St. Petersburg/Salzburg (sf) - Mit der Festspielnadel mit Rubinen ist Mariss Jansons ausgezeichnet worden: Festspielpräsidentin
Helga Rabl-Stadler überreichte dem Dirigenten nach der Orchesterhauptprobe für Tschaikowskis Pique Dame,
die am 5. August Premiere hat, diese Auszeichnung der Salzburger Festspiele am Abend des 1. August. Seit langem
verbindet den lettischen Dirigenten eine besondere Beziehung zu Österreich – so erhielt er mitten im Kalten
Krieg im Rahmen eines Austauschprogramms 1969 von den sowjetischen Behörden die Erlaubnis, bei Hans Swarowsky
an der Wiener Musikakademie zu studieren und Herbert von Karajan 1970 in Salzburg zu assistieren. Sein Debüt
bei den Salzburger Festspielen gab der Karajan-Schüler 1990. Seither gab er 38 Auftritte mit sieben verschiedenen
Orchestern bei den Salzburger Festspielen.
1990 kam er mit seinem Oslo Philharmonic Orchestra und begeisterte Publikum und Kritiker gleichermaßen mit
Werken von Tschaikowski, Berlioz und Grieg. Zwei Jahre später war Mariss Jansons erstmals mit dem Orchester
seiner Heimatstadt St. Petersburg bei den Festspielen zu Gast, 1994 dirigierte er erstmals die Wiener Philharmoniker
in Salzburg. Beinahe jeden Sommer ist der Dirigent seit seinem Debüt mit einem seiner Orchester im Konzertprogramm
der Salzburger Festspiele vertreten gewesen. 1999 stieß das Gastspiel des Pittsburgh Symphony Orchestra auf
besonderes Interesse, 2006 kam Mariss Jansons erstmals mit seinem Concertgebouw Orchestra und 2007 dann mit seinem
Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks zu den Festspielen.
Auf den Operndirigenten Mariss Jansons musste das Salzburger Publikum allerdings in all den Jahren verzichten.
Erst Markus Hinterhäuser gelang es 2017 im ersten Jahr seiner Intendanz, Mariss Jansons für eine Oper
zu gewinnen. Mit Dmitri Schostakowitschs Lady Macbeth von Mzensk, eine der Lieblingsopern des Dirigenten, begeisterte
Jansons Publikum und Kritik. 2018 wird er erneut im Opernprogramm vertreten sein: mit Peter Iljitsch Tschaikowskis
Pique Dame in der Regie von Hans Neuenfels, die am 5. August Premiere hat.
Präsidentin Rabl-Stadler betonte in ihrer Laudation: „Wenn Mariss Jansons das Dirigentenpult betritt, dann
herrscht in jedem Saal dieser Welt eine besondere Spannung. Immer spürbar sind sein großer Respekt vor
den Werken und seine Liebe zu den Musikern, mit denen er arbeitet.“ Rabl-Stadler zitierte den ehemaligen Vorstand
der Wiener Philharmoniker Clemens Hellsberg: „Mariss Jansons verbindet den Respekt für die großen musikalischen
Institutionen des Landes mit einer von Herzen kommenden Wärme, welche auf der Liebe zu den Menschen beruht,
die sich ihm anvertrauen.“
„Mariss Jansons ist einer der bedeutendsten Dirigenten unserer Zeit und ein wirklicher Freund der Salzburger Festspiele.
Seine Ernsthaftigkeit, seine tiefe Empfindsamkeit, sein ethischer Anspruch und seine künstlerische Klasse
geben der Musik eine ebenso seltene wie kostbare Wahrhaftigkeit. Mariss Jansons‘ Leben ist eine einzige Liebeserklärung
an die Musik, er gehört zu jenen Künstlerpersönlichkeiten, die aus den Festspielen ein Epizentrum
des Besonderen machen“, sagt Intendant Markus Hinterhäuser.
Mit dieser Auszeichnung wurden bereits Künstler wie Christa Ludwig, Christian Stückl, Jürgen Flimm,
Riccardo Muti, Plácido Domingo und Anne-Sophie Mutter geehrt worden sind.
|