Superintendent Koch: Sich einsetzen für jene, die keine Rechte mehr haben  

erstellt am
08. 04. 03

Amtseinführung des neuen burgenländischen Superintendenten in Stadtschlaining
Stadtschlaining (epdö) Sich einzusetzen für jene, die selbst zu ohnmächtig sind, um ihre Rechte zu beanspruchen, und für jene, die keine Rechte mehr haben, dazu rief der neue Superintendent der Diözese Burgenland, Mag. Manfred Koch, in der Predigt zu seiner Amtseinführung am Sonntag (06. 04.) in Stadtschlaining, auf. Der Dienst der Kirche sei das Dienen, so Koch. “Dienen, das heißt, ein offenes Ohr für den Nächsten haben. Das heißt, mit den Armen wirklich zu teilen, den Ausgestoßenen in unserer Mitte als Gleichberechtigten aufnehmen.“ Dieses Dienen könne unangenehm sein, weil es “gemessen an den Maßstäben dieser Welt provoziert und Unwillen hervorruft.“ Dieses Dienen heiße, um Jesu Christi Willen für seinen Nächsten in seiner “ganz konkreten alltäglichen Situation da zu sein, ihm Bruder und Schwester sein.“ Man dürfe da nicht nach dem Lohn fragen, nicht nach der Anerkennung, sondern allein danach, was dem Nächsten helfe. Koch: “Mit Jesu Maßstäben für das Leben und mit seiner Liebe können wir etwas verändern, und mit seiner Liebe werden wir als Christen Salz der Welt sein und damit in unserer Gesellschaft.“

Bischof Sturm: Dienst am Land und Dienst an der Versöhnung
Vorgenommen wurde die Amtseinführung vom lutherischen Bischof Mag. Herwig Sturm. “Du verstehst dein Amt als einen Dienst am Evangelium, das zeigt das Psalmwort “Dienet dem Herrn mit Freude“, unter dem die Einladung zu die sem Gottesdienst steht“, sagte der Bischof in seiner Ansprache. Dieser Dienst sei, wenn er recht geschehe, zugleich ein Dienst an diesem Land und ein Dienst an der Versöhnung und am Frieden in unserer Welt, so Sturm. Der Dienst vor Gott “wahrt die Würde des Menschen und ruft uns immer wieder in die Wahrheit.“ Die Freude Kochs an seiner Arbeit sei unter anderem auch zu bemerken an seinem Bemühen um das Concentrum, einen multikultrellen und multireligiösen Treffpunkt, den Koch und seine Mitarbeiter eingerichtet haben “im Land an der Grenze, um Grenzen zu überschreiten.“ Koch übernehme nun eine “wache und lebendige Diözese“, in der nicht nur vieles geschehe, sondern auch immer wieder “nachgedacht und vorgedacht wird, wie es recht weitergehen soll in unserer Kirche.“ Sturm dankte der Vorgängerin Kochs, Mag. Gertraud Knoll, die das Amt der Superintendentin “mit großer Hingabe“ ausgefüllt habe. “Ihr ist es gelungen, evangelische Anliegen in die Öffentlichkeit zu bringen.“ Knoll ist im vergangenen Herbst aus dem Amt der Superintendentin ausgeschieden, um in die Politik zu wechseln.

Iby: Gute Ökumene ist Wesen des Burgenlandes
“Lassen Sie uns gemeinsam ein Stück des Weges gehen, denn auch die gute Ökumene ist ein Wesen des Burgenlandes“ sagte der römisch-katholische Bischof der Diözese Eisenstadt, Dr. Paul Iby, in seinem Grußwort nach dem Gotte sdienst. Iby betonte, dass das Leitungsamt in der Kirche die Aufgabe “eines Hirten“ sei und nicht in erster Linie Macht bedeute, sondern “Berufung von Gott und Sendung des Evangeliums zu den Christen.“

Niessl: Evangelische Kirche positive und treibende Kraft bei Partnerschaft zu den Nachbarn
“Die Erweiterung der Europäischen Union ist das größte europäische Friedensprojekt, und die Evangelische Kirche und Koch leisten eine großen Beitrag für das Gelingen dieses Projektes“, sagte Hans Niessl, Landeshauptmann d es Burgenlandes. Niessl wies darauf hin, dass das Burgenland an drei Beitrittskandidaten grenze. Die Evangelische Kirche sei eine “positive und treibende Kraft, wenn es um die gute Partnerschaft zu unseren Nachbarn geht.“ Es gehöre zu dem guten burgenländischen Weg, das Gemeinsame vor das Trennende zu stellen und “mit voller Kraft für das Gemeinsame zu arbeiten.“ Koch sei der “Garant“ für den gemeinsamen guten Weg.

Steindl: Wir brauchen Mutmacher, die Brücken bauen
“Die Kirche spielt eine besondere Rolle für die Menschen“ sagte der Landeshauptmannstellvertreter, Mag. Franz Steindl. Die Kirche gebe vielen Menschen Hoffnung in einer Zeit des Wertewandels und der Globalisierung. Sowohl Menschen als auch Organisationen “finden sich nicht zurecht und suchen Orientierung, wo die Gesetzmäßigkeiten des Marktes die humanitären Anliegen überwiegen.“ Die Menschen bräuchten “Mutmacher, die Brücken bauen, auch im Blick auf das vereinte Europa.“ Hier sei die Kirche gefragt.

Bei dem Festgottesdienst wurde auch der neue Senior für das südliche Burgenland, Pfr. Dr. Gerhard Harkam, in sein Amt eingeführt.
     
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