José Carreras veredelte das Goldene Buch der Stadt mit seinem Autogramm.
Barcelona/Graz (stadt) - Hoher Besuch am „La Diada Nacional de Catalunya“– dem Nationalfeiertag der Katalanen
am 11.09. – den Bürgermeister Siegfried Nagl im Rathaus empfing. Am gestrigen Samstag jubelte ihm noch das
Publikum in der Grazer Stadthalle begeistert zu, denn Tenor-Star Josep Maria Carreras i Coll, der Musikwelt besser
bekannt als José Carreras, lieferte ein Konzert der Sonderklasse. In Graz startete er seine „Abschieds“-Tournee,
die ihn später unter anderem noch nach Wien, Salzburg und Mailand führt. Wie lange diese Tournee dauern
wird? „Sicher zehn Jahre“, hoffte Nagl, worauf Carreras scherzte: Nein, so lange nicht. Ich denke nur neun."
Der katalanische Ausnahmesänger gastierte ja schon öfter in der Murmetropole, „Auch in der Grazer Oper“,
schwärmte Carreras, „aber ich fürchte, da waren einige der hier Anwesenden wohl noch Babys“.
Von stimmigen Treffen mit Menschen aus Katalonien wusste auch Nagl zu berichten: „Im Jahr 2004 kamen sicher 1.000
Menschen von dort nach Graz. Sie bildeten eine für die Region typische Menschenpyramide. Auch ich machte mit,
was mich ganz schön ins Schwitzen brachte, musste ich als Teil dieses Gebildes einen sicher 140 Kilo schweren
Mann aus Barcelona stützten. Der Choreograph der Pyramide schenkte mir darauf hin sein Hemd und seine Bauchbinde
mit den Worten: „Noch nie hat ein Bürgermeister bei so etwas mitgemacht. Jetzt sind Sie auch ein Katalane!“
Umgekehrt sprach Carreras in den höchsten Tönen vom Engagement der Grazer und der Steier in Bezug auf
die Abhaltung der Special Olympics World Winter Games, die im kommenden Jahr in Graz, Schladming und Ramsau über
die Bühne gehen. „Ich bin dieser Sache schon seit Langem verbunden“. Als Geste der Dankbarkeit bekam er von
Nagl Styriarte-CDs überreicht, die noch die Dirigentenhandschrift des heuer verstorbenen großen Sohnes
der Stadt, Nikolaus Harnoncourt, tragen.
Über Carreras Leidenschaft, den Fußball, genauer gesagt den FC Barcelona, hüllte der Star-Tenor
lieber den Mantel des Schweigens. „Da sprechen wir heute lieber nicht darüber“, so ein augenzwinkender Carrereas,
ob der gestrigen 1:2-Schmach gegen Aufsteiger Alaves.
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