…aber auch mehr Arbeitslose als vor einem Jahr
Wien (statistik austria) - 4.284.200 Personen waren laut Statistik Austria im 3. Quartal 2016 in Österreich
erwerbstätig und 279.200 arbeitslos (internationale Definition). Im Vergleich zum 3. Quartal 2015 stieg die
Zahl der unselbständig Erwerbstätigen um 75.800 auf 3.740.500, die Anzahl der Selbständigen sowie
auch der mithelfenden Familienangehörigen veränderte sich kaum. Beschäftigungszuwachs wurde besonders
bei ausländischen Staatsangehörigen und älteren Erwerbstätigen beobachtet. Anders als in den
drei vorangegangenen Quartalen legte Teilzeit wieder stärker zu als Vollzeit. Mit 279.200 Arbeitslosen und
einer Arbeitslosenquote von 6,1% erreichte die Arbeitslosigkeit ein höheres Niveau als im Vorjahr (249.500
bzw. 5,6%). Diesen arbeitslosen Personen standen 73.000 offene Stellen gegenüber, ähnlich viele wie im
3. Quartal des Vorjahres (72.200).
Gegenüber dem 2. Quartal 2016 ergab sich ein teils saisonbedingter Anstieg der Erwerbstätigkeit, insbesondere
bei Männern. Die Zahl der Arbeitslosen blieb auf dem Niveau des Vorquartals.
Unselbständige: Plus bei Frauen und Männern, Älteren und ausländischen Staatsangehörigen
Vom Anstieg bei den unselbständig Erwerbstätigen (+75.800) im Jahresvergleich profitierten Frauen
(+39.600) und Männer (+36.200), besonders ausländische Staatsangehörige (+56.700) und ältere
Personen (55+ Jahre: +42.200). Detaillierter betrachtet zeigt sich, dass das Plus bei den älteren (ab 55-jährigen)
unselbständig Erwerbstätigen auf österreichische Staatsangehörige konzentriert war, während
der Anstieg bei den ausländischen unselbständig Erwerbstätigen durchwegs jüngere Altersgruppen
betraf.
Teilzeitbeschäftigung wächst stärker als Vollzeit, Männer holen auf
Zwei Drittel des Anstiegs gegenüber dem 3. Quartal des Vorjahres entfiel bei den unselbständig Erwerbstätigen
auf Teilzeitbeschäftigungen (+49.800), je zur Hälfte auf Frauen und Männer. Damit erhöhte sich
die Teilzeitquote bei den Männern im Jahresabstand von 9,5% auf 10,7%, jene der Frauen von 47,0% auf 47,3%.
Die Zahl jener, die Vollzeit arbeiteten, stieg um 26.000 – ebenfalls verteilt auf beide Geschlechter (Frauen: +15.200,
Männer: +10.800).
Verglichen mit dem 3. Quartal 2015 wurden bei den unselbständig Erwerbstätigen die größten
Beschäftigungszuwächse in den Wirtschaftsbereichen "Beherbergung und Gastronomie" (+24.700,
meist Vollzeit; davon 14.800 ausländische Staatsangehörige), "Information und Kommunikation"
(+17.800, davon zwei Drittel Vollzeit) und im "Gesundheits- und Sozialwesen" (+11.800, meist Teilzeit;
davon 9.200 ausländische Staatsangehörige) festgestellt. Eine Umverteilung von Vollzeit zu Teilzeit gab
es im Bereich "Erziehung und Unterricht" im Ausmaß von rund 13.000 Stellen.
Erwerbstätigenquote über dem Vorjahr, höhere Erwerbsbeteiligung bei Älteren
Der Anteil der Erwerbstätigen an der Wohnbevölkerung im Haupterwerbsalter (15 bis 64 Jahre) betrug
im 3. Quartal 2016 72,6%, im Jahresvergleich bedeutete das einen Anstieg um 0,5 Prozentpunkte. Trotz des deutlichen
Anstiegs der Zahl erwerbstätiger ausländischer Staatsangehöriger ging ihre Erwerbstätigenquote
in der Gruppe der 15- bis 64-Jährigen um 0,6 Prozentpunkte auf 64,2% zurück. Bei österreichischen
Staatsangehörigen stieg die Quote von 73,4% im 3. Quartal 2015 auf nunmehr 74,2%. Eine höhere Erwerbsbeteiligung
als im 3. Quartal des Vorjahres zeigte sich besonders bei älteren Männern (55 bis 64 Jahre: 58,3% bzw.
+4,1 Prozentpunkte) und Frauen (55 bis 64 Jahre: 41,5% bzw. +2,1 Prozentpunkte).
Arbeitslosigkeit über dem Niveau des Vorjahres
Die Zahl der Arbeitslosen erhöhte sich im Jahresvergleich vom 3. Quartal 2015 (249.500) zum 3. Quartal
2016 (279.200) deutlich. Auch die Arbeitslosenquote nach internationaler Definition stieg von 5,6% im 3. Quartal
2015 auf 6,1% im 3. Quartal 2016. Die Quote der Männer lag bei 6,4% und jene der Frauen bei 5,8%. Vom Anstieg
der Arbeitslosigkeit waren Frauen und Männer, vor allem ausländische Staatsangehörige, Personen
mit höchstens Pflichtschulabschluss und die Altersgruppen unter 45 Jahren betroffen.
Definitionsbedingt liegen sowohl die Zahl der beim Arbeitsmarktservice (AMS) registrierten Arbeitslosen als auch
die nationale Arbeitslosenquote deutlich über dem Niveau der von Statistik Austria erhobenen Zahlen nach internationaler
Definition.
Weitere Informationen zum Thema finden Sie auf dieser Website, im Schnellbericht Arbeitsmarktstatistik und in der Datenbank STATcube.
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