Wien (öad) - Am Abend des 13.12. wurden die Siegerinnen und Sieger vom BMWFW, vertreten durch Sektionschefin
Barbara Weitgruber, und den Projektleiterinnen und -leitern im Festsaal der Universität Wien ausgezeichnet.
„Wir müssen eine Brücke zwischen Expert/innen und Laien bauen und neue Prozesse für die gemeinsame
Wissensfindung etablieren. Durch die Beteiligung der Bevölkerung rückt die Wissenschaft näher an
die betroffenen Personen heran und bekommt neue unkonventionelle Blickwinkel für die Arbeit. Ich bedanke mich
bei allen ausgezeichneten Personen für ihren Einsatz für Wissenschaft und Forschung. Das große
Interesse an diesem Award zeigt, dass Citizen Science ein wichtiges Thema mit viel Potenzial für die Zukunft
ist“, so Wissenschaftsminister Reinhold Mitterlehner.
Die Fragestellungen der Forschungsprojekte waren in diesem Jahr besonders vielfältig: Wie lassen sich Online-Labore
für den Unterricht nutzen? Wie kann anhand von vergrabenen Teebeuteln die Zersetzungsrate organischen Materials
in Böden gemessen werden? Wie verbreitet ist die schwedische Kerbameise im Ötztal? Zu diesen und weiteren
Themen wurden die Daten via Apps, E-Mails, Fragebögen und Online-Formularen an die jeweiligen Forschungsteams
übermittelt.
Die Gewinnerinnen und Gewinner
Ausgezeichnet wurden 17 Schulen und 20 Vereine, Gruppen bzw. Einzelpersonen. Von der Volksschule bis zur HTL
waren alle Schultypen mit dabei, auch ein Kindergarten und ein Nachbarschaftsgarten beteiligten sich. Für
die ausgezeichneten Schulen gab es Preisgelder von bis zu 1.500 Euro pro Projekt. Die Einzelpersonen bzw. Gruppen
und Vereine erhielten Sachpreise und eine finanzielle Widmung, die an das jeweilige Forschungsteam zu Gunsten des
Projekts geht. Einen Sonderpreis gab es für die Weinbergschule Seekirchen am Wallersee, die mit einem kreativen
Video weitere Personen davon überzeugten, beim Projekt Abenteuer Faltertage mitzumachen. Insgesamt beteiligten
sich knapp über 3.300 Personen aus ganz Österreich und sieben weiteren europäischen Ländern
am Citizen Science Award 2016.
Was Citizen Science mit Ebola und Erdbeben zu tun hat
Welchen wichtigen Beitrag Bürgerinnen und Bürger in Krisensituationen durch das Sammeln von Daten
leisten können, veranschaulichte Felix Delattre vom Humanitarian Open Street Map Team (HOT). Bei seinem Vortrag
zum Thema „Missing Maps: Mitmach-Technologien für die Hilfe im Katastrophenfall“ zeigte er auf, wie Gegenden,
die auf keiner Karte existieren, durch Freiwillige aufgezeichnet werden. Im Katastrophenfall kann auf diesem Weg
schnell Hilfe mobilisiert werden. Das Kartographieren ist dabei einfach vom Wohnzimmersofa aus umzusetzen. So konnten
bei der Ebola-Krise 2014 und beim Erdbeben in Nepal 2015 die Rettungskräfte gezielt unterstützt werden.
Wissenschaft und Gesellschaft
Als Citizen Science wird eine Arbeitsmethode bezeichnet, bei der wissenschaftliche Projekte partizipativ mit
interessierten Amateurinnen und Amateuren durchgeführt werden. Der Citizen Science Award wird vom Zentrum
für Citizen Science koordiniert. Das vom BMWFW finanzierte und beim OeAD angesiedelte Zentrum informiert über
Initiativen und organisiert Projekte, um das Interesse an Forschung zu fördern.
Die Citizen Science Awards wurden 2016 zum zweiten Mal vergeben. War 2015 nur Schulen die Teilnahme möglich,
ist die Teilnahme seit 2016 für alle Interessierten möglich.
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