Partnerschaftsabkommen zwischen slowenischem Ljutomer und der Freistadt Rust unterzeichnet
Ljubljana/Eisenstadt (blms) - Anlässlich des Jubiläums 95 Jahre Burgenland und des 25. Jahrestages
der Unabhängigkeit der Republik Slowenien trafen Vertreter beider Länder am 15.11. zu einer gemeinsamen
Festveranstaltung im Ruster Seehof, Sitz der Weinakademie Burgenland, zusammen. Unter den zahlreichen Gästen,
die Bürgermeister Mag. Gerold Stagl begrüßen durfte, waren auch der Botschafter Portugals, der
Honorarkonsul Sloweniens, Dr. Peter Penkoff, die Landtagspräsidenten Christian Illedits und Rudolf Strommer,
Vertreter aus der Politik, der Wirtschaft und dem Tourismus zugegen. Beim vorangegangenen bilateralen Gespräch
zum Thema „Marketing für Regionen“, dem Landeshauptmann Hans Niessl und Landesamtsdirektor Mag. Ronald Reiter
seitens des Burgenlandes sowie Zdravko Pocivalsek, Minister für wirtschaftliche Entwicklung und Technologie,
Dr. Andrej Rahten, Botschafter der Republik Slowenien aufseiten Sloweniens beiwohnten, wurden weitere grenzüberschreitende
Kooperationen, insbesondere im Tourismus und beim Wein, erörtert. Die Unterzeichnung eines Partnerschaftsvertrages
zwischen der Freistadt Rust und der slowenischen Stadt Ljutomer zur gemeinsamen touristischen Vermarktung der Weißweinsorte
Furmint sollte dazu den Auftakt bilden.
Hintergrund des Treffens in Rust war die Absicht, die Kooperationen zwischen dem Burgenland und der Republik Slowenien
auszubauen und Projekte im Bereich Wein zu starten. Der Auftakt dafür sollte die Festveranstaltung anlässlich
der Jubiläen „95 Jahre Burgenland“ und „25. Jahrestag der Unabhängigkeit der Republik Slowenien“ sein.
Niessl verwies in seiner Festansprache auf die Gemeinsamkeiten zwischen dem Burgenland und der Republik Slowenien.
„Beide Länder haben unter schwierigen Voraussetzungen eine erfolgreiche wirtschaftliche Entwicklung geschafft
und die historischen Veränderungen durch den Fall des Eisernen Vorhangs und nicht zuletzt durch den Beitritt
zur Europäischen Union gut genutzt“. Die verstärkte grenzüberschreitende Zusammenarbeit vor allem
mit den östlichen Nachbarländern Ungarn, Slowakei und Slowenien – einer der Schwerpunkte in den vergangenen
Jahren und Jahrzehnten – hätte viel zum Aufstieg und zum positiven Weg des Burgenlandes beigetragen, erklärte
Niessl. Mit Slowenien konnten bereits verschiedene Projekte umgesetzt oder auf den Weg gebracht werden; die Schwerpunkte
der Zusammenarbeit liegen in den Bereichen Forschung, Innovation und Entwicklung, erneuerbare Energie, Kultur und
Tourismus, aber auch im Bereich der Mobilität.
Botschafter Andrej Rahten betonte, Slowenien sei dem Burgenland dankbar für die Unterstützung, die es
als Fürsprecher für die Unabhängigkeit Sloweniens vor 25 Jahren an den Tag gelegt habe. Das Burgenland
könne in vielen Bereichen ein Vorbild für die junge Republik sein. Minister Pocivalsek hob den großen
gegenseitigen Respekt und die freundschaftliche Verbindung zwischen den Nachbarländern hervor. Trotz der nur
wenige Kilometer langen gemeinsamen Grenze bestünden viele gemeinsame Interessen, die man in der Zukunft verstärkt
durch Kooperationen fördern wolle.
Gerade bei den Themen Tourismus und Wein sieht Niessl nun Potential für die Zusammenarbeit mit den Nachbarn.
Die im Burgenland heute fast vergessene alte Rebsorte Furmint, in Ungarn Basis des Tokajer, in Slowenien unter
dem Namen „Sipon“ und im Burgenland nur mehr in Rust angebaut, soll künftig gemeinsam touristisch vermarktet
werden. Dazu wurde ein Partnerschaftsabkommen zwischen der im Nordosten Sloweniens gelegenen Stadt Ljutomer und
der Freistadt Rust unterzeichnet. „Ich bin überzeugt, dass auch diese Partnerschaft wichtige Impulse für
die Zusammenarbeit zwischen Slowenien und dem Burgenland bringen wird und dazu beitragen kann, die erfolgreiche
Entwicklung, die wir im Tourismus haben, weiter auszubauen und zu festigen“, so Niessl.
Zum Abschluss stand eine Verkostung Ruster und slowenischer Furmints am Programm.
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