Palfrader: „Bis zum Jahr 2030 könnten
 35.000 Fachkräfte in Tirol fehlen!“

 

erstellt am
23. 09. 19
13:00 MEZ

Neuer Fachkräftemonitor Tirol veröffentlicht
Innsbruck (lk) - Am 23. September wurde der neue Fachkräftemonitor Tirol veröffentlicht. Darin wird ein aktueller Rück-, Ein- und Ausblick auf die Fachkräftesituation im ganzen Land gegeben. Zusammenfassend stellt der Bericht fest, dass sich die Arbeitskräftesituation in allen Wirtschaftszweigen und somit auch gesamtwirtschaftlich bis zum Jahr 2030 deutlich verschärfen wird. Der Fachkräftemonitor Tirol wird jährlich vom Land Tirol gemeinsam mit dem Arbeitsmarktservice Tirol als Instrument zur Erhebung des Fachkräftebedarfs und –potenzials erstellt.

„Durch die demografische Entwicklung werden Fachkräfte knapp – nicht immer und überall, aber oft gerade dort, wo Unternehmen sie besonders brauchen. Das Anwerben und Qualifizieren von Fachkräften benötigt Zeit und bedeutet eine hohe Investition“, betont Arbeits- und Bildungslandesrätin Beate Palfrader. „Das Land Tirol stellt sich hier schon seit Jahren mit verschiedenen unterstützenden Maßnahmen wie beispielsweise der Lehrlingsoffensive den neuen Herausforderungen.“

Aus- und Weiterbildung intensiv fördern
Aktuell beträgt das Angebotspotenzial an Arbeitskräften in Tirol 312.000 Personen. „Das wird sich aber bis zum Jahr 2030 insbesondere wegen der demografischen Entwicklungen um 7,4 Prozent auf 289.000 Personen verringern“, erklärt LRin Palfrader. Bereits heuer liegt das Nachfragepotenzial mit 323.000 Personen über dem Angebotspotenzial. Das bedeutet einen Engpass von rund 11.000 Personen. „Dieser Engpass wird sich nach derzeitigem Stand bis zum Jahr 2030 auf rund 35.000 Personen vergrößern“, zeigt die Landesrätin auf.

„Ein differenzierter Blick auf die Ergebnisse des Fachkräftemonitors zeigt, dass in Tirol überwiegend Arbeitskräfte mit einschlägigen Fachausbildungen – beginnend ab der Lehre bis zu tertiären Ausbildungen – fehlen könnten. Daraus ergibt sich der Auftrag für das AMS Tirol, die Aus- und Weiterbildung sowohl von Arbeitssuchenden wie auch von beschäftigten Personen abgestimmt mit dem Land Tirol weiter intensiv zu fördern“, unterstreicht Anton Kern, Geschäftsführer des AMS Tirol.

Veränderungen des Durchschnittsalters
Die Auswirkungen des demografischen Wandels zeigen sich insbesondere bei der Entwicklung des Durchschnittsalters bis zum Jahr 2030. „In den nächsten zehn Jahren wird branchenübergreifend mit einem Anstieg des Durchschnittsalters gerechnet. Sind die Tiroler Arbeitskräfte derzeit im Schnitt 39,5 Jahre alt, steigert sich das Durchschnittsalter bis zum Jahr 2030 auf 44,5 Jahre“, zeigt LRin Beate Palfrader eine weitere aktuelle Hochrechnung aus dem Fachkräftemonitor Tirol auf und weist darauf hin, dass sich Tirols Wirtschaft auf eine alternde Belegschaft einstellen muss: „Es muss deshalb frühzeitig über mögliche Maßnahmen wie Altersteilzeit und altersgerechte Arbeitsplätze nachgedacht werden.“

Was ist der Fachkräftemonitor?
Der Fachkräftemonitor Tirol ist ein Instrument, um regionale Fachkräfteengpässe und –entwicklungen zu erkennen und Entscheidungen rechtzeitig darauf ausrichten zu können. Die Prognosen basieren auf einem wissenschaftlich fundierten Modell und werden jährlich aktualisiert. In das Prognosemodell fließen insbesondere auch die Ergebnisse der Konjunkturbefragung der Wirtschaftskammer ein und spiegeln damit die Einschätzungen der UnternehmerInnen vor Ort wider.

Was analysiert der Fachkräftemonitor Tirol?

  • Er zeigt Angebot und Nachfrage von Arbeitskräften in Tirol, in fünf Regionen und sieben verschiedenen Branchen bis in das Jahr 2030.
  • Er differenziert das Angebotspotenzial in bestimmten Branchen (Handel, Industrie, Gewerbe und Handwerk sowie den Sonstigen Dienstleistungen) nach zusätzlichen Teilbranchen.
  • Er wertet die Arbeitsmarktsituation von verschiedenen Qualifikationen und Tätigkeiten aus.?
  • Er weist die Branchen mit dem höchsten Arbeitskräfteengpass oder -überschuss aus.

Die Anwendung ist im Internet abrufbar unter http://www.fkm-tirol.at/

 

 

 

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