Rot-weiß-rote Exporterfolge im Baltikum  

erstellt am
10. 04. 03

Zuwachsraten bei österreichischen Ausfuhren nach Estland, Lettland und Litauen liegen zwischen 18 und 33 Prozent - Tendenz: zumindest gleichbleibend
Wien (pwk) - Die drei "baltischen Tiger" Estland, Lettland und Litauen standen dieser Tage ganz im Zeichen Österreichs. 35 heimische Unternehmensvertreter - mehr konnten aus Kapazitätsgründen nicht mitgenommen werden - besuchten mit der "Wirtschaftsmission Erstkontakte und Kontaktpflege" der Außenwirtschaft Österreich (AWO) die Hauptstädte Tallinn, Riga und Vilnius. Die Teilnehmerliste spiegelte einen repräsentativen Querschnitt der österreichischen Industrie- und Gewerbebranchen wieder - Waldviertler Textilien der internationalen Spitzenklasse waren genauso vertreten wie komplette Industrieanlagen und Software.

Bei der Wirtschaftsmission konnte eine Unzahl neuer Geschäftskontakte geknüpft werden
Bei 700 Einzelterminen und mehr als 1000 Fachgesprächen konnte in nur drei straff organisierten Arbeitstagen eine Unzahl neuer Geschäftskontakte geknüpft und bestehende vertieft werden. Etliche Industrieunternehmen schlossen neue Vertretungsverträge für das Baltikum ab und hochzufriedene Konsumgüterlieferanten kehrten mit vollen Auftragsbüchern zurück. Ein Erfolg der AWO und der zuständigen Außenhandelsstelle. "Ich konnte auf Anhieb fixe Order für unsere Gardinenstoffe um 35.000 Euro buchen, das ist enorm für eine kleine Firma wie wir es sind", schwärmt ein Vorarlberger Textilunternehmer. "Der äußere Rahmen hat von vorne bis hinten gestimmt, die für uns arrangierten Kontakte waren goldrichtig und es gab keinerlei Leerläufe. Resultat: viele gute und neue Geschäftschancen wurden entdeckt. Also habe ich genau das erreicht was ich wollte", schreibt der zufriedene Eigentümer eines Ladenbau- und Elektronikunternehmens.

Österreichs Exporte in die drei baltischen Staaten entwickelten sich in den letzten Jahren rasant. Exportierte die heimische Wirtschaft vor zehn Jahren Waren um nicht einmal zehn Millionen Euro in die Region, so waren es 2002 schon rund 220 Millionen, immerhin mehr als etwa nach Irland. Und dies bei weiterhin zweistelligen Zuwachsraten. "Wir hoffen, diesen Wachstumstrend noch gut zwei, drei Jahre aufrechterhalten zu können. Österreich hat einen guten Namen in allen drei Staaten, wir gelten als verlässliche Partner, die gute Qualität zu akzeptablen Preisen liefern" zeigt sich der WKÖ-Handelsdelegierte Georg Karabaczek, der die Märkte von Finnland aus betreut, optimistisch.

Die einzelnen Exportzuwachsraten in die drei Staaten waren im vergangenen Jahr beachtlich. Das stärkste Plus verzeichneten die Ausfuhren nach Estland mit 32,6 Prozent (Volumen: 69 Mio Euro). Nach Lettland wurden 2002 um 25,4 Prozent mehr Wahren exportiert als 2001. Das Ausfuhrvolumen machte 79 Mio Euro aus. Die Zuwachsrate nach Litauen machte 17,5 Prozent aus (Volumen: 71 Mio Euro).

Mit dem bevorstehenden EU-Beitritt im Mai 2004 werden die drei Märkte noch stärker ins Bewusstsein der internationalen Wirtschaft treten und der Konkurrenzkampf wird sich verstärken. "Sofern es die Unternehmen noch nicht getan haben, ist es daher heuer höchste Zeit für unsere Exportwirtschaft, sich im Baltikum zu positionieren, bevor der internationale Run auf diese kleinen aber feinen Märkte einsetzt", wirbt AWO-Regionalmanager Ingomar Lochschmidt schon für die nächste Wirtschaftsmission in die Region, die Mitte Oktober 2003 geplant ist - erste Anmeldungen liegen bereits vor.
     
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