Bures: Anhebung
der Höchstbeitragsgrundlage wäre eine sozial gerechte und faire Maßnahme
Kandlhofers Sträuben nicht nachvollziehbar
Wien (sk) - Josef Kandlhofer, Chef des Hauptverbandes der Sozialversicherungsträger, kann laut
"Standard" dem Vorschlag Reinhart Wanecks nach einer Anhebung der Höchstbeitragsgrundlage nichts
Positives abgewinnen. Dieser Meinung kann SPÖ-Bundesgeschäftsführerin Doris Bures, wie sie am Dienstag
(25. 03.) gegenüber dem Pressedienst der SPÖ betonte "keinesfalls zustimmen".
"Es ist keine Frage, dass es eine sozial gerechte und faire Maßnahme wäre, die Höchstbeitragsgrundlage
anzuheben. Das wäre ein richtiger Schritt, um die Finanzierung unseres Gesundheitssystems auf eine breite
Basis zu stellen", unterstützte Bures in diesem Punkt Gesundheitsstaatssekretär Waneck. Erstaunt
zeigte sich Bures über den von Kandlhofer vorgebrachten Vorschlag nach einer Deckelung der Rezeptgebühren.
"Ein guter ergänzender Vorschlag, aber völlig konträr zur aktuellen Politik der Regierung -
nämlich einer der massiven Belastungen kranker Menschen", zweifelte Bures an einer schwarz-blauen Umsetzung
dieser Idee.
Die bessere steuerliche Berücksichtigung höherer Einkommen (Absetzbarkeit) führe dazu, dass Menschen
mit besserem Einkommen weniger für das Gesundheitssystem bezahlen müssen, als durchschnittliche Verdiener.
"Für die SPÖ ist es nicht akzeptabel, dass Menschen, die sowieso schon von Krankheit betroffen sind,
in der Finanzierung der Gesundheitsleistungen unfair und ungerecht behandelt werden", so Bures.
"Zur Sicherung eines Gesundheitssystems auf höchstem Niveau ist ein großes Reformwerk nötig
und nicht Flickwerk." Einsparungspotenziale sieht Bures unter anderem bei den Medikamentenkosten, in der Organisation
der Krankenanstalten und an den Schnittstellen zwischen niedergelassenem Bereich und klinischem Bereich. Den ÖVP-Forderungen
nach mehr Selbstbehalten stellt Bures das "solidarische Konzept der SPÖ" entgegen: Eine Entlastung
der Arbeit durch wertschöpfungsbezogene Elemente in der Finanzierung der Krankenversicherung und eine Ausweitung
der Höchstbeitragsgrundlage in der Krankenversicherung. |
Lopatka: SPÖ möge sich mit Gesundheitsreform im Detail beschäftigen
Hohes Niveau österreichischer Versorgung nachhaltig sichern
Wien (ovp-pk) - "Offenbar hat sich SPÖ- Bundesgeschäftsführerin Doris Bures immer
noch nicht im Detail mit den Inhalten des Regierungsprogramms auseinandergesetzt. Informiert ist sie jedenfalls
nicht", sagte ÖVP-Generalsekretär Abg.z.NR Dr. Reinhold Lopatka am Dienstag (25. 03.)
zu den Vorwürfen, wonach die ÖVP mehr Selbstbehalte im Gesundheitswesen fordere. Es gehe nicht um die
Einführung zusätzlicher, sondern um die Harmonisierung und soziale Gestaltung der bereits bestehenden
Selbstbehalte und der gebotenen Leistungen.
Auch bei der Diskussion um die Anhebung der Höchstbeitragsgrundlage sei einerseits festgehalten, dass diese
ohnehin jährlich valorisiert würde, wie zum Beispiel um 90 Euro von 2002 auf 2003, andererseits "darf
man nicht aus den Augen verlieren, dass es im Gesundheitswesen um eine Solidarität zwischen Kranken und Gesunden
geht", sagte Lopatka. Das vorrangige Ziel der ÖVP sei, die hochstehende medizinische Versorgung für
alle Bürgerinnen und Bürger unabhängig von deren Einkommen nachhaltig zu sichern. "Eine Zweiklassenmedizin
wird es mit der ÖVP nicht geben. Die Unterstellungen der Sozialdemokraten werden auch durch ständiges
Wiederholen nicht gehaltvoller oder wahrer", so Lopatka abschließend. |