KMU brauchen vielfältigen Zugang zu Innovationsfinanzierung, fordert Rabmer-Koller bei
Konferenz „Innovative Enterprise“ im Rahmen der österreichischen EU-Ratspräsidentschaft
Brüssel/Wien (pwk) - „Innovationen sind der Motor der Wirtschaft und von zentraler Bedeutung für
die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen und des Wirtschaftsstandorts Europa. Ganz besonders wichtig ist es,
kleinen und mittleren Unternehmen den Zugang zu Innovation zu ermöglichen, denn sie sind das Rückgrat
der europäischen Wirtschaft“, betonte Ulrike Rabmer-Koller, Vize-Präsidentin der Wirtschaftskammer Österreich
(WKÖ) und Präsidentin des europäischen KMU- und Handwerksverbandes SMEunited, am 22. November
bei der Konferenz „Innovative Enterprise“ im Rahmen der österreichischen EU-Ratspräsidentschaft in Wien.
Zugleich wies sie darauf hin, dass Klein- und Mittelbetriebe keine homogene Gruppe sind - die einen sind Start-ups
mit ganz neuen Produkten, Dienstleistungen oder Geschäftsmodellen, die anderen gut etablierte Betriebe mit
kontinuierlichen oder auch nur zeitweisen Innovationsbemühungen, wieder andere gut in Innovationsverbünde
mit Partnern aus der Wissenschaft oder mit größeren Unternehmen entlang ihrer Wertschöpfungskette
eingebunden. Dementsprechend differenziert müssen auch die für KMU verfügbaren Instrumente und Zugänge
zur Finanzierung von Innovation aufgestellt sein“, betonte Rabmer-Koller.
Im europäischen Kontext forderte die WKÖ-Vizepräsidentin, dass die Bedürfnisse der KMU im
aktuell diskutierten Mehrjährigen EU-Finanzrahmen ab 2021 gebührend berücksichtigt werden. „KMU
müssen zum Beispiel ausreichend Zugang zum neuen Forschungsrahmenprogramm Horizon Europe haben.“ Es sei daher
zu begrüßen, dass mit dem geplanten European Innovation Council ein guter Zugang zu Innovationsförderung
für KMU geschaffen wird. „Zudem wäre es empfehlenswert, als Zielvorgabe einen Anteil von 20 Prozent der
Mittel des zukünftigen Forschungsrahmenprogramms Horizon Europe für KMU vorzusehen“, so Rabmer-Koller.
Beim künftigen InvestEU-Programm strich sie das geplante „KMU-Fenster“ als „sehr positiv“ hervor, KMU müssten
aber auch Zugang zum Innovations-Teil des Programms haben.
Um KMU möglichst vielfältige Zugänge zu Finanzierung zu ermöglichen, sprach sich Rabmer-Koller
für eine Vollendung der europäischen Kapitalmarktunion aus. Zugleich sei es wichtig, die von vielen KMU
derzeit bevorzugte Kredit-Finanzierung sicherzustellen und zu erleichtern.
„So unterschiedlich Europas innovative KMU sind, so unterschiedlich müssen auch die zur Verfügung stehenden
Finanzierungsmöglichkeiten sein. Hier besser zu werden, ist eine gemeinsame Aufgabe auf europäischer
und nationaler Ebene, denn Innovation ist entscheidend für die europäische Zukunft“, so Rabmer-Koller
abschließend.
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