Reptilienwand: Erstes Projekt bereits umgesetzt
Eisenstadt (magistrat) - Mit dem Stadtentwicklungsplan "Eisenstadt 2030" wurde die Arbeit für
Eisenstadt neu ausgerichtet: Bürgerbeteiligung wird seither in der Landeshauptstadt groß geschrieben.
Die Zukunft der Stadt wird mittels Bürgerbudget auch heuer aus der Mitte der Bürger heraus gestaltet
werden.
In den vergangenen Jahren entwickelten sich Erfolgsprojekte wie der Stadtbus. Nicht nur die Idee zum Stadtbus wurde
gemeinsam mit den Bürgern erarbeitet, auch bei der Namensfindung und bei der Werbekampagne war die Bevölkerung
intensiv beteiligt. Im letzten Jahr wurde die Bürgerbeteiligung auf eine neue Stufe gehoben: Das Bürgerbudget
wurde 2018 ins Leben gerufen, die ersten Projekte werden heuer umgesetzt. "Unsere Bürger sollen die Möglichkeit
haben, Projekte in Eisenstadt selbst zu entwickeln und können selbstständig die Vergabe eines gewissen
Budgets in jedem Stadtteil bestimmen", erklärt Bürgermeister Steiner.
Reptilienwand in St. Georgen
Mit der Reptilienwand in St. Georgen wurde am 10. Mai das erste umgesetzte Projekt präsentiert. Auf
der bereits bestehenden Stützmauer in der Verlängerung des Koglwegs in Richtung des Rückhaltebeckens
St. Georgen entstand das Lehrprojekt "Reptilienwand".
Die Steinwand dient zur Bewusstseinsbildung für den Natur- und Tierschutz, sowohl im schulischen, als auch
im außerschulischen Bereich. Durch Schautafeln werden Informationen über die vor Ort lebenden Reptilien
(Eidechsen, Schlangen) veranschaulicht, eine zusätzliche Ansiedlung von Reptilien ist nicht vorgesehen. Weiters
wurde ein Rastplatz mit Bänken geschaffen, insgesamt wurden hier 5.000 Euro budgetiert. Das Projekt wurde
von der Biologin Dr. Tanja Duscher (Bewohnerin von St. Georgen) inhaltlich begleitet.
Weitere Bürgerbudgetprojekte für 2019
Entlang des Geh- und Radweges in der Georgistraße (im Bereich zwischen Kreisverkehr Kasernenstraße
und Kreuzungsbereich Dr. Isidor Pap-Straße) werden am mittleren Grünstreifen Bäume und Sträucher
gepflanzt. Diese sollen einerseits einen Sonnenschutz und dadurch ein besseres Klima für die Nutzer des Weges,
aber auch einen Lärmschutz für die angrenzende Siedlung erzeugen. Es ist geplant Linden zu pflanzen.
In Eisenstadt ist ein sogenannter Pumptrack geplant. Dabei handelt es sich um eine speziell geschaffene Mountainbikestrecke,
auf der ohne Pedaltritt und mittels Hochdrücken des Körpers aus der Tiefe am Fahrrad Geschwindigkeit
aufgebaut wird. Die Fahrstrecke wird asphaltiert und die Zwischenräume begrünt werden. Es ist eine Grundfläche
von ca. 600 m² für die Realisierung des Projektes vorgesehen.
Für den Stadtbezirk Kleinhöflein sind zwei Projekte aus dem Bürgerbudget entstanden: Einerseits
wird der Fußballplatz durch zusätzliche kleinere Tore und Ballfangnetze aufgewertet. Andererseits wird
der Spielplatz am Bründlfeldweg mit einem Fitness-Parcours - ähnlich dem Generationenspielplatz in der
Wormer Straße - erweitert und die bestehenden Fußball- und Basketballplätze erneuert.
Neue Projekte gesucht
Im April 2019 wurde die zweite Runde des Bürgerbudgets eingeläutet. Projektideen können mittels
Ideen-Postkarte oder per E-Mail an idee@eisenstadt.at eingereicht werden
- bisher gibt es rund 70 Rückmeldungen.
Gleichzeitig kann man sich als engagierte Bürgerin oder engagierter Bürger bewerben, um aktiv im Entscheidungsprozess
(Bürgerbudgetabende) für ein Projekt im eigenen Stadtteil mitzuwirken.
So funktioniert das Bürgerbudget
Je Stadtteil werden maximal zwölf Personen aus den Bewerbungen gelost, es wird aber darauf geachtet, dass
sich in den einzelnen Gruppen der Querschnitt der Eisenstädter Bevölkerung abbildet. Aktive Politiker
der Stadt Eisenstadt sind aus diesen Entscheidungsprozessen ausgeschlossen. Die Projekteideen bzw. die Bewerbungen
als engagierte Bürgerin oder Bürger können noch bis zum 24. Mai 2019 eingereicht werden.
Bei den Bürgerbudget-Abenden werden die Projekteinreichungen unter professioneller Anleitung durch Mitarbeiter
der Geschäftsbereiche des Magistrates erläutert und gemeinsam diskutiert.
Wenn der Entscheidungsprozess abgeschlossen ist, werden die jeweiligen "Siegerprojekte" in den Stadtbezirksausschüssen
präsentiert, anschließend im Gemeinderat beschlossen und durch die jeweiligen Geschäftsbereiche
des Magistrates Eisenstadt zur Umsetzung gebracht.
Aus dem Budget der Stadt werden für die Stadtteile Eisenstadt-Stadt, St. Georgen und Kleinhöflein pro
Jahr je € 35.000 bereitgestellt. Diese Summe kann auf mehrere Projekte aufgeteilt werden oder für ein Projekt
verwendet werden. Außerdem besteht die Möglichkeit, ein Großprojekt über maximal 3 Jahre
mit max. 3 Jahresbudgets umzusetzen.
"Ein Dankeschön an alle, die in den Prozess eingebunden sind und die sich freiwillig für ein lebenswerteres
Eisenstadt engagieren", freut sich Bürgermeister Thomas Steiner abschließend.
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