Soziallandkarte für Oberösterreich: Schnelle Hilfe dank neuem Online-Portal für
soziale Angebote
Linz (lk) - Alle Menschen nutzen im Lauf ihres Lebens soziale Dienstleistungen - von der Schwangerschaftsberatung
bis zur Demenzabklärung. Oberösterreich hat ein dichtes Netz an Unterstützungsangeboten, damit Menschen
Beratung und Hilfe bekommen, wann immer und wo immer sie diese brauchen. Zur besseren Orientierung in der sozialen
Landschaft hat die Sozialplattform OÖ im Auftrag von Sozial-Landesrätin Birgit Gerstorfer die digitale
Soziallandkarte OÖ entwickelt.
"Ich habe die Soziallandkarte in Auftrag gegeben, um Hilfe suchenden Menschen den Zugang zu sozialen Angeboten
noch leichter zu machen. In Oberösterreich waren wir mit dem Sozialratgeber, den es mittlerweile seit 14 Jahren
gibt, schon einmal Vorreiter. Mit der Soziallandkarte setzen wir neuerlich Maßstäbe", sagt Birgit
Gerstorfer.
Die Kosten für die Entwicklung und Umsetzung des elektronischen Sozialratgebers belaufen sich auf 12.000
Euro. "Dieser Betrag ist gut investiert, weil das Service für Menschen in
Oberösterreich, die Hilfe und Beratung suchen, damit deutlich verbessert wird."
Mehr als 1.200 Angebote und detaillierte Suchmöglichkeiten
In der Soziallandkarte werden soziale Dienstleistungen in zehn verschiedenen Lebensbereichen übersichtlich
dargestellt: Arbeit/Arbeitslosigkeit, Beziehung, Bildung, Erziehung/Familie, Finanzen, Gesundheit/Krankheit, Krise,
Migration, Recht und Wohnen. So findet man schnell und unkompliziert den richtigen Kontakt zu sozialen, gemeinnützigen
Einrichtungen, relevanten Behörden und öffentlichen Stellen.
Das Portal bietet 4 Suchmöglichkeiten - die Suche nach einer Kategorie, die Suche mittels Postleitzahl
nach Angeboten in meinem Wohnort oder in der Nähe meines Wohnortes, die Bezirkssuche und die Suche nach einer
speziellen Einrichtung/Organisation.
Außerdem finden sich in den ergänzenden Informationen Kurzbeschreibungen, Zugangskriterien, Öffnungszeiten
oder etwaige Kosten.
Mehr als 1.200 Angebote sind auf der Homepage bereits eingetragen - Beratungsstellen, Behörden, Beschäftigungsbetriebe,
Betreuungsdienste, Bildungs- und Gesundheitsangebote, Selbsthilfegruppen, Hotlines, Wohneinrichtungen, spezielle
Websites (Beispiel Pflege oder Kinderbetreuung) und noch viele mehr.
Mag.a Dorothea Dorfbauer, Vorstandvorsitzende der Sozialplattform OÖ, sagt: "Immer wieder erreichen uns
Anfragen, ob es den Sozialratgeber nicht auch in anderen Bundesländern gibt. Nun beweist die Soziallandkarte,
dass Oberösterreich seine soziale Aufgabe ernst nimmt und den Zugang zu Hilfe auch durch beispielhafte und
moderne Serviceangebote sicherstellt."
Die Soziallandkarte wird überdies laufend erweitert. "Auf die Wartung und Datenpflege legen wir bei
der Sozialplattform OÖ besonderen Wert, denn nur so kann das Portal hilfreich sein und bleiben", erklärt
Dorothea Dorfbauer.
Völlig selbstverständlich ist, dass die Soziallandkarte OÖ im responsive design erstellt wurde
und somit auf allen mobilen Endgeräten ideal nutzbar ist. Denn das Smartphone ist nicht nur für junge
Menschen Informationstool Nummer 1.
Sozialratgeber 2018 - das bewährte Nachschlagewerk wurde neuerlich aktualisiert und neu aufgelegt
Seit 14 Jahren bietet der Sozialratgeber Überblick und Informationen für alle Menschen in Oberösterreich,
die Hilfe und Unterstützung brauchen oder die anderen Menschen helfen wollen. Der Sozialratgeber wird jedes
Jahr neu von der Sozialplattform OÖ herausgegeben, in Zusammenarbeit mit dem Sozialressort des Landes OÖ,
der Arbeiterkammer OÖ und der Kirchen Zeitung der Diözese Linz.
Ich kann meine Heizkosten nicht mehr bezahlen. Ich habe Schulden. Zuhause erlebe ich Gewalt. Ich lebe in Trennung/Scheidung.
Wer kann mir weiterhelfen? Ich möchte einen Asyl- Antrag stellen. Ich bin Alkoholikerin und suche eine Selbsthilfegruppe.
Mein Kind hat eine Beeinträchtigung und wir suchen einen Betreuungsplatz. Meine Tochter hat Probleme in der
Berufsschule und will nun die Lehre abbrechen. Mein Vater hat Demenz. Wo finde ich Unterstützung, wer kann
mir helfen? Was ist die Bedarfsorientierte Mindestsicherung? Wie hoch ist die Notstandshilfe? Wo beantrage ich
eine Wohnbeihilfe? Wer bekommt einen Aktivpass? Wann muss ich keine Rezeptgebühr/Fernsehgebühr bezahlen?
Wo bekomme ich den Kulturpass?
Diese und viele andere Fragen beantwortet der Sozialratgeber, der aktualisiert und überarbeitet jetzt wieder
neu aufgelegt wurde. Die Broschüre bietet Informationen zu Hilfe und Unterstützung in Oberösterreich,
zu Geld- und Sachleistungen sowie zu Beratungsstellen und Betreuungsangeboten vor Ort. Das bewährte Nachschlagewerk
bietet zudem einen umfassenden Adressteil mit sozialen Organisationen, Behörden und Ämtern in ganz Oberösterreich.
Der Sozialratgeber ist in gedruckter Form (Auflage 48.000 Stück) und als pdf kostenlos erhältlich. "Neben
der digitalen Version braucht es auch immer noch diesen Ratgeber in Papierform, weil ja nicht alle Menschen Zugang
zu Tablet, Computer oder Smartphone haben", sagt Soziallandesrätin Birgit Gerstorfer. Zudem ist dieser
Ratgeber auch ein wichtiges Nachschlagewerk, das auch weiter führende Informationen speziell für Fachleute
beinhaltet.
Überblick und Information über soziale Leistungen
Mag.a Dorothea Dorfbauer, Vorsitzende Sozialplattform OÖ
Die Sozialplattform OÖ ist ein starkes Netzwerk von Sozialorganisationen in Oberösterreich mit derzeit
40 Mitgliedsorganisationen. Seit mehr als 30 Jahren bündelt die Sozialplattform OÖ die Interessen und
gemeinsamen Anliegen und kommuniziert sie mit EntscheidungsträgerInnen in Politik und relevanten Institutionen.
Die Mitglieder der Sozialplattform OÖ erbringen im Auftrag von AMS, Land OÖ, Sozialministeriumsservice
und verschiedener Ministerien soziale Dienstleistungen in den Bereichen Arbeitsmarktintegration, Qualifizierung
und Berufsausbildung, Behindertenhilfe, psychiatrische Vor- und Nachsorge, Wohnungslosenhilfe, Schuldenberatung,
Flüchtlingsbetreuung, Familienhilfe, Freiwilligenmanagement und mobile Pflege.
"Besonders in Zeiten, wo Sozialleistungen in Frage gestellt bzw. teilweise bereits gekürzt werden, sind
der Überblick und die Information über die Leistungen von großer Bedeutung", sagt Vorsitzende
Dorothea Dorfbauer.
Soziale Sicherung in Notlagen
Dr. Johann Kalliauer, Präsident der Arbeiterkammer Oberösterreich
"Oberösterreichs Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer erbringen in allen Bereichen unserer Gesellschaft
enorme Leistungen. Sie sind es, die unsere Gesellschaft am Laufen halten. Soziale Sicherung in Notlagen sollte
deswegen eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein.", so AK-Präsident Johann Kalliauer. "Allerdings
kommt unser Sozialstaat aktuell gehörig unter Druck. Die Regierung greift nicht nur die AUVA an, sondern plant
auch Einschnitte bei den Sozialversicherungsträgern und beim AMS. Kürzungen bei der Mindestsicherung
etwa sind in Oberösterreich schon erfolgt. Die Regierung plant weiters, die Notstandshilfe abzuschaffen und
in die Mindestsicherung zu überführen. Das würde unter anderem bedeuten, dass Menschen, die länger
arbeitslos sind, fast alle ihre Ersparnisse verbrauchen müssen, bevor sie einen Anspruch auf soziale Sicherung
bekommen. Leistungskürzungen und Verschärfungen im Sozialbereich treffen alle Beschäftigten und
führen dazu, dass sozial Benachteiligte noch weiter in die Armut abdriften. Die aktuellen Armutszahlen belegen:
Gäbe es den Sozialstaat nicht, so wären statt 14 Prozent erschreckende 43 Prozent der Bevölkerung
von Einkommensarmut betroffen. Die Arbeiterkammer Oberösterreich wird sich deswegen massiv gegen die geplanten
Kürzungen im Sozialbereich zur Wehr setzen."
Beitrag zu einer sozialen Gesellschaft
Dr. Manfred Scheuer, Bischof der Diözese Linz
Die KirchenZeitung Diözese Linz ist eine Plattform für den kirchlichen und den sozialen Austausch.
Sie ist eine Wochenzeitung im Abonnement und thematisiert seit über 70 Jahren Glaubenswelten und Lebensbereiche
wie Gesellschaft, Politik, Gesundheit und Kultur. Die KirchenZeitung zeichnet sich durch eine spirituelle, soziale,
wertschätzende, kritische und engagierte Haltung aus.
"Der Sozialratgeber ist ein bewährtes Instrument einer solidarischen Grundhaltung in unserem Land
und ein Signal für eine menschengerechtere Gesellschaft. Die vielen, die Hilfe bedürfen, brauchen Informationen.
Je gezielter und früher sie an Einrichtungen kommen, die helfen können, desto besser wirkt das soziale
Netz." so Bischof Manfred Scheuer.
"Trotzdem kann nicht alles an Institutionen delegiert werden: Um eine Sensibilität für Gerechtigkeit
zu entwickeln, muss man Ungerechtigkeiten sehen und sehen wollen. Jede und jeder sollte in irgendeiner Form "Tuchfühlung"
mit der konkreten Not von konkreten Menschen haben."
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