Botschaftertreffen in Salzburg: Konsularische Vertretungen Österreichs leisten weltweit
Hilfestellungen in Notfällen
Salzburg (lk) - Die Österreicherinnen und Österreicher reisen jährlich mehr als zehn Millionen
Mal ins Ausland, Tendenz steigend. Gerät man in einem fernen Land in Not, dann leisten die Mitarbeiterinnen
und Mitarbeiter des Außenministeriums in den konsularischen Vertretungen Hilfe an Ort und Stelle. "Die
Bürgerinnen und Bürger wenden sich hauptsächlich nach Unfällen, bei Erkrankungen oder Notfällen
in den Krisengebieten an uns", erklärte Petra Schneebauer, Leiterin des Bürgerservice des Außenministeriums,
kürzlich beim Botschaftertreffen, das auf Initiative von Landeshauptmann Wilfried Haslauer in der Salzburger
Residenz stattfand.
Die Art der in Anspruch genommenen Hilfeleistungen habe sich nicht geändert – auch nicht aufgrund aktueller
Entwicklungen, wie etwa die erhöhte Terrorgefahr. "Es steigt jedoch die Anzahl der Auslandsreisen kontinuierlich",
so Schneebauer. "Die Österreicherinnen und Österreicher sind immer häufiger unterwegs, vor
allem nimmt die Anzahl betagter Reisender zu. Sie nützen nicht nur die Sommermonate zur Erholung oder Entdeckung
ferner Länder, sondern auch vermehrt die übrigen Jahreszeiten." Das heißt daher auch, dass
die Hilfestellungen zunehmen: Alleine im vergangenen Jahr wurde weltweit von derzeit rund 100 österreichischen
Vertretungen im Ausland in mehr als 570.000 Fällen konsularische Unterstützung geleistet.
Schneebauer rät auf jeden Fall, sich vor einer Reise ins Ausland über die dortige Situation zu informieren
und die vom Außenministerium herausgegebenen Reiseinformationen und Reisewarnungen ernst zu nehmen. Die Liste
der betroffenen Länder kann auf der Website des Außenministeriums abgerufen werden. "Denn reist
man auf eigene Faust in ein von einer Reisewarnung betroffenes Land, dann kann auch kein konsularischer Schutz
garantiert werden", so Schneebauer, die auch einen besonderen Bezug zu Salzburg hat. Die promovierte Juristin
hat ihr zweites Hochschulstudium an der Juridischen Fakultät in Salzburg absolviert, und sie hat als kleines
Mädchen in Mauterndorf im Lungau, dem Heimatort ihrer Großmutter, Skifahren gelernt.
"Nach Salzburg zu kommen, ist immer wieder phantastisch, vor allem wenn man lange Zeit im Ausland gelebt hat.
Denn dann weiß man die spezielle Atmosphäre der Mozartstadt, die Schönheiten der Landschaft und
die besonders in Salzburg spürbare Hochkultur sehr zu schätzen", so Schneebauer abschließend.
Bürgerservice des Außenministeriums
Das Bürgerservice des Außenministeriums ist zentrale Auskunftsstelle in Konsularfragen. Es bietet Hilfeleistungen
und Schutzmaßnahmen für im Ausland in Not geratene Österreicherinnen und Österreicher (finanzielle
Notlage, Krankheit, Heimsendungen, Ableben) sowie konsularische Schutzmaßnahmen in Krisengebieten. Zudem
ist es ein wichtiger Angelpunkt der europäischen Zusammenarbeit im Bereich des konsularischen Krisenmanagements
sowie in Konsularfragen.
Notfallkarte und App auf Auslandsreisen immer dabei
Die Notfallkarte im praktischen Kreditkartenformat mit der rund um die Uhr erreichbaren Telefonnummer des Außenministeriums
kann per E-Mail: abtvi8@bmeia.gv.at bestellt werden. Die Notrufnummern und weitere Informationen sind auch auf
der App des Außenministeriums abrufbar. In dringenden Fällen sind das Bürgerservice oder der Bereitschaftsdienst
des Außenministeriums unter der Telefonnummer +43 1 90115-4411 rund um die Uhr zu erreichen. Für allgemeine
Anfragen steht an Werktagen in der Zeit von 8.30 bis 17.00 Uhr die Telefonnummer +43 1 90115-3775 zur Verfügung.
Petra Schneebauer – von Wels über Wien nach Salzburg
Petra Schneebauer wurde 1965 in Wels geboren, besuchte die Volksschule in Lambach, anschließend das Bundesgymnasium
Wels. Die Sponsion zur Mag. phil. erfolgte an der Universität Wien in den Fachbereichen Anglistik/Amerikanistik
und Romanistik (Französisch, Italienisch). Anschließend übte Schneebauer eine Lehrtätigkeit
an der Handelsakademie des Stiftes Lambach aus. Mit dem Dissertationsthema "Der Computer im Fremdsprachenunterricht.
Möglichkeiten und Grenzen der Computerverwendung im Französischunterricht. Diskussion linguistischer
und didaktischer Grundlagen" promovierte Schneebauer an der Universität Wien. Anschließend trat
sie in das Bundesministerium für auswärtige Angelegenheiten ein und schloss parallel dazu ein Doktorratsstudium
an der Universität Salzburg ab. Von 2001 bis 2007 war Schneebauer der Österreichischen Präsidentschaftskanzlei
dienstzugeteilt. Dort organisierte sie unter anderem auch die zahlreichen Besuche des ehemaligen Bundespräsidenten
Thomas Klestil mit ausländischen Staatsgästen nach Salzburg. Später war sie als stellvertretende
Beraterin für Außenpolitik für den ehemaligen Bundespräsidenten Heinz Fischer tätig.
Schneebauer war zudem Botschafterin an der Österreichischen Botschaft in Malta.
|