Insgesamt werden 125 Millionen Euro investiert
Linz/St. Pölten (nlk) - Die niederösterreichische Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner und ihr
oberösterreichischer Amtskollege Thomas Stelzer unterzeichneten am 4. Juni die Vereinbarung über die
Errichtung der neuen Donaubrücke Mauthausen. In einer Pressekonferenz im Schloss Pragstein in Mauthausen informierten
sie gemeinsam mit den Landesräten Ludwig Schleritzko und Günther Steinkellner über das Projekt,
das eine Sanierung der bestehenden sowie den Bau einer neuen Donaubrücke vorsieht. Insgesamt werden 125 Millionen
Euro investiert.
Politische Entscheidungen dürften nicht an Landesgrenzen Halt machen, man müsse in neuen Räumen
denken, sagte Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner. Die heutige Unterzeichnung sei „ein Signal der länderübergreifenden
Zusammenarbeit“, betonte sie. Das Projekt sei ein wichtiger Beitrag, um „in diesem prosperierenden Raum zwischen
Niederösterreich und Oberösterreich die Belastung für die Pendler zu minimieren und die wirtschaftliche
und touristische Entwicklung voranzutreiben“, so Mikl-Leitner. Mit der heutigen Unterzeichnung erfolge der „Startschuss“.
Das Land Oberösterreich übernehme 55 Prozent der Gesamtkosten von 125 Millionen Euro, das Land Niederösterreich
45 Prozent.
Der Wirtschaftsraum beidseitig der Donau sei „ein dynamisch wachsender“, betonte der oberösterreichische Landeshauptmann
Thomas Stelzer. Heute schließe man eine „tragfähige Vereinbarung“ ab, um die Situation rund um das Nadelöhr
Mauthausen neu zu gestalten, betonte er. Die heutige Unterzeichnung sei „ein wichtiger Schritt für diese gemeinsame
Region zwischen Oberösterreich und Niederösterreich“ und auch „ein gutes Signal der Zusammenarbeit“ der
beiden Bundesländer, so der oberösterreichische Landeshauptmann.
„Am Ende des Tages sollen hier vier Fahrstreifen zur Verfügung stehen“, informierte der oberösterreichische
Landesrat Günther Steinkellner. Seitens der Länder Oberösterreich und Niederösterreich wolle
man „die Verfahren so rasch als möglich koordiniert durchführen“, betonte er.
„Mit dem heutigen Tag ist nicht nur das Ziel, sondern auch der Weg dorthin ganz klar“, meinte Landesrat Ludwig
Schleritzko. Ein erster Schritt sei bereits durch die bereits fertige Umfahrung Pyburg-Wimpassing gesetzt worden.
Vor der Freigabe seien 15.000 Fahrzeuge pro Tag durch die Ortsgebiete gefahren, nunmehr seien es um 80 Prozent
weniger. Im Blick auf die neue Donaubrücke informierte er, die UVP-Einreichung sei für 2020/21 geplant,
falls die UVP-Prüfung positiv ausfalle, sei ein Baubeginn 2024 möglich.
Die aktuelle Donaubrücke zwischen Mauthausen und Pyburg stellt eine infrastrukturelle Hauptschlagader der
Region dar. Sie ist für Wirtschaft und Industrie sowie für die Pendlerinnen und Pendler von zentraler
Bedeutung. Bei den Pendlerzahlen und Verkehrswegen der Bevölkerung gab es in den letzten zehn bis zwölf
Jahren Steigerungen von rund 30 bis 50 Prozent. Die derzeitige Brücke stößt mit werktags täglich
über 21.200 Kraftfahrzeugen an ihre Kapazitäts- und Belastungsgrenzen.
Mit der heute unterzeichneten Vereinbarung wurde eine gemeinsame Vorgangsweise festgelegt: Östlich der bestehenden
Donaubrücke wird von der oberösterreichischen Landesstraße B 3 ausgehend eine neue Donaubrücke
mit insgesamt zwei Fahrstreifen und kombiniertem Geh- und Radweg errichtet. Diese Straßenverbindung quert
auf niederösterreichischer Seite den Ennskanal und wird mit der B123a zwischen Pyburg und Rems verknüpft.
Auf der ebenfalls im Zuge des Projekts verkehrlich zu verbessernden B123a wird der Verkehr zur B1 und damit zur
Anschlussstelle St. Valentin der A1 West Autobahn geführt. Danach muss das Stahltragwerk der bestehenden Donaubrücke
durch ein neues Stahltragwerk mit zwei Fahrstreifen und einem Gehweg ersetzt werden. Damit werden zukünftig
zwei Brücken für den donauquerenden Verkehr zwischen Oberösterreich und Niederösterreich zur
Verfügung stehen. Eine erste Abschätzung des Zeitplans nennt die Jahre 2018/2019 für das Vorprojekt
mit der detaillierten Linienführung und Knotenpunktwahl, 2020/21 für die UVP-Einreichung, 2021 bis 2023
für das UVP-Verfahren in einem so genannten „konzertierten Genehmigungsverfahren“, 2024 für den Baubeginn
der neuen Donaubrücke und 2027 für die Verkehrsfreigabe.
Bereits im heurigen Sommer ist eine Sanierung der Stahl- und Betonteile der Bestandsbrücke erforderlich. Während
der Sanierungsarbeiten im Sommer wird die Brücke maximal an zehn Wochenenden (Samstag 19 Uhr bis Montag 4
Uhr) gesperrt. 47 Prozent der Gesamtkosten, das entspricht 945.000 Euro, werden vom Land Niederösterreich
getragen, das Land Oberösterreich übernimmt mit rund 1,065 Millionen Euro die weiteren 53 Prozent der
Kosten.
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