Millionenprojekt Domrenovierung

 

erstellt am
10. 10. 18
13:00 MEZ

Von Mai bis November 2019 wird der Grazer Dom wegen der Innenrenovierung geschlossen.
Graz (diözese) - Bei einer Pressekonferenz im Grazer Dom am 9. Oktober wurde das Großprojekt zur Erhaltung des Grazer Doms präsentiert. Die für die nächsten Jahre (bis 2021) geplanten Innenrenovierungen mit Kosten von über 5 Millionen Euro werden in einer ersten Phase von Mai bis November 2019 beginnen. Während dieser Zeit bleibt der Dom geschlossen. Die Dompfarrgemeinde weicht in das Mausoleum, die Katharinenkirche, aus.

Dompfarrer Heinrich Schnuderl: „Der „Zahn der Zeit“ nagt am Interieur des Doms. Nach der Sanierung des Äußeren im Vorjahr ist unter Anleitung des Bundesdenkmalamtes im Sommer 2018 eine gründliche Befundung vorgenommen worden, die erhebliche Schäden der Gemälde, der Holzeinrichtung, der Fresken und Malerei, und der Marmoraufbauten der Altäre festgestellt hat. Leider werden die erforderlichen Baumaßnahmen sehr hohe Kosten verursachen.“

Der Dom ist der Sitz (kathedra) der Diözesanbischöfe. Bischof Wilhelm Krautwaschl bat um Unterstützung bei der Renovierung: „Wir haben eine Verpflichtung, das kulturelle Erbe zu pflegen, aber auch die Herausforderungen der kommenden Zeit anzunehmen. Beide Aspekte müssen bei einer Generalsanierung der Domkirche beachtet werden. Ich bitte aber auch, uns dabei zu helfen, den Dom als Zeichen des Glaubens und als Zeugnis christlicher Kultur zu erhalten.“

Wesentliche Unterstützung erhält der Dom vom Land Steiermark. Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer sieht darin einen Beitrag zum Erhalt des großen steirischen Erbes: „Der Grazer Dom als bedeutender Teil der Grazer Stadtkrone ist nicht nur ein Haus Gottes, sondern auch ein architektonisches Juwel mit überregionaler Bedeutung. Diese Kirche ist Zeuge der wechselvollen Geschichte unserer Steiermark und ein Kulturgut von unschätzbarem Wert. Mit der Unterstützung für die Sanierung des Grazer Doms leistet das Land Steiermark einen Beitrag zum Erhalt unseres Erbes, damit auch unsere Kinder und Enkelkinder die Pracht dieses Gotteshauses erleben können.“ Er selbst habe eine persönliche Beziehung, ließ der steirische Landeshauptmann wissen, gehe er ja nicht nur täglich an ihm vorbei in das Amt, sondern verbleibe auch gern für kurze Zeit in der Stille des Domes.

Auch die Stadt Graz unterstützt das Projekt. Gemeinderat Ernest Schwindsackl sicherte in Vertretung des Bürgermeisters Siegfried Nagl seine Unterstützung zu: „Die Landeshauptstadt Graz fördert diese notwendigen Maßnahmen mit einem Betrag von 167.900 Euro“, sagte der Gemeinderat.

Christian Brugger, Leiter des Bundesdenkmalamtes, Abteilung für Steiermark, sagte zur Notwendigkeit der umfangreichen Restaurierungsarbeiten: „Auch wenn der erste Eindruck scheinbar wenig Notwendigkeiten suggeriert, verbergen sich die Krankheitsbilder doch vielfach in verborgenen Schichten. Dies haben die bisherigen restauratorischen Untersuchungen jedenfalls festgestellt. Es besteht also dringender Handlungsbedarf, damit unwiederbringliche steirische Kunstschätze nicht verloren gehen.“

Ursachen der nötig gewordenen Innenrenovierung, die letzte wurde in den frühen 1960er Jahren durchgeführt, sind die suboptimalen früheren Restaurierungsarbeiten, größtenteils aber der „natürliche Stress“ durch Nutzung, Licht, Raumklima, Heizung und Feuchtigkeit.

Der Vorsitzende des Kuratoriums für den Grazer Dom, Generaldirektor Martin Schaller, sagte zur Finanzierungslage: „Ich verspreche, dass wir mit den Mitteln die wir zur Verfügung gestellt bekommen sehr sparsam umgehen werden. Der große erste Block der Außenrenovierungsarbeiten wurde bereits zur Hälfte abgeschlossen und beläuft sich auf rund 600.000 Euro. Der zweite große Kostenblock ist die anstehende Innenrenovierung ab 2019, der mit rund 3,9 Millionen Euro veranschlagt ist. Schließlich wird die Orgel im Jahr 2021 für rund 1,5 Millionen Euro saniert und renoviert, als dritten großen Block. In Summe ergibt das einen Aufwand von 6 Millionen Euro, von denen noch rund zwei Millionen Euro fehlen.“

Im Anschluss an die Pressekonferenz führte Hofrat Christian Brugger durch den Dom und erklärte die Vorerhebungsarbeiten zur Renovierung.

 

 

 

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