Mais und Blühflächen werden als Alternative für geschädigte Flächen
zugelassen.
St. Pölten/Wien (bmnt) - Am 4. Mai haben Nachhaltigkeitsministerin Elisabeth Köstinger und NÖ-LH-Stellvertreter
Stephan Pernkopf eine erste Maßnahme für die heimischen Rübenbauern bekannt gegeben. Der Rübenrüsselkäfer
wächst immer mehr zu einer regelrechten Plage heran. Rund 10.000 Hektar Rüben-Anbaufläche sind von
diesem Insekt bereits betroffen. "Jetzt war schnelles Handeln wichtig", betonen Köstinger und Pernkopf.
"Die heißen Tage haben die Plage immer größer werden lassen. Rübenbauern stehen teilweise
schon vor ihrem zweiten Ernteausfall. Daher haben wir heute eine Notfallmaßnahme im ÖPUL ergriffen,
um unsere Rübenbauern zu unterstützen", so Köstinger. In Niederösterreich, und hier vor
allem im Marchfeld und im Tullnerfeld, sind die Schäden durch den Rüsselkäfer enorm. "Gemeinsam
mit dem Ministerium, LK-Präsident Hermann Schultes und den Betroffenen sind wir nun zu einer ersten wichtigen
Maßnahme für die bäuerlichen Betriebe gekommen", erklärt LH-Stellvertreter Stephan Pernkopf.
Erste Notfallmaßnahme soll finanziellen Schaden minimieren
Ein Viertel der Ernte ist - laut Hagelversicherung - dem Rüsselkäfer bereits zum Opfer gefallen zu sein.
Die Versicherungen tragen aber nur einen Teil der Kosten und lösen das Problem nicht. "Viele Landwirte
wollen aus pflanzenbaulichen, betriebswirtschaftlichen und organisatorischen Gründen Mais nachbauen. Dies
war rechtlich bisher oft nicht möglich. Daher wurde nun im Rahmen des ÖPUL Programms die Notfallmaßnahme
ergriffen. Die Rübenbauern können jetzt mehr als 75 Prozent Mais anbauen bzw. zusätzliche Blühflächen
anlegen. Damit haben sie praktikable Alternativen", erklärt Nachhaltigkeitsministerin Köstinger
und ergänzt: "Diese Ausnahme gilt nur in den betroffenen Regionen und ausschließlich für die
Rübenbauern." Durch diese Notfallmaßnahme soll es in den betroffenen Regionen zu einer Minimierung
des finanziellen Schadens kommen.
Aktionsgipfel für Rübenbauern und österreichischen Zucker nächster wichtiger Schritt
"Diese Vorgangswiese ist jetzt ein wichtiger Schritt zur Unterstützung unserer Rübenbauern. Für
den heimischen Zucker müssen wir einen Maßnahmenplan erarbeiten. Wir müssen uns bewusst sein, dass
die gesamte Branche vor einer sehr schwierigen Situation steht. Da geht es um Arbeitsplätze und Familienbetriebe",
so Köstinger. Der Maßnahmenplan für die Rübenbauern wird wichtig sein, um ihr Überleben
zu sichern. Hier sind die Europäische Kommission, der Handel und auch die Industrie aufgefordert, die heimischen
Zuckerproduzenten bestmöglich zu unterstützen. "Die Österreicherinnen und Österreicher
wollen österreichischen Zucker und keinen mit Neonikotinoiden behandelten, importierten Zucker. Nun sind wir
alle am Zug, die Rübenbauern zu unterstützen, damit wir gemeinsam nur noch heimischen Zucker in unseren
Regalen haben. Deshalb lade ich die Handelsketten, die Industrie, NGOs, die Rübenbauern und auch Experten
der LKÖ noch im Mai zu einem Aktionsgipfel ein", so Köstinger abschließend.
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