Konjunkturmotor springt an - Aktion 20.000 unterstützt ältere Arbeitnehmer
St. Pölten (nlk) - Auch im Juni kann Niederösterreich erneut eine sinkende Arbeitslosenquote und
eine steigende Beschäftigtenanzahl aufweisen: In Niederösterreich stehen Ende Juni 52.437 Arbeitslose
beim AMS in Vormerkung, das sind um 1.327 weniger als im Vorjahr (-2,5 Prozent). In Summe ergeben sich 61.854 Jobsuchende,
die entweder arbeitslos vorgemerkt oder in Schulungsmaßnahmen des AMS NÖ sind (-1,5 Prozent). Die Arbeitslosenquote
sank in Niederösterreich gegenüber dem Vorjahr um 0,3 Prozent -Punkte auf 7,8 Prozent. Die Zahl der unselbstständig
Beschäftigten stieg im Durchschnitt des ersten halben Jahres um 9.250 (oder 1,6 Prozent).
Ebenfalls gesunken ist die Anzahl an arbeitslosen Jugendlichen - und zwar um erfreuliche 15,5 Prozent (in absoluten
Zahlen 956). Die Anzahl an älteren Arbeitslosen ist mit 7,3 Prozent deutlich schwächer als zuletzt gestiegen.
„Niederösterreichs Wirtschaft zieht ordentlich an – das macht sich auch am Arbeitsmarkt bemerkbar. Mit rund
616.000 Beschäftigten haben wir erneut einen neuen Höchststand an Beschäftigten erreicht, weil immer
mehr Menschen auf den Arbeitsmarkt drängen. Schwierig bleibt die Situation für ältere Arbeitnehmer,
die wir mit speziellen Programmen seitens des AMS und des Landes Niederösterreich unterstützen. Die Aktion
20.000 wird dazu beitragen, diesen Menschen wieder eine Perspektive am Arbeitsmarkt zu geben“, erklärt Landesrat
Karl Wilfing.
Wie alle Bundesländer startet Niederösterreich die Aktion 20.000 mit einer Pilotregion. Der Bezirk Baden
wurde ausgewählt, weil hier der Anteil an Personen, welche die Aktion 20.000 als Sprungbrett zurück ins
Erwerbsleben nutzen sollen, besonders hoch ist. Über die Aktion 20.000 werden Lohn- und Lohnnebenkosten eines
kollektivvertraglich entlohnten Beschäftigungsverhältnisses für die Dauer von bis zu zwei Jahren
gefördert. Die Förderung des AMS kann dabei bis zu 100 Prozent betragen. Das Arbeitsmarktservice bietet
auch attraktive Modelle im Weg über gemeinnützige Arbeitskräfteüberlassung an.
„In diesem Fall werden die förderbaren Personen beim Verein ‚Jugend und Arbeit‘ des Landes Niederösterreich
angestellt und für ebenfalls längstens zwei Jahre gegen einen Kostenbeitrag an die Gemeinden und gemeinnützigen
Einrichtungen im Bezirk Baden überlassen“, führt Wilfing aus.
"Das AMS Baden hat sich sehr gründlich auf den Start der Aktion vorbereitet", weiß AMS-Chef
Karl Fakler. 80 Stellenaufträge hat das AMS bereits von den 30 Gemeinden und anderen Organisationen aus dem
Bezirk akquiriert, für einige Jobsuchende winken bereits fixe Zusagen für Anfang Juli. „Wir rechnen damit,
dass wir bis Jahresende 100 neue Dienstverhältnisse im Rahmen der Aktion 20.000 im Bezirk Baden fördern
können", ist Karl Fakler zuversichtlich. Mit Jahresbeginn 2018 ist der bundesweite bzw. niederösterreich-weite
Rollout der Aktion geplant.
„Dennoch zeigen sich auf dem österreichischen und niederösterreichischen Arbeitsmarkt auch Strukturprobleme.
Die massive Zunahme des Arbeitskräfteangebotes durch die Ostöffnung des Arbeitsmarktes, die Alterung
der Erwerbsbevölkerung und die Umsetzung von Pensionsreformmaßnahmen tragen zu einer Verfestigung der
Arbeitslosigkeit bei“, analysiert Fakler die aktuelle Arbeitsmarktlage.
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