Eine Brücke vom Kunst Haus Wien zum Donaukanal im Mittelpunkt eines Ausstellungsprojekts
Wien (kunsthaus wien) - Das Kunst Haus Wien, ein Museum der Wien Holding, präsentiert von 9. Mai bis
14. Oktober 2018 das neue Ausstellungsprojekt „Ponte Est“ des österreichischen Künstlers Rainer Prohaska,
der dabei vom Innenhof des Museums aus Vorschläge zur Erschließung des Donaukanals erarbeitete.
Verbindung des Museums mit Naherholungsraum Donaukanal thematisiert
Für das Kunst Haus Wien hat der österreichische Künstler Rainer Prohaska das Projekt „Ponte Est“
(Brücke zum Osten) entwickelt, das die Lage des Museums unmittelbar am Donaukanal und seine Abgrenzung zum
urbanen Naherholungsraum thematisiert. Im Nordosten des dritten Wiener Gemeindebezirks wird das Museumsgebäude
mit einem idyllischen Garten/Innenhof von einer stark befahrenen, dreispurigen Straße, der Weißgerberlände,
vom Donaukanal abgeschnitten. Grundlage von Prohaskas Überlegungen war, BesucherInnen den direkten Wasserzugang
über eine Brücke zu ermöglichen. Rainer Prohaska (*1966) arbeitet in seinen Interventionen medienübergreifend:
Fotografie, Architektur, Grafik, Installationen und Performances gehören zu seinem Repertoire. Sein Interesse
gilt weniger den fertigen Objekten als den Prozessen der Entstehung, Improvisationen und Transformationen. Ausgehend
von vorgefundenen Strukturen erarbeitet er spezifische architektonische, skulpturale, aber auch performative Interventionen.
Begehbare architektonische Intervention im Innenhof des Museums
Die Ausstellung „Ponte Est“ präsentiert neben Entwürfen, Zeichnungen und Modellen zur Visualisierung
der Entwicklung und Konstruktion der geplanten Brücke, eine begehbare architektonische Intervention im Innenhof
des Museums. In der für Prohaska entwickelten und für seine künstlerische Praxis typischen „Toy-Kit
Architecture“ errichtet, verändert die temporäre Skulptur aus vorgefertigten Elementen die Perspektive
auf die von Friedensreich Hundertwasser gestaltete Fassade des Museums. Gleichzeitig öffnet die begehbare
Plattform den Raum des Hofs und schafft die Aussichtsmöglichkeit auf den Donaukanal mit dem stark begrünten
Uferabschnitt und dem Wasser.
So unterschiedlich die beiden Formensprachen (Skulptur und Gebäude) auf den ersten Blick wirken mögen,
ist sowohl Hundertwassers biomorphe und von Unregelmäßigkeiten geprägte Fassadengestaltung wie
auch Rainer Prohaskas repetitive Struktur von der Natur inspiriert. In ihrer Reduktion auf wenige unterschiedliche,
dafür aber umso effizienter und vielfältiger einsetzbare Elemente schaffen diese Strukturen ungleich
mehr Variationsmöglichkeiten und bilden die Basis für komplexe Systeme, die unendlich fortgesetzt werden
könnten.
Modulares Baukastensystem ermöglicht temporäre Skulpturen
Mit dem modularen Baukastensystem „Toy-Kit Architecture“ realisierte Rainer Prohaska schon unzählige Projekte
im In- und Ausland. Seine temporären, oftmals parasitären Interventionen verändern das Erscheinungsbild
von Landschaften und bestehenden Gebäuden. Inspiriert von Baukästen der Spielzeugindustrie wie Lego oder
Matador, entwickelte er das Modulsystem aus Schalungsträgern, Konstruktionsholz, Zurrgurten, Schraubzwingen
und ähnlichen Elementen, bei dem Mobilität und Flexibilität oberste Prämisse sind. Der Entwicklungs-
und Entstehungsprozess der Skulpturen ist von besonderer Bedeutung und der performative Akt des Bauens spielt eine
zentrale Rolle.
Bei der Realisierung von „Ponte Est“ kommen Betonschalungsträger VT-20 der Firma PERI zum Einsatz, die mit
flexiblen und statisch hoch belastbaren Ratschen-Zurrgurten zusammengehalten werden. Die Installation wird im Zeitraum
der Ausstellung für Buchpräsentationen, Diskussionen und Performances zu Verfügung stehen und soll
als Verweilort für BesucherInnen dienen.
Rainer Prohaska lebt und arbeitet in Wien. Er hat an der Kunstuniversität Linz und an der Universität
für angewandte Kunst in Wien „Experimentelles Mediales Gestalten“ studiert. Seine Kunstprojekte realisiert
er weltweit. Neben Stipendien in Los Angeles und Südkorea erhielt Prohaska 2005 eine Auszeichnung des Ars
Electronica Festivals.
Die Installation „Ponte Est“ wurde durch die Unterstützung der Firma PERI ermöglicht.
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