Wiener Börse im Aufwind

 

erstellt am
19. 12. 17
13:00 MEZ

Bullenmärkte kurbeln Aktienumsätze an, Kurszettel erreicht 2017 Rekordlänge – Rekord-IPO beweist Attraktivität des Handelsplatzes
Wien (wiener börse) - Die Wiener Börse zieht eine positive Bilanz für das Jahr 2017. Im Hauptgeschäftsfeld – Handel und Neueinführungen von Wertpapieren – konnten zahlreiche Erfolge erzielt werden. Der Aktienumsatz stieg im Vergleich zum Vorjahr um ein Fünftel, während sich die Umsätze der europäischen Hauptmärkte großteils seitwärts bewegten. Die BAWAG Group AG sorgte als achtgrößter Börsengang weltweit für einen beträchtlichen Umsatzschub. Der österreichische Leitindex reiht sich im Jahresverlauf per 15. Dezember 2017 mit einer Performance von 25,24 % (28,50 % inkl. Dividenden) unter den weltweiten Index-Spitzenreitern ein.

„Wir haben unsere Kräfte erfolgreich in die Stärkung unserer Position als bester Handelsplatz für heimische Unternehmen investiert. Wir konnten sowohl Unternehmen als auch Marktteilnehmer mit der besten Handelsqualität – also den geringsten Handelsspannen und international gefüllten Orderbüchern – überzeugen. Die rege Handels- und Listing-Aktivität bestätigt die Wettbewerbsfähigkeit dieser Börse,“ zeigt sich Christoph Boschan, Vorstandsvorsitzender der Wiener Börse erfreut. „Für österreichische Privatanleger wurde die Auswahl an Investmentmöglichkeiten an der Heimatbörse ausgeweitet, indem wir internationale Unternehmen und Trends wie ETFs aufgegriffen haben. Sich monatlich verdoppelnde Umsatzzahlen im global market zeigen, dass wir auf dem richtigen Kurs sind.“

Kurszettel der Wiener Börse erreicht Rekordlänge
Am geregelten Markt verzeichnet die Wiener Börse auf der Aktienseite mit BAWAG Group AG und Cleen Energy AG zwei Neueinführungen, mit der Agrana AG ein Secondary Public Offering und mit der BUWOG AG und der BTV AG zwei Kapitalerhöhungen. Im neu gegründeten Segment global market führen rund 430 internationale Wertpapiere zu einer wesentlichen Verbreiterung des Angebots für österreichische Anleger. Noch nie waren mehr Beteiligungswerte über die Wiener Börse handelbar.

Im Bereich der Anleihen wird 2017 ebenfalls ein absolutes Rekordjahr. Sowohl die Anzahl von 79 neuen Unternehmensanleihen als auch das Gesamtvolumen von EUR 13,8 Mrd. stellen neue Bestmarken dar. Die Zahlen setzen sich zusammen aus 19 Corporate Bonds inländischer Emittenten (EUR 2,65 Mrd.) und 60 Corporate Bonds ausländischer – allen voran italienischer – Emittenten (EUR 11,23 Mrd.). Die Anzahl internationaler Listings verdoppelte sich im Vergleich zum Vorjahr. Inklusive Financial Bonds und Staatsanleihen listet die Wiener Börse über 3.500 Schuldverschreibungen, das ist ein Zuwachs von rund 1.000 Anleihen im Jahr 2017. Dieser historische Rekordwert wurde einerseits durch einen Vertriebs-Fokus auf diesen Bereich und andererseits durch die MiFID II-Regulierung erzielt. Inklusive strukturierter Produkte und Exchange Traded Funds (ETFs) sind aktuell über 12.000 Wertpapiere an der Wiener Börse handelbar. Der historische Höchststand wurde am 31. Mai 2017 mit 14.280 Wertpapieren erreicht.

Umsätze: Top-Handelstage & Börsenmitglieder
Bis 15. Dezember 2017 liegt der Aktienumsatz – dank steigender Kurse und reger Handelsaktivität der Börsenmitglieder – mit insgesamt EUR 64,65 Mrd. um 20,3 % höher als im Vorjahreszeitraum (EUR 53,72 Mrd.). Der umsatzstärkste Handelstag in diesem Jahr war der 25. Oktober, der erste Handelstag der BAWAG Group AG, mit EUR 961 Mio., wovon EUR 592 Mio. allein auf BAWAG-Aktien entfielen. Auf Platz zwei und drei rangieren mit 17. März (EUR 919 Mio.) und 16. Juni (EUR 916 Mio.) zwei Quartalsverfallstermine von Terminkontrakten. Die erfolgreiche Entwicklung von ausgeführten Börsenaufträgen wird auch im Jahr 2017 fortgeschrieben (per 15. Dezember: 8,7 Mio., Hochrechnung bis Jahresende rund 9 Mio.). Im Durchschnitt erreicht das monatliche Aktienvolumen von EUR 5,6 Mrd. (bis Ende November) den höchsten Wert seit 2010.

Über 80 % der Aktienumsätze stammen von internationalen Handelsteilnehmern. Den höchsten Umsatzanteil unter den Handelsteilnehmern verzeichnet per 15. Dezember 2017 Morgan Stanley & Co mit rund 12,68 %, vor Wood & Company Financial (7,91 %) und Merrill Lynch International (7,18 %). Auf Platz vier und fünf folgen Raiffeisen Centrobank AG (6,66 %) und Hudson River Trading (6,63 %). Die meistgehandelte Aktie im Jahr 2017 war Erste Group Bank AG mit einem Geldumsatz von EUR 10,77 Mrd., vor OMV AG mit EUR 8,59 Mrd. und Raiffeisen Bank International AG mit EUR 6,44 Mrd.. Auf Platz vier und fünf folgen voestalpine AG (EUR 6,43 Mrd.) und Andritz AG (EUR 3,64 Mrd.).

„2017 war ein intensives Jahr, in dem wir fünf technische Meilensteine erfolgreich implementiert haben. Noch nie wurden in einem Jahr mehr Projekte umgesetzt als heuer. Die Wiener Börse hat sowohl die Handelsplattform als auch die Überwachung grundlegend modernisiert, zeitgleich mit der Umsetzung der neuen regulatorischen Anforderungen durch MiFID II. Parallel dazu wurden auch der Service-Betrieb für die Börse Zagreb übernommen sowie neue Reporting Services konzipiert und ausgerollt. Wir bieten unseren Kunden einen Marktplatz und Services auf Top-Niveau,“ betont Technik-Vorstand Ludwig Nießen.

Internationaler Spitzenreiter ATX & österreichische Top Performer 2017
Vom Jahrestiefststand am 2. Jänner 2017 (2.654,94 Punkte), stieg der Leitindex ATX im Jahresverlauf kontinuierlich an. Er erreichte seinen Jahreshöchststand am 2. November 2017 (3.445,23 Punkte). Mit einem Kursanstieg von 69,30 % seit Jahresanfang ist Raiffeisen Bank International AG der größte Kursgewinner im ATX, gefolgt von S Immo AG mit 53,15 % und OMV AG mit einem Zugewinn von 48,84 %. Im prime market belegen FACC AG (+194,13 %), AT&S (+147,64 %) und WARIMPEX Finanz- und Bet. AG (+81,56 %) unter den Nicht-ATX-Mitgliedern die Stockerlplätze. Die Marktkapitalisierung heimischer an der Wiener Börse notierter Unternehmen liegt per 15. Dezember 2017 in Summe bei EUR 121,09 Mrd., ein Zuwachs von über 20 % im Vergleich zum Vorjahr (16. Dezember 2016: EUR 95,55 Mrd.).

Ausblick 2018
Nach der Implementierung der europäischen Richtlinie MiFID II werden in der Branche und in der Wiener Börse wieder Kapazitäten für neue Projekte frei. Überragende Handelsqualität für österreichische Aktien bleibt auch im kommenden Jahr das zentrale Thema. Auch die internationale Produktpalette für private Anleger wird weiterentwickelt.

„Wir werden Maßnahmen zur Stärkung des Wiener Handelsplatzes – allen voran der Liquidität – vorantreiben. Dabei setzen wir einerseits auf intensiven persönlichen Austausch mit Handelsteilnehmern und Investoren, andererseits verstärkt auf die digitale Ansprache. Unsere strategischen Pläne, die Erträge zu steigern und auf breitere Beine zu stellen, greifen bereits,“ so Christoph Boschan. „Das Regierungsprogramm ist ein Silberstreifen am Horizont. Jetzt kommt es auf die Ausgestaltung und Umsetzungsplanung an. Wir freuen uns über die Vorsätze zur Stärkung der zweiten und dritten Säule in der Altersvorsorge, zur Öffnung des Dritten Marktes an der Wiener Börse sowie zur geplanten Belebung der Finanzbildung. Der Kapitalmarkt kann damit volkswirtschaftliche Potenziale für Wachstum und Krisenresistenz des Standortes entfalten.“

Über die Wiener Börse
Die Wiener Börse ist die einzige Wertpapierbörse Österreichs und stellt modernste Infrastruktur, Marktdaten und relevante Informationen zur Verfügung. Sie bietet österreichischen börsenotierten Unternehmen maximale Sichtbarkeit, die größte Liquidität und die höchste Transparenz. Anlegern gewährleistet sie eine reibungslose und effiziente Durchführung der Börsengeschäfte. Die Wiener Börse betreibt den zentralen Marktdatenfeed für Zentral- und Osteuropa (CEE) und hat sich in der Berechnung von Indizes auf die Region etabliert. Sie kooperiert im Verbund mit ihrer Holding-Mutter CEESEG mit über zehn Börsen in CEE und wird für dieses einzigartige Know-how weltweit geschätzt.


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Allgemeine Informationen:
http://www.wienerborse.at

 

 

 

 

 

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