Landesrätin Verena Dunst: Familienpolitische Neuerung tritt mit 01. März 2017 in
Kraft
Eisenstadt (blms) - Für Geburten gilt am dem 01. März 2017 eine neue Rechtslage: Die bisherigen
vier Pauschalmodelle werden in ein Kinderbetreuungsgeldkonto (KBG-Konto) umgewandelt. Das schafft mehr Gerechtigkeit,
weil alle Eltern - unabhängig von der Dauer - einen gleich hohen Gesamtbetrag erhalten. Eltern können
damit die Zeitspanne der Auszahlung des KBG flexibler bestimmen. Väter können zudem künftig nach
der Geburt einen Familienzeitbonus beantragen. Für eine partnerschaftliche Aufteilung des Bezuges gibt es
zusätzlich einen Partnerschaftsbonus. Das einkommensabhängige KBG (ea KBG) bleibt zusätzlich zum
Konto als eigene Option weiterhin bestehen. „Das ist ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung, der eine nachhaltige
Verbesserung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf mit sich bringt. Ich begrüße daher die Novellierung
dieser gesetzlichen Rahmenbedingungen - trotz nach wie vor bestehender Stolpersteine und änderungswürdiger
Teilbereiche, denn damit kommt es zu einer Verbesserung für die Mütter, zu einer Verbesserung für
die Väter, vor allem aber zu einer Verbesserung für das Kind durch zwei Bezugspersonen in den ersten
prägenden Monaten“, so Frauen- und Familienreferentin Landesrätin Verena Dunst, die diese normativen
Veränderungen auf bundesgesetzlicher Ebene entscheidend mitgestaltet hat und die Details dazu gemeinsam mit
Mag.a Brigitte Ohr von der Arbeiterkammer Burgenland und MMag. Gerald Kögl, Leiter Hauptreferat Gesellschaft
beim Amt der burgenländischen Landesregierung, der Öffentlichkeit präsentierte.
Der Familienzeitbonus ist eine Geldleistung für Väter für einen Zeitraum von 28 bis 31 Tagen. Dieser
kann innerhalb von 91 Tagen ab der Geburt des Kindes in Anspruch genommen werden und beträgt 22,60 Euro täglich.
Die vier Pauschalmodelle werden zu einem gestaltbaren KBG-Konto verschmolzen. Es sieht - unabhängig von der
Anspruchsdauer - einen gleich hohen Gesamtbetrag für alle Eltern vor. Das Konto wird in Bezugstagen gerechnet.
Je nach gewählter Dauer steht dabei ein bestimmter Tagsatz zu. Die Eltern können die Anspruchsdauer innerhalb
eines Rahmens selbst bestimmen. Ein Elternteil kann das KBG zwischen 12 und 28 Monaten (365 und 851 Tage) beziehen.
Nimmt auch der zweite Elternteil das KBG in Anspruch, verlängert sich die maximale Bezugsdauer für beide
zusammen auf 15 bis 35 Monate (456 und 1063 Tage). Der Tagesbetrag richtet sich nach der Anspruchsdauer und liegt
zwischen 14,53 Euro und 33,88 Euro. Für jeden Elternteil sind 20% der Bezugsdauer reserviert, die nicht übertragbar
sind.
In der kürzest möglichen Variante von 15 Monaten (456 Tage) beträgt die Mindestdauer pro Elternteil
91 Tage (ca. 3 Monate). Bei der längst möglichen Bezugsdauer beträgt der Mindestanteil für
beide Eltern je 212 Tage (ca. 7 Monate). Der Partnerschaftsbonus beträgt 1.000 Euro (500 Euro pro Elternteil),
wenn sich die Eltern die Bezugsdauer annähernd gleich - mindestens 40:60 - aufteilen. Das KBG kann bis zu
31 Tage gleichzeitig von beiden Eltern bezogen werden. Die gesamte Bezugsdauer verkürzt sich um diese gemeinsamen
Tage. Die Eltern können die einmal festgelegte Anspruchsdauer und den sich daraus ergebende Tagesbetrag einmal
ändern. Das Einkommensabhängige Kinderbetreuungsgeld (ea KBG) bleibt als zweites Modell neben dem neuen
KBG-Konto bestehen und wird um den Partnerschaftsbonus und die Möglichkeit das ea KBG bis zu 31 Tage gleichzeitig
beziehen zu können, ergänzt. Nähere Informationen dazu sind via Internet unter in Erfahrung zu
bringen.
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