Die Zivilschutzschule des Bundesministeriums für Inneres ist seit Mitte Juni 2017 Teil
eines weltweiten Netzwerks zur medizinischen Bewältigung von Strahlenunfällen.
Pregny-Chambésy/Wien (bmi) - Die Zivilschutzschule, das Referat II/13/d im Innenministerium, ist
innerhalb des Ressorts für alle Angelegenheiten des Strahlenschutzes zuständig. Seit Mitte Juni 2017
ist sie in das REMPAN-Netzwerk ("Radiation Emergency Medical Preparedness and Assistance Network") eingebettet
– ein Netzwerk der Weltgesundheitsorganisation WHO für die medizinische Vorbereitung und Bewältigung
von Strahlenunfällen. Die Zivilschutzschule ist die einzige österreichische Einrichtung in diesem Netzwerk,
sie fungiert als "Liaison Institution", das sind informelle Partner, die von "Collaboration Centers"
der WHO koordiniert werden.
Das REMPAN-Netzwerk wurde im Jahr 1987 in Folge der Katastrophe von Tschernobyl eingerichtet und arbeitet eng mit
der Internationalen Atomenergie-Organisation IAEA zusammen. Von ursprünglich vier medizinischen Einrichtungen
und Forschungsinstitutionen wuchs das Netzwerk innerhalb von zwanzig Jahren auf vierzig derartige Standorte.
Ziel und Zweck von REMPAN ist die Unterstützung von WHO-Mitgliedstaaten beim Aufbau von nationalen Kapazitäten
im Bereich der Notfallmedizin und öffentlichen Gesundheit bei Ereignissen mit ionisierender Strahlung (Strahlenunfälle).
Auch die Erforschung und Weiterentwicklung von medizinischen Maßnahmen nach Strahlenunfällen gehört
zum Aufgabenbereich von REMPAN.
Unterschiedliche Mitwirkungsmöglichkeiten
Im Netzwerk gibt es unterschiedliche Möglichkeiten der Mitwirkung. Den höchsten Grad an Einbindung haben
"Collaborating Centers". Diese sind unmittelbar mit der Versorgung von Betroffenen nach Strahlenunfällen
oder mit Forschung in diesem Bereich befasst.
Eine weitere Möglichkeit ist die Einbindung in das Netzwerk als "Liaison Institution". Diese Einrichtungen
haben beobachtenden Status, werden zu allen Veranstaltungen eingeladen und erhalten laufend aktuelle elektronische
Informationen über den Themenbereich.
"Mit der Einbettung in das REMPAN-Netzwerk unterstreicht die Zivilschutzschule des Innenministeriums erneut
ihre Kompetenz im Bereich des Strahlenschutzes. Die auf diesem Wege gewonnenen Informationen können national
weitergegeben werden und kommen damit im Anlassfall auch in Österreich den Betroffenen von Strahlenunfällen
zugute", sagte der Leiter der Gruppe II/B (Fremdenpolizei-, Zivil- und Katastrophenschutzmanagement), Johann
Bezdeka. "Für die Zivilschutzschule ist die Mitwirkung als 'Liaison Institution' ideal, da dadurch auch
neue Kompetenzen im Bereich des Zivilschutzes in das Netzwerk eingebracht werden", sagte Bezdeka.
Für den Leiter der Zivilschutzschule, Günter Timal, liegen die Vorteile der Teilnahme an REMPAN klar
auf der Hand: "Wir sind erst im vergangenen Herbst eine Kooperation mit der IAEA eingegangen und sind seither
das erste 'Capacity Building Centre' der IAEA innerhalb Europas. Mit der Einbettung in das REMPAN-Netzwerk ist
das Referat nun in engem Kontakt mit einer weiteren internationalen Institution. Wir können damit sicherstellen,
dass die Inhalte unserer Kurse stets auf dem aktuellsten Stand der internationalen Forschung sind."
Die Zivilschutzschule ist die einzige Ausbildungsstelle Österreichs, die nach ÖNORM S 5207 für die
Ausbildung von Interventionspersonal bei radiologischen Notstandssituationen zertifiziert ist. Außerdem ist
sie eine akkreditierte Ausbildungsstelle nach der "Allgemeinen Strahlenschutzverordnung". Seit Herbst
2016 ist die Zivilschutzschule das erste und bisher einzige "Capacity Building Centre" (CBC) der IAEA
innerhalb Europas.
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