Weitreichende Folgen für Stellenplan und Schulorganisation
Eisenstadt (bmls) - Im nächsten Schuljahr werden nur mehr 10.786 Volksschüler und 8.353
Hauptschüler in den burgenländischen Schulen die Schulbank drücken. Das bedeutet bei den Volksschulen
ein Minus von 421 Schülern und bei den Hauptschulen ein Minus von 331 Schülern im Vergleich zum laufenden
Schuljahr. Die dramatische Situation wird im Vergleich mit Zahlen aus dem Schuljahr 1970/71 noch deutlicher: Damals
besuchten im Burgenland 24.784 Schüler die Volksschule und 12.063 Schüler die Hauptschule. Die größten
Verluste werden im Bezirk Oberwart verzeichnet: Hier wird es im Schuljahr 2003/2004 um 103 Volksschüler weniger
als im laufenden Schuljahr geben. „Die sinkenden Schülerzahlen sind ein Problem für die Schulorganisation
und auch für den Stellenplan“, sagte Schulreferent LHStv. Franz Steindl.
Große Probleme bringt die Entwicklung im Pflichtschulbereich für den Stellenplan mit sich. Der Bund
ersetzt den Ländern auf Grund des von den Landeshauptleuten ausverhandelten Finanzausgleichs die Kosten der
Besoldung der Pädagogen. Demnach verliert das Burgenland im Vergleich zum derzeit laufenden Schuljahr 63 Dienstposten
im kommenden Herbst. Kündigungen soll es laut Steindl nicht geben: „Mein Bestreben ist es, keinen Lehrer zu
entlassen.“ Schulen in Großgemeinden sollen aufrechterhalten werden, aber in Gemeinden mit mehreren Ortsteilen
und Schulen denkt der Landeshauptmannstellvertreter an eine Zusammenlegung: „In der Ortschaft Tauchen wird es im
nächsten Schuljahr nur zwei Volksschulkinder geben; hier ist es nicht sinnvoll, eine eigene Volksschule zu
haben“. Für den Schulreferenten gibt es zwei Lösungen: Entweder eine Änderung bei der paktierten
Schülerzahl im Finanzausgleich oder eine Finanzierung zusätzlicher Dienstposten durch das Land selbst.
Im laufenden Schuljahr bezahlt der Bund den Ländern einen Dienstposten pro 13,976 Volksschüler und im
kommenden Schuljahr soll es nur mehr einen Dienstposten pro 14,238 Volksschüler geben. Im Schuljahr 2000/01
bekam das Land insgesamt 2.236 Lehrerdienstposten finanziert, im Schuljahr 2003/2004 werden es nur mehr 2.000 Dienstposten
sein.
Der Rückgang der Schülerzahl bringt für den Bezirk Oberwart noch eine weitere Folge mit sich: Der
Schulreferent will „keine zusätzlichen Lehrer rückversetzen“. Konkret: Lehrer aus dem Landessüden,
die einen Arbeitsplatz im Norden des Landes haben, werden auch in nächsten Zukunft pendeln müssen. |