„Wir haben die EU von unten verändert“ – Historischer Erfolg Oberösterreichs über
Selbstbestimmung bei GVO
Brüssel/Linz (lk) - „20 Jahre Gentechnik-Volksbegehren – hier hat der Kampf gegen Gentechnik auch auf
unseren Feldern seinen Anfang genommen. Auch mit den Stimmen dieses zweit-erfolgreichsten Volksbegehrens Österreichs
im Rücken konnte es gelingen, ausgehend von Oberösterreich und der Toskana, die EU von unten zu verändern
– und das GVO-Selbstbestimmungsrecht beim Anbau durchzusetzen“, verwies LR Rudi Anschober am 05.04. auf die Erfolgsgeschichte
Österreichs im Kampf gegen Gentechnik.
Im Jahr 2003 gründeten LR Anschober und LR Stockinger für Oberösterreich gemeinsam mit der Toskana
die „Allianz der GVO-freien Regionen“, mit dem Ziel, ein Selbstbestimmungsrecht beim Anbau von GVO-Saatgut in der
EU zu verankern. Damit wurde eine wesentliche Forderung des Volksbegehrens von 1997 wieder aufgenommen. Jahrelang
haben sich bis zu 64 Europäische Regionen, die 37 % der EU-Bürger/innen vertreten, in Brüssel für
ein Selbstbestimmungsrecht im Sinne der Bürger/innen und gegen Konzerninteressen eingesetzt. Im Jahr 2015
gelang der Durchbruch, das Selbstbestimmungsrecht für den Anbau wurde verankert.
LR Anschober abschließend mit der Forderung nach mehr: „Nicht nur in Österreich, die EU-Bevölkerung
insgesamt steht Gentechnik sehr skeptisch gegenüber. Es liegt nun an der EU-Kommission, der Bundesregierung
und einem Teil der Landwirtschaft, diese Ablehnung nicht nur für den Anbau zu akzeptieren – und den Verzicht
auf GVO weiter auszudehnen, etwa auch auf den Futtertrog. Denn aktuell landen jährlich noch 350.000 Tonnen
Gen-Soja in den Futtertrögen, v.a. in der Schweinmast. 20 Jahre nach dem Gentechnik-Volksbegehren ist klar:
Wir wollen nach wie vor keine Gentechnik zu Lasten unserer Umwelt, Artenvielfalt und Gesundheit! Bürger/innen-Interessen
müssen mehr zählen als die Gewinnmaximierung einzelner Konzernmultis!“
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