„Jung, vielfältig & urban: Für alle, für die es schneller gehen soll“
Wien (rk) - Im geförderten Wohnbau ist Wien seit vielen Jahren klarer „Europameister“. Mehr als 60
% der Wiener Bevölkerung leben mittlerweile in einer geförderten Wohnung oder Gemeindewohnung und profitieren
von erschwinglichen Mieten und einem starken Mieterschutz. Mit einer jährlichen Neubauleistung von rund 7.000
geförderten Wohnungen liegt Wien deutlich an der Spitze europäischer Metropolen. Diese Rekordleistung
wird die Stadt durch eine neue Wohnbau-Offensive um weitere 30 % aufstocken.
„Insgesamt 13.000 Wohneinheiten, davon rund 9.000 aus dem geförderten Bereich, werden ab 2017 realisiert.
Außerdem werden wir die Anzahl der neuen Gemeindewohnungen bis zum Jahr 2020 auf 4.000 verdoppeln“, so Bürgermeister
Michael Häupl und Wohnbaustadtrat Michael Ludwig im Rahmen eines Mediengespräches am 07.06.. Teil des
neuen Wohnbaupakets ist aber auch ein innovatives Sofortprogramm in System- und Leichtbauweise mit rund 1.000 Wohneinheiten.
2 Pilotprojekte mit insgesamt rund 330 Wohneinheiten stehen vor der Umsetzung, im heurigen Sommer wird der Call
für das Sofortprogramm erfolgen.
Vorteile des Sofortprogramms: Auch Grundstücke, die nur temporär (für einen Zeitraum von fünf
bis zehn Jahren) zur Verfügung stehen, können genutzt werden. Darüber hinaus können die qualitativ
hochwertigen Bausysteme (z.B. aus Holz oder Leichtbeton) in einer rascheren Bauzeit (ab Baureife des Grundstücks
in etwa sechs bis zwölf Monaten) errichtet werden. Das ist mindestens doppelt so schnell wie bei einer konventionellen
Bauweise. Die Nachhaltigkeit ist gewährleistet, denn nach Ablauf der Nutzung auf einem Grundstück werden
sie je nach Gebrauchszustand andernorts erneut aufgebaut oder recycelt. Die Verwendung von unterschiedlichen Baumaterialen
lässt optimal zugeschnittene Lösungen für die jeweiligen Grundstücke, aber auch genügend
Spielraum für eine innovative und vielfältige Architektur zu.
„Wir schaffen damit flexiblen und besonders kostengünstigen Wohnraum. Das ist vor allem für die wachsende
Gruppe junger Wienerinnen und Wiener, die ihren Lebensmittelpunkt noch nicht festlegen wollen, aber auch für
Menschen, die aus anderen Gründen temporären Wohnraum suchen, eine attraktive Option“, sagten Häupl
und Ludwig. Attraktiv sind auch die Konditionen für die NutzerInnen: Es ist kein Eigenmittelbeitrag erforderlich,
die Miete ist auf 7,50 Euro (brutto) pro Quadratmeter Nutzfläche begrenzt.
Die Errichtung der Bauten fördert die Stadt mit bis zu 600 Euro pro Quadratmeter Nutzfläche. Insgesamt
sind für das Sofortprogramm rund 30 Mio. Euro aus Wiener Wohnbaufördermitteln reserviert.
„Die Stadt beweist mit diesem einzigartigen Angebot für qualitätsvolles temporäres Wohnen erneut
europaweit ihre Innovationskraft und Vorreiterrolle“, so der Bürgermeister und der Wohnbaustadtrat abschließend.
Bezugs-Voraussetzung Wohnticket
Voraussetzung für den Bezug einer Wohnung des Sofortprogramms ist ein Wiener Wohnticket (früher:
Vormerkschein). Nähere Informationen für den Erhalt eines Wohntickets finden Sie hier > (Voraussetzungen sind etwa die Einhaltung von Einkommensgrenzen und ein fixer
mindestens 2-jähriger Hauptwohnsitz an der Einreichadresse)
Die Vergabe von 2/3 der Wohnungen erfolgt über die Wohnberatung Wien. Im Sinne einer gelungenen Integration
sind in Kooperation mit dem Fonds Soziales Wien auch 1/3 betreute Wohneinheiten vorgesehen, die über den FSW
an anerkannte Einrichtungen wie die Caritas vergeben werden.
Potenzielle Liegenschaften
Alle Projekte des Wiener Wohnbau-Sofortprogramms in System- und Leichtbauweise entstehen vorrangig auf Liegenschaften
mit den Widmungen Verkehrsband oder Betriebsbaugebiet oder anderweitig unpassenden Widmungen bzw. auf Arealen mit
Bausperren – also Arealen, die in absehbarer Zukunft nicht für den geförderten Wohnbau vorgesehen sind.
Die Liegenschaften befinden sich im Eigentum der Stadt Wien oder in jenem von Bauträgern. Die durchschnittliche
Wohnungsgröße liegt bei 50 Quadratmetern.
Die Pilotprojekte
Die Bauträger haben Projekte mit unterschiedlichen Konzepten aktiv an die Stadt Wien herangetragen und
zur Verfügung gestellt. Jetzt werden die Vorschläge evaluiert. Speziell die Erfahrungen aus den Verfahrensabläufen
werden rasch in die Umsetzung der weiteren Projekte einfließen.
Pilotprojekt Wien 21, Siemensstraße/Heinrich-von-Buol-Gasse/Josef-Brazdovic-Straße
Grundstücksgröße: 13.000 m2, Betriebsbaugebiet
Bauträger: Kallco
rund 230 Wohneinheiten
geplanter Baubeginn: Oktober/November 2016
geplante Fertigstellung: 4. Quartal 2017
Pilotprojekt Wien 22, Podhagskygasse
Grundstücksgröße: 5.220 m2, Wohngebiet mit Bausperre
Bauträger: Siedlungsunion
rund 100 Wohneinheiten
geplanter Baubeginn: Oktober/November 2016
geplante Fertigstellung: Oktober/November 2017
Die weitere Vorgangsweise
Zurzeit läuft die Eignungsprüfung für mögliche Flächen der Stadt Wien, die noch im Sommer
abgeschlossen sein wird. Liegenschaften der Stadt werden ausschließlich nach dem Baurecht oder Bestandvertrag
vergeben. Am 14. Juni 2016 wird die neue Förderschiene für das Sofortprogramm der Wiener Wohnbau-Offensive
dem Wiener Stadtsenat zur Beschlussfassung vorgelegt. Im Anschluss daran soll möglichst rasch der Call an
Bauträger für das Sofortprogramm erfolgen.
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