„Connected. Peter Kogler with …“

 

erstellt am
01. 07. 19
13:00 MEZ

verknüpft österreichischen Medienkünstler mit Avantgardisten der Moderne
Graz (universalmuseum joanneum) -Seit der Eröffnung der Ausstellung "Connected. Peter Kogler with …" am 27. Juni steht das Kunsthaus Graz ganz im Zeichen des österreichischen Medienkünstlers. Werke ab den 1920er-Jahren von Vordenkern ihrer Zeit wie Fernand Léger, George Antheil, Charlotte Perriand oder Friedrich Kiesler bilden zusammen mit einer Werkschau Peter Koglers ein eng gewobenes Netz aus Bezugspunkten. „Das Denken in der Montage und das assoziative Vernetzen bilden den Ausgangspunkt der Ausstellung“, erklärt Kuratorin Katrin Bucher Trantow. Neben der erstmalig originalgetreuen Aufführung des wegweisenden Ballet mécanique aus dem Jahr 1924 bildet eine neue, raumgreifende und eigens für das Kunsthaus entwickelte Arbeit das Herzstück der umfangreichen Ausstellung. „Mit Graz gibt es schon seit Jahrzehnten Verbindungen, etwa durch die Gestaltung der Bahnhofshalle oder die Galerie und Edition Artelier. Ich freue mich sehr, dass ich eingeladen wurde, das Kunsthaus Graz so umfangreich zu bespielen“, so der Künstler Peter Kogler.

Ping-Pong-Spiel der Ideen
Peter Kogler ist seit Jahrzehnten fest im Kunstbetrieb verankert: Als mehrfacher Teilnehmer an der Biennale di Venezia und der documenta in Kassel entwickelte er sich zu einem der bekanntesten österreichischen Gegenwartskünstler. Graz ist er besonders verbunden durch die Gestaltung der Bahnhofshalle in den Jahren 2003 und 2013, seine Produzentengalerie Artelier Contemporary und die intensive Planung der gestern eröffneten Schau. „Seit vier Jahren sind wir gemeinsam mit dem Durchdenken, Planen und Vorbereiten dieser Ausstellung beschäftigt – die Zusammenarbeit mit Peter Kogler ist wie ein produktives Ping-Pong-Spiel der Ideen“, erinnert sich Bucher Trantow. Durch Koglers jahrelange Beschäftigung mit Entwicklungen technischer Produktionsmöglichkeiten im Dialog mit organischen Formen verweisen seine raumerweiternden Medienarbeiten immer wieder auch auf Struktur und Form des Kunsthauses und dessen techno-utopische Architektur.

Kogler-Arbeiten aus drei Jahrzehnten in einem Netz der Avantgarde
Auf der ersten Ebene des Kunsthauses (Space02) führt Kogler die Besucherinnen und Besucher durch eine rechtwinklig organisierte Struktur, die seine Werke mit jenen des Künstler/innennetzwerks von Fernand Léger bis Friedrich Kiesler in Verbindung bringt. Als räumliche Montage werden bedeutende Leihgaben und Neuinterpretationen der Avantgarde in einer Struktur von Koglers großflächigen Wandarbeiten im organisch fließenden Raum zusammengebracht. In enger Zusammenarbeit mit Peter Kogler entstand für die Ausstellung eine Matrix aus seinen Arbeiten, die sich als eigene Wand- und Trägerstruktur in die „Living Architecture“ von Peter Cook und Colin Fournier und deren Geschichte hineinwebt. Sich bewegende Vorhänge verändern laufend den Raum und bilden immer wieder neue Blickachsen. „Es ist besonders spannend, so eine Ausstellung im Kunsthaus Graz zu realisieren, wo es einen starken Bezug des Gebäudes von Cook und Fournier zu den historischen Entwürfen und Ideen des Architekten Friedrich Kiesler gibt“, freut sich der Künstler.

Mechanisches Ballett und immersiver Erfahrungsraum
Im Zentrum der Netzwerk-Präsentation im Space02 steht die Reflexion des wegweisenden und revolutionären Ballet mécanique. Das bis heute nachhallende Werk, das als erste surrealistisch-dadaistische Verbindung zwischen Filmmontage und mechanisierter Musik geplant war, kommt durch den Künstler und Musiker Winfried Ritsch erstmals originalgetreu zur Aufführung: „Ich habe Wert auf eine Aufführungspraxis wie damals gelegt. Die Erstaufführung 1924 war ein Skandal, der Effekt des Stücks ist auch heute noch hypnotisch“, erzählt Winfried Ritsch, der an der Kunstuniversität Graz unterrichtet und für Installationen mit Automateninstrumenten bekannt ist. Im oberen Geschoss (Space01) setzt sich das vernetzte Denken in der Gestalt eines immersiven Illusionsraumes fort: Ein dynamisches Liniengeflecht Peter Koglers versetzt dort mit rauschhaftem Sound von Franz Pomassl die bestehende Gitterstruktur der Architektur in hypnotische und spürbare Bewegung. Die neue, eigens für das Kunsthaus Graz entwickelte Arbeit spielt mit Licht und Schatten und erschafft mit einfachen Punkten und Linien ein sich in Bewegung befindliches Universum, das die Besucherinnen und Besucher in sich aufnimmt.

 

 

 

Weitere Informationen:
http://www.kunsthausgraz.at

 

 

 

 

 

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