im Mozarthaus Vienna die BesucherInnen auf vier Ausstellungsebenen einen Einblick
in das Leben und Werk des Musikgenies.
Im Zentrum des Museums steht die Mozartwohnung, die vom Wien Museum kuratiert wird. „Als Direktor des Wien Museum
ist es mir eine große Freude, dem Mozarthaus Vienna zu seinem 10-jährigen Bestehen zu gratulieren und
mich für eine gelungene Zusammenarbeit zu bedanken. Die Mozartwohnung, das Herzstück des Mozarthauses,
ist die einzig erhaltene Wohnung des Komponisten in Wien. Sie ist deshalb nicht nur eine wichtige Außenstelle
des Wien Museum, sondern ein wahrlich globaler Erinnerungsort. Wir freuen uns, diesen auch in Zukunft und in Partnerschaft
mit dem Mozarthaus Vienna betreiben zu dürfen“, so Wien Museum-Direktor Matti Bunzl.
Prominente Mozarthaus Fans: von Madonna über John Kerry bis zu den Eagles
Auch zahlreiche Prominente aus Kultur und Politik waren schon zu Gast im Mozarthaus Vienna. Die Pop-Ikone Madonna
besuchte das Museum und dankte im Gästebuch mit den Worten „Thank you for inspiring us“. Die Mitglieder der
Rock- und Country-Band „The Eagles“ waren bei ihrem Besuch ebenfalls begeistert, genauso wie der Außenminister
der Vereinigten Staaten, John Kerry. Auch viele KünstlerInnen aus dem Klassik-Genre besuchen immer wieder
gerne das Mozarthaus Vienna wie etwa Placido Domingo, Thomas Hampson, Angelika Kirchschlager, Luca Pisaroni, Ildiko
Raimondi, Michael Schade u.v.a. Sie alle standen schon im hauseigenen Konzertsaal, dem Bösendorfer-Saal, auf
der Bühne.
Das Jubiläumsprogramm im Mozarthaus Vienna im Jubiläumsjahr 2016 im Überblick
Gerhard Vitek, Direktor des Mozarthaus Vienna, bringt die Philosophie und das Credo seines Hauses auf den Punkt:
„Als Direktor des Mozarthaus Vienna ist mein Credo ‚Mozart und Wien‘ in die Welt hinaus zu tragen. In den vergangenen
10 Jahren haben wir viel erreicht. Mit unserem vielfältigen Programm wollen wir Anstoß für die
Mozart Rezeption geben. Es ist mir wichtig langfristige Kooperationen einzugehen und mein ganz persönliches
Anliegen ist das Thema Kulturvermittlung für Kinder, den Musikliebhabern von morgen. Für den ‚besten
Mozart am Originalschauplatz‘ standen in künstlerischer Hinsicht in den vergangenen Jahren einige der prominentesten
Namen der internationalen Klassikszene. Ein sehr abwechslungsreiches Programm im Jubiläumsjahr soll auch neues
Publikum ins Mozarthaus Vienna locken.“
9. März bis 16. Mai 2016: Sonderschau „Rock Me Amadeus“ Was haben Falco und Mozart gemeinsam
Einer der Höhepunkte ist die neue Sonderausstellung „Rock Me Amadeus“, die vom 9. März bis 16. Mai
2016, laufen wird. Das Jahr 2016 markiert nicht nur ein Jubiläum für Mozart und das Mozarthaus Vienna,
sondern auch für Falcos Welterfolg „Rock Me Amadeus“. Im März 2016 jährt sich zum 30. Mal die Nummer
eins-Platzierung dieses vom Film „Amadeus“ inspirierten Songs in den US Billboard-Charts sowie in den britischen
Top 40. Aus diesem Anlass präsentiert das Mozarthaus Vienna in Kooperation mit der Falco Privatstiftung ab
März 2016 die Entstehungsgeschichte, Bedeutung und Wirkung dieses einzigartigen musikalischen Welterfolgs.
„Rock Me Amadeus“ sucht nach Parallelen in den Biografien von Johann Hölzel und Wolfgang Amadeus Mozart und
wirft mit teils nie zuvor gezeigten Dokumenten und Objekten, unter anderem aus dem Privatbesitz von Hölzel,
Licht auf den Menschen Johann Hölzel hinter der Kunstfigur Falco.
Start des Jubiläumsprogramms im Jänner mit Festakt und Tag der offenen Tür
Weitere Veranstaltungen im Jubiläumsjahr: Das Jubiläumsprogramm beginnt mit einem Festakt am 27.
Jänner 2016 für geladene Gäste. Der Abend wird unter anderem von der Mezzosopranistin Angelika Kirchschlager
und dem Pianisten Paul Gulda gestaltet.
Gleich danach öffnet das Mozarthaus Vienna ein ganzes Wochenende bei freiem Eintritt seine Pforten und zwar
beim Tag der offenen Tür am 30. und 31. Jänner 2016 mit speziellen Führungen und zahlreichen Aktivitäten
wie zum Beispiel Tanzworkshops für BesucherInnen.
Neue temporäre Ausstellung über Mozarts Komponistenalltag
Am 27. Jänner startet die Ausstellung: „Mozart im Mozarthaus. Highlights im Komponistenalltag“. Die temporäre
Ausstellung des Archivs der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien präsentiert die von Mozart in der Domgasse
5 komponierten Werke sowie die alltäglichen Gepflogenheiten seines künstlerischen Lebens zuhause. Im
Mittelpunkt stehen Mozarts persönliche und gesellschaftliche Situation, die Lebens- und Gedankenwelt des Musikgenies
– im Kontext der historischen Ereignisse – sowie Aspekte der Persönlichkeit, von denen die Mozartwohnung zeugt.
Kuratiert wird die Schau vom Musikwissenschaftler Prof. DDr. Otto Biba, Direktor Archiv, Bibliothek und Sammlungen
der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien. Die Ausstellung läuft bis 15. Jänner 2017.
Amadeus Symposium: 20. und 21. Oktober 2016, Neuer Museumskatalog und neue Mediainstallation
Thema des Symposiums ist „Die Mozart Rezeption der letzten Jahre“. Mit MozartexpertInnen und VertreterInnen
der bildenden und darstellenden Künste.
Der neue Museumskatalog „Mozart in Wien“, der anlässlich des zehnjährigen Jubiläums präsentiert
wird, ist Museumsführer und Mozartbuch in einem. Beiträge namhafter Mozart-Forscher wie Prof. Rudolf
Angermüller, Prof. DDr. Otto Biba und Prof. Gernot Gruber begleiten die Spurensuche im Museum Raum für
Raum und machen die Lektüre zu einem spannenden Rundgang durch die Geschichte des Hauses und das Wien der
Mozartzeit.
Ein Höhepunkt des permanenten Ausstellungsbereichs ist die hier im Haus komponierte Oper Le Nozze di Figaro.
Mit der Neuadaptierung zu diesem thematischen Schwerpunkt gehen diverse Erneuerungen einher, die den Präsentationsflächen
zusätzliche Attraktivität verleihen. In Kooperation mit Checkpoint Media zeigt das Mozarthaus Vienna
einen Überblick unterschiedlicher Figaro-Inszenierungen aus weltweit führenden Opernhäuser und die
unterschiedlichen Zugänge der jeweiligen Regisseure als New Media Installation; Aus sieben verschiedenen Inszenierungen
wichtiger Opernhäuser werden die großen Duettszenen und Arien im Vergleich über spezielle Monitore
eingespielt.
Konzertzyklus „Mozart Akademie“ im Frühjahr und Herbst
Der etablierte Fixpunkt im Konzertprogramm des Mozarthaus Vienna knüpft an die berühmten musikalischen
„Akademien“ an, jene Auftritte, die Mozart auf eigene Rechnung organisierte und mit denen er weite Kreise der Wiener
Gesellschaft in seinen Bann zog. Die Mozart Akademie 2016 konzentriert sich unter dem Titel „Zum Jubiläum“
vor allem auf Werke, die in den Jahren 1784 bis 1787 entstanden sind, jene Zeit also, in der Mozart das Haus in
der Domgasse 5, das heutige Mozarthaus Vienna, bewohnt hat. Charakteristikum des Zyklus ist die Einführung
in die Bedeutung der präsentierten Werke durch die KünstlerInnen selbst. Als Jubiläumszyklus sind
im Frühjahr und im Herbst 2016 jeweils drei Konzerte zu hören.
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