Standort Wien punktet bei Jungunternehmern
 durch Image und Lage

 

erstellt am
20. 06. 18
13:00 MEZ

Umfrage der Jungen Wirtschaft Wien zeigt auch Verbesserungen bei Rahmenbedingungen auf. Über ein Viertel ist jedoch unsicher, ob sie in Wien bleiben werden.
Wien (himmelhoch) - Eine Umfrage unter den Mitgliedern der Jungen Wirtschaft Wien, dem größten Unternehmernetzwerk in Wien, zeigt positive Entwicklungen bei den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen auf. Als Standort wird Wien von einigen jedoch infrage gestellt. Sehr gutes Image und günstige Lage zeichnen die Bundeshauptstadt aus, altbekannte Hürden wie Bürokratie und Lohnnebenkosten, aber auch neue Herausforderungen wie der Fachkräftemangel, trüben das Gesamtbild.

Im Zuge der „Wiener Mauerfall“-Aktion befragte die Junge Wirtschaft Wien (JWW) in einer Blitzumfrage die Wiener JungunternehmerInnen zum Standort Wien. Die Antworten der rund 140 befragten GründerInnen zeichnen eine durchaus positive Stimmung ab. Rund zwei Drittel (67,6 Prozent) stufen die aktuellen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen als eher gut bis gut ein, nur knapp 22 Prozent urteilen mit „eher schlecht“. Zudem gibt mit über 70 Prozent der Großteil an, dass sich die Situation in den letzten Jahren spürbar verbessert hat. „Dieses positive Stimmungsbild zeigt, dass Wien als Standort auf dem richtigen Weg ist“, so JWW-Vorsitzender Jürgen Tarbauer.

Junge Unternehmen als Jobmotor
Im internationalen Vergleich sieht knapp die Hälfte (47,2 Prozent) Wien im guten Mittelfeld, über 20 Prozent stellen der Bundeshauptstadt sogar ein gutes bis sehr gutes Zeugnis aus. Als die größten Stärken werden das sehr gute internationale Image der Stadt (55,6 Prozent) sowie die günstige geografische Lage (54,2 Prozent) genannt. „Wien steht für hohe Qualität und ausgezeichnetes Know-how, das international geschätzt wird. Von diesem Image können viele heimische Unternehmen profitieren. Zudem hat sich hierzulande eine pulsierende Gründerszene entwickelt“, führt Tarbauer die Vorteile weiter aus. Dies zeige sich auch in den Zukunftsplänen der JungunternehmerInnen. Fast die Hälfte der Befragten (45,8 Prozent) plant, in nächster Zeit neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aufzunehmen, mehr als ein Drittel (35,2 Prozent) hat vor, größere Investitionen zu tätigen. Man sehe einmal mehr, welchen hohen Wert junge Unternehmen für die Gesellschaft haben, so der Vorsitzende. Dabei ist er von den positiven Angaben auch etwas überrascht: „Internationale Studien geben ein etwas bescheideneres Urteil zum Wiener Standort ab. Es freut uns aber sehr, dass die Stimmung positiver ist.“

Alte und neue Herausforderungen
Trotz der positiven Stimmung sind auch einige Handlungsfelder zu erkennen. So sind über 25 Prozent unschlüssig darüber, ob sie mit ihrem Unternehmen in Wien bleiben werden. „Auch wenn eine Abwanderung nur in Erwägung gezogen wird und noch lange nicht geplant ist, ist diese Zahl doch besorgniserregend“, führt Tarbauer aus. Die Gründe sieht er vor allem in den altbekannten Hürden. Für fast jeden Vierten (78,9 Prozent) sind die hohen Steuern und Abgaben eine große Belastung, für 54,9 Prozent sind sie sogar die größte Hürden. Ihnen folgen die unnötigen bürokratischen Hürden, die mit 66,9 Prozent am zweihäufigsten als die aktuell größten Belastungen genannt wurden. Zu diesen altbekannten Herausforderungen kommen auch neue hinzu, wie der Fachkräftemangel. Bereits jetzt geben fast 25 Prozent an, größere Schwierigkeiten bei der Suche nach qualifiziertem Personal zu haben. „Die Lage in Wien ist noch etwas entspannter wie beispielsweise in den westlicheren Bundesländern. Doch auch hier dürfen wir dieses Problem nicht unterschätzen“, mahnt Tarbauer.

Politische Entscheidungsträger gefordert
Die Umfrage zeigt in Summe ein positives Stimmungsbild auf. Sie offenbart jedoch auch einigen Handlungsbedarf. „Viele Studien bestätigen, dass Wien das Potenzial hätte, zu den besten Standorten der Welt zu gehören. Dieses Potenzial wird jedoch nicht genutzt, weshalb wir im internationalen Ranking oft nur durchschnittlich abschneiden“, so der Vorsitzende. Daher muss jetzt gehandelt werden, bevor Österreich weiter nach hinten abrutsche. Um darauf aufmerksam zu machen, hat die Junge Wirtschaft Wien zusammen mit der Wirtschaftskammer Wien erst kürzlich mit dem „Wiener Mauerfall“ eine große Aktion gestartet und 1.000 Holzpaletten als Symbol der vielen Hürden einstürzen lassen. Tarbauer zum Mauerfall: „Image und Lage sind top. Jetzt muss die Politik nachziehen und die Rahmenbedingungen weiter verbessern. Diese Chance dürfen wir uns nicht entgehen lassen.“

Über die Junge Wirtschaft Wien
Die Junge Wirtschaft Wien ist eine überparteiliche, freiwillige und ehrenamtliche Gemeinschaft von jungen UnternehmerInnen, Führungskräften, GründerInnen und unternehmerisch denkender Menschen zwischen 18 und 40 Jahren. In Wien sind aktuell rund 3.500 Mitglieder aktiv – verteilt über alle Branchen. Mit dem Motto „Überalterung: Raus aus der Komfortzone“ hat sich Jürgen Tarbauer, Vorsitzender der Jungen Wirtschaft Wien, den Abbau von überalterten Normen, die Verjüngung wirtschaftspolitischer Strukturen sowie die Schaffung bestmöglicher Bedingungen für Wiener JungunternehmerInnen vorgenommen. Im Rahmen der Wirtschaftskammer Wien setzt sich die Junge Wirtschaft Wien im Sinne ihres Auftrags: „Interessenvertretung – Service – Netzwerk“ für junge UnternehmerInnen und ihre Tätigkeiten ein.

 

 

 

Weitere Informationen:
http://www.jungewirtschaft.wien

 

 

 

 

 

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