Einwanderung kompensiert künftige Geburtendefizite

 

erstellt am
22. 11. 18
13:00 MEZ

Wien (statistik austria) - Österreichs Bevölkerung wächst und altert. Diese Entwicklung setzt sich laut neuester Bevölkerungsprognose von Statistik Austria auch künftig fort und folgt aus den Annahmen einer anhaltenden Zuwanderung, stagnierender Geburtenzahlen sowie einer weiterhin steigenden Lebenserwartung. Dass die geburtenstarken Babyboom-Jahrgänge nun allmählich ins Pensionsalter kommen, verstärkt den Alterungsprozess zusätzlich. Ausgehend von derzeit 8,8 Mio. wird Österreich im Jahr 2022 rund 9 Mio. Einwohnerinnen und Einwohner zählen, 2080 knapp 10 Mio. Die Zahl der über 65-Jährigen wird in den nächsten 20 Jahren um die Hälfte zunehmen. Besonders stark fällt der Bevölkerungsanstieg in Wien und Niederösterreich aus, während in Kärnten die Einwohnerzahl langfristig leicht sinkt. Die Zahl der im Ausland geborenen Bevölkerung steigt bis 2040 um ein Drittel.

Zuwanderung kompensiert das erwartete Geburtendefizit
Bei der Volkszählung 2001 hatte Österreich 8,03 Mio. Einwohnerinnen und Einwohner. Bis 2017 stieg die Bevölkerungszahl um 770.000 auf 8,80 Mio (+10%). Von diesem Zuwachs entfiel der überwiegende Teil auf Wanderungsgewinne und nur knapp 5% auf den Geburtenüberschuss. In Zukunft ist mit weiteren zuwanderungsbedingten Bevölkerungszuwächsen zu rechnen. Im Jahr 2022 wird die Bevölkerungszahl Österreichs die 9-Millionen-Marke überschreiten und bis zum Jahr 2030 auf 9,30 Mio. Personen (+6%) steigen. Aber auch nach 2030 sind nach der vorliegenden Prognose weitere Zuwächse zu erwarten, und zwar auf 9,74 Mio. im Jahr 2060 (+11%) bzw. 9,97 Mio. im Jahr 2080 (+13%). Die prognostizierten Geburtendefizite werden durch zu erwartende Wanderungsgewinne mehr als kompensiert.

Anteil Älterer an der Gesamtbevölkerung wächst auf mehr als ein Viertel
Die Zahl der unter 20-jährigen Personen steigt in den nächsten Jahren zwar leicht an, ihr Anteil an der Gesamtbevölkerung geht jedoch langfristig zurück. Die Bevölkerung im Alter von 65 und mehr Jahren wird hingegen zahlen- und anteilsmäßig stark an Gewicht gewinnen. Ihr Anteil steigt künftig von derzeit knapp einem Fünftel auf mehr als ein Viertel. Die Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter von 20 bis unter 65 Jahren wird kurzfristig noch über dem Niveau von 2017 liegen, mittelfristig sinkt sie jedoch unter den derzeitigen Wert.

Ein Fünftel der Bevölkerung ist im Ausland geboren
Die Zahl der im Ausland geborenen Bevölkerung Österreichs wird künftig wachsen. 2017 lebten im Bundesgebiet 1,68 Mio. Personen, die nicht in Österreich zur Welt kamen. Das sind 19% der Gesamtbevölkerung. Bis zum Jahr 2040 steigt ihre Zahl auf 2,23 Mio. (+33%), bis 2080 auf 2,59 Mio. (+55% gegenüber 2017). Der Anteil der nicht in Österreich geborenen Personen nimmt somit bis 2040 auf 23,4% und bis 2080 auf 26,0% zu (siehe Tabelle 1). Wien hat aktuell einen Anteil von 36% im Ausland geborenen Personen; nach dem Jahr 2035 werden es über 40% sein.

Die Ostregion Österreichs wächst am stärksten
Während die Bevölkerung Österreichs in den kommenden Jahrzehnten stark wächst, werden regional unterschiedliche Entwicklungen vorhergesagt. Überdurchschnittlich starkes Wachstum ist in Wien zu erwarten. Kärnten wird hingegen mit weiteren Bevölkerungsverlusten zu rechnen haben. Auch Niederösterreich und das Burgenland zeigen ein überdurchschnittliches Wachstum, während der Trend in Vorarlberg, Oberösterreich, Salzburg und in der Steiermark unter dem Bundesschnitt liegt. Die künftige Bevölkerungsentwicklung Tirols verläuft im Österreichmittel.

Detaillierte Ergebnisse bzw. weitere Informationen zur Prognose finden Sie hier >

 

 

 

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