Leitl: EU-Beitritt Ungarns wird
EU positiven Impuls verleihen
 

erstellt am
26. 03. 03

BM Rauch-Kallat, EU-Kommissar Fischler, Ungarns Staatssekretär Balazs und ungarischer Wirtschaftskammerpräsident Parragh referierten in der WKÖ
Wien (pwk) - "Österreich und Ungarn wachsen zusammen. Der bilaterale Außenhandel befindet sich mit fast 6 Mrd Euro auf ausgesprochen hohem Niveau und mit der EU-Beitrittsunterzeichnung am 16.4.2003 wird die Rückkehr Ungarns in Europa auch politisch endgültig besiegelt", betonte WKÖ-Präsident Christoph Leitl Montag (24. 03.) Abend bei einer Veranstaltung der "Gesellschaft Österreich Ungarn" in der Wirtschaftskammer Österreich. Leitl eröffnete den Abend gemeinsam mit der Präsidentin der Gesellschaft und Bundesministerin Maria Rauch-Kallat, der er für ihren engagierten Einsatz zur Vertiefung der menschlichen und wirtschaftlichen österreichisch-ungarischen Beziehungen dankte.

Der ungarische Staatssekretär für Europafragen, Peter Balazs, unterstrich diesen Prozess des Zusammenwachsens beider Länder: "In Fragen europäischer Politik sind die Standpunkte Österreichs und Ungarns nahezu identisch. Ab 16.4. erhält Ungarn Beobachterstatus bei allen EU-Meetings und kann so erstmals direkten Einfluss in der EU nehmen." Mit dem EU-Beitritt am 1.5.2004 werden mit einem Schlag rund 80 % des ungarischen Außenhandels zum Binnenhandel, was die intensive wirtschaftliche Verflechtung Ungarns mit der EU verdeutlicht.

"Oft werde unterschätzt, wie schnell der europäische Zug fährt", strich auch EU-Kommissar Franz Fischler hervor. Deshalb müsse auch schnell reagiert, Einfluss genommen und mitgestaltet werden, wie dies die 10 Erweiterungsländer ab der Beitrittsunterzeichnung im April tun werden. Lob zollte Fischler Ungarn vor allem für die gute Information und Aufklärung der Bevölkerung über den EU-Beitritt. Dies sei sehr wichtig, da der Beitritt nicht nur gute makroökonomische Zahlen bedeutet, sondern auch auf breiter emotionaler Ebene stattfindet. Zur weiteren Anregung der Unternehmenskultur, des "Unternehmerwerdens" in den Erweiterungsländern leiste die ARGE 28, in der die Wirtschaftskammer Österreich stark involviert ist, vorbildliche Arbeit, betonte Fischler.

"Zwar haben ungarische Unternehmen teilweise noch immer Angst vor dem Beitritt zur Europäischen Union, vor neuer Konkurrenz und Wettbewerb, aber ich bin zuversichtlich, dass es gelingen wird, uns künftig auch im europäischen Wettbewerb zu behaupten" zeigte sich der ungarische Wirtschaftskammerpräsident Laszlo Parragh überzeugt. Ungarn könne auf ausgezeichnete makroökonomische Daten verweisen. Das BIP-Wachstum betrug in den letzten 5 Jahren zwischen 3,5 und 6 Prozent und auch für heuer werde mit einem Zuwachs von 3,5 bis 4 Prozent gerechnet. Von großer Bedeutung seien für Ungarn nach wie vor Investitionen aus dem Ausland, unterstrich Parragh. Allein im Umweltschutz- und Abfallwirtschaftsbereich müsse Ungarn in den nächsten Jahren rund 5 Mrd Euro investieren.

Die Außenwirtschaft Österreich (AWO), vertreten durch ihren Handelsdelegierten in Budapest, Peter Rejtö, leiste diesbezüglich hervorragende Vermittlerarbeit, wies Präsident Leitl hin. Österreichs Unternehmen werden sich weiterhin intensiv in Ungarn engagieren und Ungarn werde, wie auch die anderen Erweiterungsstaaten, der EU positive Impulse bringen. "Wir werden miteinander - in einer Welt gegenwärtiger Spannungen und Krisen - europäische Identität und Werthaltungen, das faszinierende Projekt Europa entscheidende Schritte weiter bringen", so Leitl abschließend"
     
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