620 Teilnehmer aus 83 Pfarren machten sich mit 12 Bussen im Rahmen der zweitägigen Arbeiterwallfahrt der
Katholischen ArbeiternehmerInnen-Bewegung (KAB) am 3. und 4. September 2016 auf den Weg zur Martinskirche in Bad
Goisern und nach Ebensee. Diözesanbischof Ägidius J. Zsifkovics: "Damit die Prinzipien der Freiheit,
Gleichheit und Brüderlichkeit zu einem wahren Martinsfest für alle Menschen werden, bedarf es der Spiritualität".
Martinsfeste feiern heißt, im Teilen eins zu werden und damit Horizonte der Einheit aufzuspannen, in denen
sich das gemeinsame Miteinander und die individuelle Vielfalt wechselseitig bereichern, befördern und befruchten.
Zu einem solchen Martinsfest wurde die 64. Burgenländische Arbeiterwallfahrt, bei der 620 Pilgerinnen und
Pilger am 3. und 4. September von Eisenstadt aus nach Bad Goisern und Ebensee aufbrachen und unter dem Motto "Im
Glauben teilen" das Vorbild des heiligen Martin im großen Jubiläumsjahr des burgenländischen
Diözesan- und Landespatrons in den Mittelpunkt stellten.
Brückenbauer zwischen Besinnung und Engagement: Martinus als Begleiter
Aus insgesamt 83 Pfarren nahmen die Pilger an der traditionellen, von Hildegard Weinreich organisierten Arbeiterwallfahrt
der KAB teil, die unter der Leitung von Generalvikar Martin Korpitsch stand. Bevor es am Samstag mit insgesamt
12 Bussen in Richtung Salzkammergut ging, wurde am Morgen eine Messe im Eisenstädter Martinsdom mit Diözesanbischof
Ägidius J. Zsifkovics gefeiert. In seiner Predigt stellte der Bischof das wegweisende, ebenso aktuelle wie
zeitlose Vorbild des heiligen Martin und der von ihm verkörperten und vorgelebten Kraftquellen der Solidarität,
Barmherzigkeit und Spiritualität in den Mittelpunkt. "Der heilige Martin ist der ideale Pilgerbegleiter,
weil er zwischen dem Sich-Besinnen und dem Sich-Engagieren, zwischen Zielstrebigkeit und Innehalten keine künstlichen
Widersprüche konstruierte, sondern Brücken baute", so Bischof Zsifkovics.
"Damit die Prinzipien der Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit zu einem wahren Martinsfest für
alle Menschen werden, bedarf es der Spiritualität. Die Martinstat der Mantelteilung veranschaulicht auf eindrucksvolle,
auf zeitlos inspirierende Weise die Bedeutung einer spirituellen Tiefendimension für ein Handeln nach menschlichen
und mitmenschlichen Grundwerten", so der Bischof in einer bewegenden Messe.
Im Anschluss an die Messfeier und einer Agape vor dem Martinsdom ging es für die über 600 Wallfahrer,
darunter Generalvikar Martin Korpitsch, mit 12 Bussen in das Salzkammergut. Nach einem Abendessen wurde eine Abendandacht
und Lichterprozession in der Pfarrkirche in Bad Goisern mit dem Generalvikar abgehalten.
Heiligsprechung Mutter Teresas begeistert Pilger
Die Grundstimmung der Arbeiterwallfahrt, im glaubend-hoffend-liebenden Teilen Martinsfeste zu feiern, verstärkte
sich noch zusätzlich durch das zeitliche Zusammenfallen mit zwei Ereignissen des weltweiten bzw. europäischen
Glaubenslebens: Denn einerseits wurde am Sonntag, als die Pilgergruppe in der Pfarrkirche Ebensee eine Messe feierte,
in Rom Mutter Teresa als leuchtendes Vorbild einer gelebten Barmherzigkeit heiliggesprochen. Und andererseits begann
ein symbolischer Martinsmantel am Sonntag ausgehend vom Martinus-Geburtsort Szombathely eine Reise auf der neuen
Route des europäischen Martinusweges – eine Reise, die bis zum 10. September die Diözese Eisenstadt entlang
der Stationen Markt. St. Martin, Mattersburg, Eisenstadt und Donnerskirchen durchwandern und schließlich
am 11. November an der Grabstätte des Heiligen, im französischen Tours, enden wird.
Zum 30. Mal auf Arbeiterwallfahrt
Vier TeilnehmerInnen an der 64. Burgenländischen Arbeiterwallfahrt, die am Sonntag nach dem Mittagessen
wieder zurück nach Eisenstadt ging, waren bereits 20. Mal, zwei sogar zum 30. Mal mit dabei. Im kommenden
Jahr soll die Pilgerfahrt der KAB nach Griffen und Ebenstein in Kärnten führen.
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