Wiens Deponie Rautenweg als Energielieferant

 

erstellt am
07. 08. 18
13:00 MEZ

Strom für rund 1.800 Haushalte und wohlige Wärme fürs TierQuarTier Wien
Wien (rk) - Ein wahres „Energiebündel“ ist die Deponie Rautenweg in der Donaustadt. Die MA 48 setzt in allen Bereichen verstärkt auf umweltfreundliche Energieformen und produziert auch auf der Deponie jede Menge Ökoenergie. Heuer wurde eine weitere Photovoltaikanlage errichtet. Gemeinsam mit der bereits bestehenden sind die Paneele mit 1860 m2 so groß wie 11 Volleyballplätze oder ein ganzer Eishockeyplatz! Es wird nun mehr Strom produziert, als am Standort für den Betrieb der Anlage benötigt wird. Das abgesaugte Deponiegas wiederum versorgt das Wiener Stromnetz mit Strom und das benachbarte TierQuarTier Wien mit Warmwasser bzw. Wärme. „Mit den alternativen Energieformen der Deponie werden rund 2.000 Tonnen CO2 eingespart – die MA 48 leistet somit einen aktiven Beitrag zum Klimaschutz in unserer Stadt“, so die zuständige Umweltstadträtin Ulli Sima.

Auf der stadteigenen Deponie werden seit 2009 nur noch Asche und Schlacke aus den Müllverbrennungsanlagen der Stadt Wien deponiert, sie ist begrünt und Heimat zahlreicher Tier- und Pflanzenarten, wie etwa der Pinzgauer Ziegen, die als natürliche Rasenmäher aktiv sind.

Kraft der Sonne: Zwei Photovoltaikanlagen und eine 5 m große Solarblume
Die zusätzliche, heuer in Betrieb genommene Photovoltaikanlage ergänzt eine bereits im Jahr 2014 errichtete Photovoltaikanlage und eine im selben Jahr aufgestellte Solarblume. Damit wurde die Erzeugung von sauberem Strom auf dem Gelände der Deponie Rautenweg maßgeblich ausgebaut. Die neue Anlage verfügt über eine Paneelfläche von 1.060 m². Auf einer Länge von 270 Metern sind 648 Paneele angebracht. Diese erzeugen bis zu 250.000 kWh Strom pro Jahr – dies entspricht dem jährlichen Strombedarf von über 100 durchschnittlichen Wiener Haushalten.

Gemeinsam mit der bestehenden Anlage mit einer Paneelfläche von 800 m2 wird heuer mit einer Stromproduktion von bis zu 410.000 kwh gerechnet! Damit wird um rund 12 Prozent mehr Strom aus der Sonnenenergie gewonnen, als für den Betrieb der Deponie benötigt wird - beispielsweise für die Grundwasserhaltung oder das Betriebsgebäude etc. Der erzeugte Strom aus den beiden Photovoltaikanlagen kann daher einerseits für den Betrieb der Deponie verwendet und andererseits auch in das Wiener Stromnetz eingespeist werden. Die Solarblume mit einer Stromproduktion von rund 3.000 kWh versorgt den elektrisch betriebenen Bummelzug, mit dem die zahlreichen BesucherInnen von Mai bis Oktober die Deponie erkunden können. Der aus Photovoltaik gewonnene Strom entspricht dem Jahresverbrauch von rund 170 durchschnittlichen Wiener Haushalten.

Wohlige Wärme fürs TierQuarTier aus Deponiegas
Bis Ende 2008 wurde auf der Deponie unbehandelter Restmüll deponiert, der infolge von biologischen Abbauvorgängen auch noch heute zur Bildung von Deponiegas wie Methan führt. Bereits seit 1994 wird dieses Gas abgesaugt und einer Verstromungsanlage zugeführt. Im letzten Jahr wurden 2,86 Millionen m³ Deponiegas mit einem Methangehalt von 42% „erzeugt“ und daraus 3.940 MWh Strom gewonnen, der in das Wiener Stromnetz eingespeist wird. Dies entspricht dem Jahresstrombedarf von rund 1.600 Haushalten.

Bei der Verstromung des Deponiegases fällt aber auch Abwärme an, die seit der Eröffnung des benachbarten TierQuarTiers im Jahr 2015 auch sinnvoll genutzt wird.

Mit Wärmetauschern wird Wasser auf 90° Celsius erhitzt und über eine 900 m lange unterirdische Leitung zum TierQuarTier transportiert. Die umweltfreundliche Energie wird für die Heizung und für das Warmwasser für das moderne Tierschutzkompetenzzentrum unweit der Deponie genutzt.

Gelebter Klimaschutz mit Strom und Wärme von der Deponie
Die Deponie Rautenweg ist mit der Produktion von Strom und Wärme aus Deponiegas und Sonne ein alternativer und regionaler Energielieferant. Im Vergleich zu Strom und Wärme aus fossilem Erdgas werden am Standort der MA 48 jährlich rund 2.000 Tonnen CO2 eingespart. Es wird auf der Deponie 12 x so viel Strom produziert als für den Deponiebetrieb selber benötigt wird.

 

 

 

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